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Szene

Wasserschlacht: Münchner Freestyle Meisterschaft

10. Oktober 2012

Am Sonntag, den 7. Oktober 2012 wurde die vierte Münchner und gleichzeitig Bayrische Freestyle-Meisterschaft auf der Theo-Bock-Walze ausgetragen. Die Freestyler ließen sich durch Sturmböen und Starkregen nicht beeindrucken und sorgten für super Stimmung.

Und los geht's!
Foto: Mathhias Breuel

Wer im Vorjahr bei der dritten Münchner Freestyle-Meisterschaft dachte, dass es wettertechnisch eigentlich nicht mehr schlimmer kommen könnte, der hat sich getäuscht. Diesmal setzt der Dauerregen bereits vor dem Start ein, um pünktlich nach den Finalläufen wieder der Herbstsonne zu weichen. Als Höhepunkt gibt es pünktlich zur Brotzeit am Mittag einen echten Wolkenbruch samt kräftigen Sturmböen. Er ist sogar der Münchner Boulevardpresse einen Artikel wert und weht beinahe die Zelte in den Floßländkanal. Der guten Stimmung tut das Sauwetter zum Glück keinen Abbruch – Freestylepaddler sind schließlich nicht wasserscheu!

Moves auf der Theo-Bock-Walze?

Paddler sind ja zum Glück nicht wasserscheu...
Foto:Matthias Breuel

Wohl bedingt durch die gleichzeitig stattfindende Sickline WM im Ötztal mit großer Party am Samstagabend, hält sich die Zahl der Anmeldungen in diesem Jahr in überschaubaren Grenzen. Zur Ehrenrettung der Veranstalter sei aber angemerkt, dass es leider keine Terminalternativen gab, da die Floßgasse in München nur drei Wochen nach der Floßfahrtsaison für Paddler uneingeschränkt zur Verfügung steht. In dieser Zeit verwandeln die Münchner Kanuvereine durch Holzeinbauten den sonst träge dahinfließenden Kanal zumindest in leichtes Wildwasser samt zweier Walzen. Wie dem auch sei: Es finden sich immerhin fast 30 Freestyler an der Theo-Bock-Walze ein, um traditionell im Session-Format um die Wette zu rotieren.
Obwohl die Erwachsenenklassen eher dünn besetzt sind, gibt es für die Zuschauer bereits in den Vorläufen viele spektakuläre Moves zu bewundern. Bei den Junioren macht besonders Raphael Scheu aus Straubing mit hohen Airloops und komplexen Figuren auf sich aufmerksam und setzt sich gegen die starke Konkurrenz vom Team Baden durch. Dank der zahlreichen jungen Teilnehmer kann dieses Jahr eine eigene Schülerklasse gebildet werden, die sich in der - manchmal gar nicht so leicht zu beherrschenden -  Walze wacker schlägt. Um unnötige Erkältungen zu vermeiden, werden hier die Vorläufe gleich als Finale gewertet. Der Sieg bei den Jüngsten geht an Max Kolbinger aus Speyer vor Emma Schuck, die alle anderen Jungs erfolgreich auf die weiteren Plätze verweist.

Wer fängt die Ente bei dem Funrace??

Ob die Ente sich in eine Prinzessin verwandeln wird ist eher unwahrscheinlich.
Foto:Mathias Breuel

Kaum sind die Vorläufe über die Bühne, folgt mit dem Gaudirennen einer der Höhepunkte der Meisterschaft. Aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl fällt die Schlacht zwar dieses Jahr etwas zivilisierter aus, ist für Teilnehmer und Zuschauer aber trotzdem eine große Gaudi. Die erste Aufgabe besteht darin, nach dem traditionellen Le-Mans-Start samt unfreiwilliger Rutschpartie eine aufgehängte Badeente zu schnappen. Zwischendurch gibt es noch einen Sonderpreis zu erobern, der in bester Kindergeburtstagstradition über dem Floßländkanal hängt. Für den Zieleinlauf gelten dann die traditionellen Regeln: Die goldene Ananas für Platz eins, eine Dartscheibe für Platz zwei, ein Voodoo-Set für Platz drei und erst für Platz vier der Hauptpreis: ein Paddel gestiftet vom Kajakshop Wildmountain in München. Über die attraktiven Preise dürfen sich aber auch alle anderen Teilnehmer freuen, haben sich die Sponsoren doch nicht lumpen lassen und unter anderem Schuhe, wasserdichte Säcke, Mützen und T-Shirts zur Verfügung gestellt.
Zur Stärkung steht nach der Preisverleihung bereits der Leberkäse bereit, doch dann kommt der große Wolkenbruch und setzt endgültig alles unter Wasser. Unter einigen Regenschirmen beginnt trotzdem das große Mampfen, schließlich müssen sich die paddler vor dem Finale stärken. Dass dieses Jahr aufgrund der geringeren Teilnehmerzahlen auf zusätzliche Halbfinalläufe verzichtet wird, ist angesichts der Witterungsbedingungen und einiger Wiesnnachwirkungen vom Vortag eher gut als schlecht.

