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Szene

Sam Sutton verteidigt Sickline-Weltmeistertitel

04. Oktober 2011 von PM Planet Talk, Christoph Scheuermann

Der 23-jährige Sam Sutton aus Rotorua in Neuseeland bewies heute eindrucksvoll, dass er nach wie vor der schnellste Extremkajaker der Welt ist. Bei der fünften Auflage der adidas Sickline Extreme Kayak World Championship im Tiroler Ötztal verteidigte er seinen Titel  mit einer Fabelzeit von 55,84 Sekunden und unterbot damit den von ihm in 2010 aufgestellten Streckenrekord um fast drei Sekunden. Die Silbermedaille ging an seinen Landsmann Mike Dawson (58,00), Bronze gewann der Deutsche Paul Böckelmann (58,03).

Foto zur Adidas Sickine WM 2011.
Das Kernstück der Wellerbrücke, auch ohne Zeitdruck eine der schwersten Wildwasseretappen der Alpen.
Foto: Michael Neumann

Über 140 der weltbesten Wildwasser-, Slalom und Freestylepaddler aus 26 Nationen hatten sich an diesem Wochenende im beschaulichen Örtchen Oetz versammelt, um auf der Wellerbrücke um Weltmeisterehren zu kämpfen. In zwei Qualifikationsrunden wurde das Starterfeld zunächst auf 90 und dann auf 45 Athleten reduziert. Fehler haben hier, auf einer der schwersten Wildwasserstrecken der Alpen, unmittelbare Konsequenzen. Daher dürfen nur die besten und fittesten Paddler auf die eigentliche Rennstrecke. Die Top 3 des Vorjahres – Sam Sutton (NZL), Michele Ramazza (ITA) und Lukas Kalkbrenner (GER) waren automatisch für das Finale gesetzt, mussten jedoch ebenfalls die Qualifikation bestreiten, um in das Head-to-Head-Raster eingeordnet zu werden, denn im Viertel- und Halbfinale treten die Paddler in einem K.O.-Format gegeneinander an. Der schnellste der Qualifikation duelliert sich in einer Paarung mit Platz 48, der zweitschnellste mit Platz 47, und so weiter. Der jeweils schnellere Kajaker eines Heats kommt eine Runde weiter. Darüber hinaus qualifizieren sich auch die zwei Zeitschnellsten der ausgeschiedenen Athleten als »Lucky Loser« für die nächste Runde.

Foto zur Adidas Sickine WM 2011.
Überraschte mit der schnellsten Viertelfinalzeit, landete am Ende auf Platz 9: Egor Voskoboynikov aus Moskau.
Foto: Michael Neumann

Im Vergleich zum Vorjahr war der Wasserstand an der Wellerbrücke etwas höher, was die spektakuläre Wildwasserrennstrecke noch schneller machte. Bereits im Viertelfinale fielen die ersten Streckenrekorde. Der 25jährige Russe Egor Voskoboynikov aus Moskau, der überraschend die Qualifikation gewann, begeisterte die Top-Athleten aus aller Welt mit der schnellsten Viertelfinalzeit (58,58).

Doch der neue Streckenrekord war nicht von Dauer. Im Halbfinal-Heat traf der amtierende Weltmeister Sam Sutton auf seinen ein Jahr jüngeren Bruder Jamie, der ihm nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten, sondern ein genauso hervorragender Wildwasserpaddler ist. Angespornt durch das Bruderduell gab Sam Sutton alles und beendete seinen Lauf in der unglaublichen Zeit von 56,41. Damit startete er als letzter im Finale der Top 15.

Den fünfzehn Finalisten aus elf verschiedenen Nationen war klar, wenn der Neuseeländer in seinem letzten Lauf noch einmal eine solche »Sickline«, eine so perfekte, flüssige und schnelle Linie durch die technisch schwierigen Stromschnellen hinzaubern könnte, würde er kaum zu schlagen sein, obwohl dieses Jahr gleich mehrere Athleten in ihren Läufen die 1-Minuten-Schallmauer durchbrechen konnten.

