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Szene

Skip Armstrong und Anson Fogel

20. Juni 2013

Die US-amerikanische Produktionsfirma »forgemotionpictures« ist bekannt für Filmproduktionen wie »Cascada«, »of souls and water« und »the shapeshifter«. Der Chef des Unternehmens Anson Fogel und der Chefregisseur Skip Armstrong standen KANU im Interview Rede und Antwort.

Wie stehen Profifilmemacher wohl zu GoPro und Co., wo sie selbst doch mit Equipment im Wert von vielen tausenden Euros arbeiten? Wie gefährlich ist der Job als Extremsportfilmer und Wie ist die Arbeit mit professionellen Paddlern wie Tyler Bradt und Eric Boomer? Und was machen solche wilden Kerle eigentlich am Ende des Tages wenn die Kameras aus sind und alle Aufnahmen im Kasten sind? Diese und mehr spannende Fragen haben wir Skip und Anson gestellt und haben mindestens genauso spannende Antworten von den beiden bekommen.

In den vergangenen Jahren habt ihr einige sehr erfolgreiche Extremsport- und Kajakfilme produziert. Viele Zuschauer finden, dass sich eure Filme sehr positiv aus der Masse der vielen anderen Produktionen hervorheben. Was denkst du, unterscheidet euch von anderen Regisseuren und Filmemachern?

Skip: Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit mit der Vorproduktion unserer Filme: Schreiben, Shotlisten erstellen, Drehorte suchen, andere Filme zum gleichen Thema sichten, die Literatur nach der richtigen Herangehensweise durchsuchen, usw. In dieser Zeit nähert man sich dem Thema des Films immer mehr an und bemerkt Dinge, die man im ersten Moment vielleicht übersehen hätte. Die einzelnen Bausteine einer Produktion sortieren sich gewissermaßen mit der Zeit. Wenn es dann an den letztendlichen Dreh geht, mag ich es wenn ich mit den Drehorten absolut vertraut bin. Außerdem lege ich gerne vor dem Dreh bestimmte Beschränkungen in Sachen Motive und Drehtage fest. So bleiben wir fokussiert auf unsere Arbeit und der Inhalt unserer Produktion verwässert nicht während der Entstehung.

Anson: Ich denke, diese Frage sollte man in erster Linie unserem Publikum stellen. Wir sind nicht besonders gut darin, unsere eigene Arbeit zu beurteilen, mögen keine Prahlerei. Allerdings ist es so, dass ich persönlich durch eine allgemeine Verbundenheit zum Filmen dazu gekommen bin, diese Art von Filmen zu machen. Bevor ich angefangen habe Extremsportfilme zu drehen, habe ich für die Werbebranche Filme gemacht. Ich denke, dass diese Vorgeschichte einen gewissen Einfluss auf unsere heutigen Werke hat: Sie dienen nicht einem Selbstzweck, sondern sollen auch immer durch die Schönheit der Bilder bestechen. Wir wollen einfach zeigen, was das Thema Film alles zu bieten hat und sind dabei nicht so sehr von anderen Exstremsportfilmen beeinflusst.

Euer letzter Film »Cascada« begeisterte Kanuten in aller Welt. Was war die Idee hinter dem Projekt?

Anson: Ganz ehrlich? Das war der spontanste Dreh seit langem. Tim Kemple und Eric Boomer haben mich angerufen und mir vorgeschlagen, für eine Woche nach Mexiko zu fahren und dort Wasserfallbefahrungen zu filmen. Seltenerweise hatten Skip und ich in diesem Moment ein wenig Luft und konnten mit. Die Idee war, der Liebe zu unserer Arbeit wegen zu filmen. Wir wollten die Schönheit der Drehorte und das wichtigste: die Befahrung von großen Wasserfällen, festhalten.

Skip: Wie Anson bereits gesagt hat, alles war ziemlich ungeplant. Wir hatten gerade mehr Zeit, da nichts anstand und Boomer schlug uns diesen Trip vor. Er schien vielversprechend Und dank Anson hatten wir zum Schluss ein beeindruckendes Ergebnis mit einem unglaublichen Ton und einer wahnsinnigen Farbintensität. Unglaublich, was er daraus gemacht hat.

In »Cascada« und in der Kurzfilm-Serie »of souls & water« bekommen die Zuschauer besonders spektakuläre, unerwartete Perspektiven geboten. Außerdem überrascht ihr immer wieder mit kreativen Ideen. Wie schafft ihr es so außergewöhnliche und abwechslungsreiche Sequenzen aufzunehmen?