Finale bei der meisterschaft.
Foto:Matthias Breuel

Den Anfang im Finale machen die Junioren, bei denen sich Marvin Gauglitz vom Team Baden gegen Raphael Scheu vom Straubinger Kanuclub durchsetzen kann und sich den Bayerischen Meistertitel sichert. Bei den Juniorinnen siegt Julia Spaaij aus Tübingen vor Jana Groß aus Illingen und Julie Mammitzsch aus Finsterwalde. Im C 1 geht der Sieg fast konkurrenzlos an Sören Kohnert, der trotz allem Vollgas gibt und eine stattliche Punktezahl herausfährt.Die Damen- und Herrenwertung gehen beide an den TV Passau. Sandra Sebelin und Thomas Hinkel holen die Bayerischen Meistertitel in die Dreiflüssestadt. Die Plätze zwei bis vier bei den Herren verdienen sich die Münchner Lokalmatadoren Otto Armando, Janosch Plathner und Organisator Julian Mihé, der das Siegerpodest nur um 15 Punkte verpasst.

Münchner Freestyler aufgepasst!?

In den übrigen Klassen ist Münchner Beteiligung leider Fehlanzeige. Das ist umso bedauerlicher, da der Freestyle-Sport in München ohnehin einen schweren Stand hat. Die Surfer haben mittlerweile auch den letzten Paddlerspot in Besitz genommen und wieder einmal wird die weitere Nutzung durch Sportler insgesamt in Frage gestellt.  Daher zum Abschluss eine Bitte an die Münchner Freestyler: Informiert euch, bringt euch ein und zeigt zum Beispiel bei der Münchner Freestylemeisterschaft, dass München nicht nur Surferstadt ist, sondern dass es auch eine kleine aber feine Freestyleszene gibt!

Münchner Organisator Julian Mihé freut sich über den Einzug ins Finale.
Foto:Matthias Breuel

Bleibt das Fazit, das weitgehend dem Vorjahr gleicht: Trotz der widrigen Bedingungen gelang es den Organisatoren, die vierte Münchner Freestyle Meisterschaft ohne größere Abstriche über die Bühne zu bringen. Trotzdem hoffen die Organisatoren für die Jubiliäumsauflage natürlich wieder auf mehr Teilnehmer, insbesondere aus München und vielleicht auch mal wieder auf etwas besseres Wetter. Auf jeden Fall aber soll die Münchner Freestylemeisterschaft eine Veranstaltung auch für die Youngstars bleiben, die zum Glück auch in diesem Jahr zahlreich dabei waren und ihren Spaß hatten.
In diesem Sinne hoffen wir auf eine gute Zukunft der Münchner Freestyle Meisterschaft und bedanken uns bei allen Teilnehmern fürs Kommen. Besonderer Dank gilt den Sponsoren Wildmountain,  Teva, Paddle-People, Kober, Fluid sowie Numismed und den Helfern, allen voran Chef-Organisator Julian Mihé, den Backoffice-Managern Andreas Strüwing, Frederik Völkl, Daniel Bauer, Joschka Nowak und Johannes Nölscher sowie den Spezialeinsatzkräften Anett, Sina, Thimo, Uschi und Volker. Sorry an alle, die ich vergessen habe. Tausend Dank auch an Ingrid Schlott und Helmut Wolff, alle Judges und Schreiber und an die Landeshauptstadt München, die den Wettkampf ermöglicht hat.
Demnächst ist hier die komplette Ergebnisliste zu finden.


Text: Matthias Breuel


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