Foto zur Adidas Sickine WM 2011.
Zweitbester Deutscher und auf Platz 6 im Superfinale: Fabian Dörfler aus Augsburg.
Foto: Jens Klatt

Der amtierende Extremkajakvizeweltmeister Michele Ramazza (26) aus Bologna in Italien war hoch motiviert, sich in diesem Jahr um einen Platz zu verbessern und den Titel zu holen. Er erwischte einen guten Start und manövrierte sich extrem schnell flüssig durch den oberen Teil der Strecke. Doch aufgrund eines kleinen Fehlers im turbulenten Kernstück musste er rollen, was ihn den Sieg kostete. Ramazza wurde achter mit einer immer noch hervorragenden Zeit von 58,96.
»Ich hatte einen wirklich guten Lauf, abgesehen von einem kleinen Fehler. Doch ich hatte eine Superzeit, daher bin ich zufrieden. Die Sickline-WM ist derzeit das wichtigste Rennen, es sind so viele gute Leute hier und es ist wirklich ein hervorragende Strecke, hier wächst jeder über sich hinaus.«

Der 24jährige Paul Böckelmann, Deutscher Meister im Kanuslalom 2010 und Neunter des Vorjahres, hatte im Finale mehr Glück. Er zeigte einen kraftvollen und fast fehlerlosen Lauf und setzte sich mit einer Finalzeit von 58,03 an die Spitze. Damit durfte er es sich im Whirlpool bequem machen. Doch der Dresdner, der in Augsburg lebt und trainiert, musste seinen Platz an der Seite von Miss Tirol 2009, Christina Keil, schon vier Läufe später wieder räumen.

Foto zur Adidas Sickine WM 2011.
Die Sickline-WM gilt nicht nur als das für die Athleten anspruchsvollstes, sonden auch als das am professionellsten organisierte Wildwasserrennen Europas.
Foto: Jens Klatt

Mike Dawson aus Neuseeland, der sich vor drei Wochen für die Olympischen Spiele in London (Kanuslalom) qualifizieren konnte, war genau drei Hundertstel schneller (58,0). 2009 hatte der 25-Jährige die Silbermedaille bei der adidas Sickline WM gewonnen, letztes Jahr patzte  er in seinem Finallauf, musste im Kernstück rollen und wurde gleich darauf vom sogenannten »Champions Killer«, der letzten drei Meter hohen Stufe auf der Rennstrecke, ausgebremst. Dieses Jahr blieb er jedoch bis auf ein paar touchierte Felsen fehlerfrei und durfte im Pool darauf warten, ob die anderen Finalisten seine Zeit unterbieten würden. Das schaffte niemand. »Nachdem letztes Jahr alles schief ging, wollte ich heute einfach nur ein gutes Rennen abliefern«, sagt Dawson im Ziel. »Dieser Strecke muss man einfach Respekt zollen, vor allem darauf ein Rennen von einem solchen Format auszutragen. Und dass die Jungs nur Hundertstel auseinander liegen, zeigt, dass das Niveau mit jedem Jahr steigt und das finde ich großartig.«

Foto zur Adidas Sickine WM 2011.
Thumbs up! Titelverteidiger Sam Sutton flog dieses Jahr glatt noch schneller Richtung Ziel.
Foto: Manuel Arnu

Schließlich richteten sich alle Augen auf seinen Landsmann, Vorjahressieger Sam Sutton. Würde er es schaffen, seinen Weltmeistertitel zu verteidigen? Oder hatte er sein Kontingent an perfekten Läufen bereits aufgebraucht. Der 23-jährige Ausnahmepaddler hatte bereits im Halbfinale einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Und auch in seinem Finallauf schoss der Neuseeländer wie ein Torpedo durch das Wasser und machte mehr als deutlich, dass er in einer anderen Liga paddelt, denn in jedem seiner Läufe fand er die ideale Linie im massiven Wildwasser. Mit einem neuen Streckenrekord von 55,84, fast zweieinhalb Sekunden schneller als der zweitplatzierte Mike Dawson, sicherte sich Kiwi Sam Sutton zum zweiten Mal in Folge die Goldmedaille und den adidas Sickline Weltmeistergürtel.

»Als Führender ins Finale einzuziehen und damit als Letzter zu starten, ist immer schwer, denn der Druck ist immens. In den letzten Jahren konnten die Jungs in der Pole Position eigentlich nie an ihre Leistungen im Halbfinale anknüpfen. Doch das habe ich versucht auszublenden und ich bin superzufrieden mit meinem Lauf. Man muss einfach versuchen beständig und flüssig dadurch zu kommen.“

Wie hoch die Leistungsdichte bei der diesjährigen Extreme Kayak World Championship tatsächlich war, zeigt ein Blick auf die Ergebnisliste: Die Zeiten von Platz 2 (58,0) bis Platz 8 (58,96) liegen innerhalb von nur einer Sekunde.


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