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SUP

Tu's im Stehen

15. Februar 2009 von Dimitri Lehner

SUP. Wer jetzt denkt: Nee bitte nicht schon wieder so ne Karre aus Ami-Land, die niemand braucht, den können wir beruhigen. Nach den benzinfressenden SUVs schicken uns die Amis diesmal was Raffiniertes. Knackig abgekürzt mit SUP. Das steht für »Stand up Paddel«. Dahinter versteckt sich ein neuer Wassersport mit angeblich enormer Zuwachsrate – und alten Wurzeln.

Stand Up Paddling auf der Isar.
Ja gibt's das? Stehpaddler auf der Isar.
Foto: Naish International

Wer »Stand Up Paddel«-Boarding oder – surfing erfunden hat, ist ungewiss. Die einen sagen, auch diese Form des Surfens stamme von den hawaiianischen Königen und seine Geburtsstunde liege schon einige hundert Jahre zurück. Andere behaupten, SUP sei eine Idee der amerikanischen Beach Boys der 60er Jahre gewesen, die damit Anfänger besser im Wellenreiten unterrichten konnte. Dass SUP in den letzten Jahren ins Medieninteresse gerückt ist, verdankt der Sport jedoch den beiden Surf-Legenden Laird Hamilton und Dave Kalama. Mit spektakulären Aktionen wie einem Ritt auf der Monsterwelle Jaws, der Überquerung des Ärmelkanals oder Befahrung des Grand Canyon brachten die Profi-Sportler SUP in die Schlagzeilen. Doch SUP ist mehr als eine weiterer Disziplin für Supersurfer. Man braucht dafür keine Wellen, ja nicht einmal einen Ozean.

Stand Up Paddling - Ein neuer Wassersport erobert Europa.
Muss nicht, kann: SUP bietet den wahrscheinlich einfachsten Einstieg zum Wellenreiten.
Foto: Naish International

Statt wie beim Surfen auf dem Bauch zu liegen und mit den Armen zu paddeln, steht man beim SUP aufrecht auf dem Board und sorgt mit einem langstieligen Stechpaddel für Antrieb. Auch sind die Boards länger und mit mehr Volumen ausgestattet als bei gewöhnlichen Wellenreit-Boards, schließlich müssen sie das Gewicht auch ohne Wellenschub tragen und dürfen dabei nicht zu stark zu schwanken. »Für mich ist SUP der ideale Spaß auf dem Wasser«, sagt Robby Seeger, der einzige deutsche Big Wave Surfer, »damit kann ich Wellen reiten aber auch ohne Wellen die Küste hinunter paddeln, das Meer genießen und tue dabei gleichzeitig etwas für meinen Körper, denn SUP ist ein tolles Ganzkörper-Training. Das funktioniert auf jedem Baggersee.«

Man muss kein Surfer werden

Stand Up Paddling - Ein neuer Wassersport erobert Europa.
In Übersee sind SUP-Wettkämpfe gut gebucht. In Deutschland fand im Vorjahr erstmals eine Meisterschaft statt.
Foto: Naish International

Man muss also weder Surfer sein noch einer werden, um am SUP Spaß zu haben. Und dennoch bietet SUP den vielleicht schnellsten und einfachsten Start ins Wellenreiten. Warum? Allround-Waterman Michi Schweiger von Naish USA gibt die Antwort: »Stehend auf dem Board und mit einem Paddel lässt sich viel mehr Vortrieb generieren. So schafft man es schon kleine, schwache Wellen anzupaddeln und erspart sich den schwierigen Take-off, denn man muss ja gar nicht mehr aus der Bauchlage auf die Füße springen, da man bereits steht. Es genügt also aus der parallelen Fußhaltung – so bewegt man das Board voran – einen leichten Ausfall-Schritt zu machen, zu paddeln bis die Welle den Vortrieb übernimmt und die Welle zu surfen«. Das lange voluminöse Brett macht es zudem leicht, die Welle lange und kippstabil abzureiten, denn wie jeder Wassersportler weiß: Länge läuft.

Fitnesstraining mit toller Aussicht

Stand Up Paddling - Ein neuer Wassersport erobert Europa.
Neue Perspektiven durch ungeahnte Höhen.
Foto: Naish International

Wessen Knochen nicht mehr die jüngsten sind, kennt die Nackenschmerzen beim Wellenreiten durch den ständig angehobenen Kopf oder die Sitzprobleme beim Kajak- und Kanufahren nur zu gut. Auch das erspart einem SUP. Ein weiteres Plus der stehenden Position: der gute Überblick. Das bringt nicht nur Vorteile beim Surfen, weil man die Wellen früher sieht, sondern auch eine tolle Aussicht auf Fluss oder See.