Anson: Durch Planung und harte Arbeit. Grundsätzlich vertreten wir die Auffassung, dass viel von den Aufnahmen selbst abhängt. Aufnahmen sind teuer! Deswegen muss jede genau geplant werden, anstatt viele zu machen und zu hoffen, dass eine gute dabei ist. Wir wollen dabei eine andere, neue Sichtweise auf verschiedene Dinge zeigen – schließlich ist es genau das, was unser Publikum begeistert.
Deswegen verbringen wir zuerst die meiste Zeit damit zu überlegen, wie wir ein Thema auf eine neue Art darstellen können und dabei dem Zuschauer Gefühl vermitteln können.

Skip: Nochmal, für mich geht das alles zurück auf die Planung und das Verlangsamen während des Drehs im entsprechenden Bereich. Für »Of Souls & Water« haben wir einen ganzen Tag lang nur einen einzigen Wasserfall gefilmt. Also eine Aufnahme an einem Tag. Unser Fokus war darauf gerichtet, Boomers Befahrung so einzufangen, wie es noch nie zuvor gesehen wurde. Das selbe mit Cascada: die Frage war, wie können wir eine Perspektive finden, die noch nie zuvor benutzt wurde? Das ist es, was es für uns als Film interessant macht. Und ich denke auch für den Zuschauer.

In einer Szene sehen wir Tim Kemple mit seiner Kamera an einem Seil vor einem riesigen Wasserfall hängen. Ist Risikobereitschaft der Schlüssel zu spektakulären Aufnahmen, oder haltet ihr Kreativität und Erfindungsreichtum für wichtiger?

Anson: Für mich ist es kein Risiko an einem Seil zu hängen und dabei zu filmen. Es wurde alles entsprechend vorbereitet. Deshalb bin ich auch nicht der Meinung, dass Risiko etwas mit  einer guten Aufnahme zu tun hat. Eher disziplinierte Planung, Kreativität, harte Arbeit und Erfahrung.

Skip: Tim ist ein sehr erfahrener Kletterer. Ich würde jedem Seilsystem, dass er aufbaut zu 100 Prozent vertrauen. Wie gesagt, das Risiko ist einkalkuliert und wir versuchen immer unser Bestes um nicht uns, unsere Freunde und natürlich unsere Ausstattung einem unnötigen Risiko auszusetzen.

Heutzutage benutzen Sportler und Amateur Filmer moderne, kleine Kameras à la GoPro und Contour um ihre Stunts zu filmen. Arbeitet ihr auch mit solchen Kameras und wie wichtig ist hochwertiges, teures Equipment für euren Job?

Anson: Der heutige Werkzeugkasten zum Filmen bietet mehr Möglichkeiten als je zuvor. Klar nutzen wir diese Dinge auch. Ich denke, du solltest das Beste nehmen was du hast, um das einzufangen, was du zeigen möchtest. Manchmal ist das eben auch eine GoPro. Ich sehe es so, dass die Werkzeuge der Kunst dienen sollten, nicht andersherum. Die Ausrüstung ist nicht länger das Hindernis für eine gute Aufnahme. Du kannst mit einer einfachen Kamera theoretisch bessere Filme abliefern, als wir. Habe einfach eine bessere Idee und setze sie um. Wir nutzen eine teure Ausrüstung, weil wir die Möglichkeit haben, nicht weil wir damit filmen müssen.

Skip: Wir filmen mit RED und Sony Kameras. Doch GoPro hat die Tore zu nie zuvor gesehenen, extrem kreativen Blickwinkeln geöffnet. Aber ich bin auch der Meinung, dass die Idee das Bild macht. Du kannst genauso einen beeindruckenden Film auf einem iPhone oder mit einer GoPro drehen und die Zuschauer damit begeistern. Die Idee muss im Vordergrund stehen, die Bildqualität ist eher sekundär. Trotzdem lieben wir unsere RED Kameras. ;)

Für eure Filme habt ihr schon mit einigen der besten Paddlern der Welt gefilmt. Wie ist es mit solchen Profis zu arbeiten?

Anson: Unglaublich. Sie sind alle gute Freunde von uns. Im Film habe ich gesagt, dass die Grenze zwischen Athlet und Künstler manchmal verschwindet und genauso habe ich es gemeint. Die Paddler wollen zum Schluss auch ein gutes Ergebnis sehen und wir wollen, dass sie am Ende des Tages heil aus dem Boot steigen. Eine Zusammenarbeit also, die sich perfekt ergänzt. Wir vertrauen beide darauf, dass der andere seine Sache gut macht und dass wir als Team das selbe Ziel haben. Das ist sehr zufriedenstellend.

Skip: Es ist so, als ob ein Traum wahr werden würde! Ich fühle mich wirklich geehrt mit solch’ sympathischen und erfahrenen Talenten zusammenarbeiten zu dürfen. Wir sind alle befreundet und jeder ist glücklich, dass in seinem Leben machen zu können, was er möchte. Das ist unglaublich erfrischend und schafft eine sehr positive Atmosphäre.

Was macht ihr Jungs am Ende des Tages, wenn die Kameras aus sind?

Anson: Kameras aufräumen, Daten runter laden, Daten prüfen, Aufnahmen sortieren, Kopien erstellen, die Ausrüstung reinigen und den nächsten Tag planen.

Skip: Es würde sich jetzt wohl cooler anhören, dass wir wilde und verrückte Dinge tun, aber nach so einem Tag regeln wir wirklich alles was getan werden muss, wie zum Beispiel Batterien laden oder den kommenden Tag besprechen. Dabei essen wir und trinken gelegentlich mal ein Bier. Wir arbeiten gerne hart.

Für »Cascada« habt ihr mit den Profis Tyler Bradt, Erik Boomer und Galen Volckhausen zusammengearbeitet. Gibt es da eigentlich Konkurrenz zwischen den Jungs, oder arbeiten sie eher zusammen und unterstützen sich gegenseitig?


Anson: Absolut keine Konkurrenz! Tyler und Eric sind sehr eng befreundet. Galen ist der Neue in der Runde. Trotzdem haben sie alle großen Respekt voreinander und unterstützen sich gegenseitig. Man kann vielleicht von einem humorvollen Wettkampfgeist zwischen ihnen sprechen, aber wenn einer eine perfekte Linie bei einem Sturz schafft, sind die anderen begeistert.

Hat es schon mal eine Situation gegeben, in der einer der Sportler einen Stunt machen wollte, von dem ihr nicht begeistert wart oder von dem ihr dem Sportler aus Sicherheitsgründen gar abgeraten habt?

Anson: In den meisten Fällen sind die Athleten mit denen wir arbeiten die Besten ihres Fachs und wären nicht so weit gekommen, wären sie nicht vorsichtig, fähig zu paddeln und in der Lage Situationen richtig einschätzen zu können. Rücksichtslose Draufgänger würden es nie soweit schaffen. Ich habe da einen Grundsatz, den ich den Athleten täglich einbläue: Mache nie etwas für mich oder die Kamera! Und sie machen es nicht.

Skip: Nein. Ich vertraue dem Urteilsvermögen unseres Teams voll und ganz. Wir sprechen immer darüber, wie wir uns alle am besten unterstützen können. Eine herausfordernde Stelle zu fahren ist immer die Entscheidung des Athleten. Noch mal, wir versuchen taktvoll und geplant an unsere Zielvorstellungen heranzugehen.

Was ist die größte Herausforderung in eurem Job?

Anson: Geld aufzubringen und unsere Filme zu verkaufen. Wir filmen vielleicht gerade mal 10-20 Prozent der Zeit. Die Bearbeitung unserer Aufnahmen nimmt 30-40 Prozent in Anspruch und der Rest geht fürs Geschäft drauf.

Skip: Öfter daheim zu sein und genug Schlaf zu bekommen. Außerdem das Filmen mit meinem Leben (Sport, Freunde, Kontakte knüpfen) zu verbinden. Für mich ist es sehr schwierig all diese Dinge unter einen Hut zu bekommen.

Video: Behind the scenes beim Dreh von »Cascada«:

»Cascada« der Film:

15.01.2013

CASCADA: Die Suche nach DEM Wasserfall!

Bildgewaltig kommt der neue Kurzfilm »Cascada« von Anson Fogel und Skip Armstrong daher. Für den Film haben sich die Regisseure zusammen mit Tyler Bradt und Erik Boomer in Mexiko auf die Suche nach dem perfekten Wasserfall gemacht.

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