 

All das hätte dennoch nicht ausgereicht, um SUP diese schnell wachsende Popularität zu bescheren. Dafür ist der Fitness-Aspekt verantwortlich. Die workout-besessenen Amis entdeckten, dass SUP eine nahezu ideales Ganzkörper-Training darstellt. Hollywoodstars wie Matthew McConaughey oder Cameron Diaz bringen sich mit SUP in Shape für die nächste Rolle und verstärkten die Neugierde der Öffentlichkeit, wenn sie am Strand von Malibu entlang paddeln.

Siegeszug auch in Europa?

Stand Up Paddling - Ein neuer Wassersport erobert Europa.
Grachtenbummeln mal anders. Stand Up Paddelnd durch Amsterdam.
Foto: Naish International

Und plötzlich sieht man mehr SUP auf dem Flachwasser als in der Welle. Denn neben dem beflügelnden Gefühl sich draußen auf dem Meer oder See zu bewegen, trainiert SUP durch den kräftigen Seitzug mit leichter Drehung den ganzen Körper. »Core workout« nennen die Amis, das ganzheitliche Training, dass neben der Arm-, Oberkörper- und Rumpfmuskulatur auch die Balance schult. Cord Dassler, Sportwissenschaftler und Wassersport-Experte an der Deutschen Sporthochschule in Köln weiß: »Der Paddelschlag mit Wechsel (Profis nutzten lieber den J–Schlag) stärkt mit seiner symmetrischen Belastung die Arm- und Rumpfmuskulatur. Die aufrecht stehende Position fordert zugleich die gesamte untere Extremität. Die Beine sind quasi Widerlager und Stoßdämpfer. Kurzum. Ein ideales Ganzkörpertraining. Doch das Beste: Man hat beim SUP gar nicht das Gefühl zu trainieren, denn die Sensation übers Wasser zu gleiten und das aufrechte, beschwerdefreie Stehen lenkt so sehr ab, dass man sich fast unbemerkt trainiert.« Und das muss nicht alleine passieren. In den USA finden sich ähnlich wie Lauftreffs, regelrechte Gruppen zusammen, die gemeinsam paddeln. »SUP als Wellenreiter, als Badespaß mit Kindern, Workout-Tool oder ausgerüstet mit einem Segel als Windsurfer – trotz all der Möglichkeiten waren wir anfangs skeptisch, ob sich SUP durchsetzt. Wir wagten als eine der ersten die Serienproduktion und sind vom schnellen Erfolg selbst überrascht«, sagt Michi Schweiger von Naish USA. Ob SUP sich auch in Europa durchsetzen wird, muss sich erst noch zeigen. Kritiker monieren die sperrigen Maße der großen SUP-Boards und damit einhergehenden Transport- und Lagerungs-Probleme. Ohne Auto geht da nichts, obwohl einige Hersteller schon reagiert haben und die ersten aufblasbaren SUPs anbieten. Windsurf-Ikone Robby Naish dagegen glaubt fest an einen weltweiten Siegeszug. »SUP hat das Zeug zu einem neuen Funsport zu werden wie Windsurfen damals Ende der 70er Jahre.«

SUP: Facts & Infos

Warum im Stehen? Hier die Vor- und Nachteile sowie einige Infos und Links für angehende Stehpaddler.

 

Ausrüstung: spezielle SUP-Boards gibt es ab zirka 900 Euro. Es sind sogar aufblasbare Modelle zu haben (www.seaeagle.com). Spartipp: SUP funktioniert auch mit den langen Windsurfboards der ersten Generation.

 

Vorteile auf einen Blick

  • in Minuten zu erlernen
  • »Plug & Play«-Prinzip; kein Unterricht erforderlich
  • effektives Ganzkörpertraining
  • Crosstraining und Ausgleichsport für Wassersportler
  • tolles Erlebnis auf See, Meer, Fluß, selbst für Nichtwassersportler
  • fast immer verfügbar
  • leichter Einstieg ins Wellenreiten
  • selbst kleine Wellen sind surfbar
  • Option als Windsurfer (mit Aufsteck-Rigg)
  • sozial – spaßig in Gruppen
  • Freiheitsgefühl und tolle Aussicht durch aufrechten Stand

 

 

Nachteil

  • Transport nur mit Auto möglich

 

 

SUP-Links in Deutschland

   

 


Zusätzliche Informationen und Links

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