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Szene

VK Bayer Leverkusen e.V. 1922

24. Juli 2013

Der Leverkusener Kanuclub hat deutschlandweit das wohl schönste Bootshaus vorzuweisen. Dass die Leverkusener aber noch mehr können als prächtige Vereinsgebäude errichten, wurde bei einem Besuch in der Stadt zwischen Bayer-Kreuz und Rhein schnell klar.

Der VKL (Verein für Kanusport Bayer Leverkusen) ist weit über seine Grenzen bekannt. Hauptverantwortlich dafür sind die überaus aktive Jugend sowie die motivierten wie umtriebigen Übungs- und Fahrtenleitern, die man überall in Europa beim Paddeln trifft. Doch auch die lange Vereinsgeschichte und die zahlreichen Erfolge im Kanuwettkampf haben ihren Teil dazu beigetragen. Und dann wäre da noch der Trumpf des vielleicht schönsten Bootshauses der Republik.


Gegründet 1922 als Kanuclub Wiesdorf, legte man den Fokus zunächst auf den Wettkampf­sport. In den folgenden Jahrzehnten heimste man zahlreiche Titel bei Europa- und Landesmeisterschaften ein. Sogar einen Vize-Weltmeister haben die Leverkusener zu verbuchen – und das in den 60er Jahren, als Rennsport noch eine ganz andere Hausnummer war. »Gefightet wurde ohne Schwimmweste und Helm, dafür stilecht mit Rippenunterhemd, Holzpaddel und im Faltboot«, erinnert sich Horst Pfennig, der bereits seit über 50 Jahren Mitglied im VKL ist.

Aber es war nicht immer alles rosig in Leverkusen. Kurz nach der Gründung teilte sich der Kanuclub aufgrund von Meinungsverschiedenheiten in zwei Vereine auf. Die damals erbaute­n Bootshäuser lagen direkt nebeneinander, nur wenige Meter vom Standort des jetzige­n Bootshaus entfernt. 1937 vereinigten sich die beiden Vereine dann wieder und der heutige Clubname entstand. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war erst einmal Schicht im Schacht. Der Kanusport in Lever­kusen fiel dem Schießen an der Front zum Opfer. Doch nach dem Krieg fasste man schnell wieder Fuß. Neue Vereinsmitglieder wurden gewonnen und bald wurde der Platz im Bootshaus knapp.


So kam es, dass sich die Firma Bayer ins Spiel brachte. Sie ermöglichte den Paddlern das Unter­stellen der Kanus in einem Schuppen auf dem Firmengelände. Als Dank fügte man den Firmennamen dem Vereinsnamen hinzu und auch das Wappen bekam den Bayer-Löwen verpasst. Knapp 90 Prozent der Vereinsmitglieder arbeiteten damals bei Bayer – somit war die Näh­e zum Konzern auch schon vorhanden, bevo­r der Verein durch seinen Namenszusatz unweigerlich mit dem Chemiekonzern in Verbindun­g gebracht wurde.

Baut auf, baut auf!
1990 bekamen die Leverkusener aber vorerst ein­e schlechte Nachricht überbracht – ihr derzeitiges Vereinsheim sollte aufgrund der Kontaminierungen im Boden und der anstehenden Landesgartenschau abgerissen werden – genau wie alle anderen Gebäude, die auf dem Gelände der alten Bayer-Halde standen. Acht Jahre späte­r war es dann schließlich so weit. Das Lever­kusener Rheinufer wurde kernsaniert und die Paddler in Behelfscontainer umgesiedelt.


Im Rahmen dieser Umgestaltung des Rhein­ufers wurden auch erste Pläne zur Erbauung des neuen Bootshauses bekannt. Ein Architektur-Wettbewerb wurde ausgeschrieben und das Budget für das neue Bootshaus auf eine Million Euro angesetzt. Im Jahre 2001 wurde schließlich der Grundstein für die neue Wirkungs­stätte gelegt, in die die Paddler 2002 einziehen konnte­n. Das tatsächliche Budget von letztlich 1,8 Millionen Euro wurde dann von der Stadt und dem Bayer-Konzern aufgebracht.

Unmengen von Booten und ein großzügiger Sanitär­trakt finden nun im Bauch des futuristisch wirkenden Gebäudes aus Glas, Stahl und Sichtbeton Platz. Auch die Verkehrsanbindung ist perfekt: Die Ausfahrten zu den Autobahnen A1 und A59 sind nur wenige 100 Meter entfernt und Parkplätze sind zur Genüge vorhanden. Die Jugend freut sich derweil auf einen Partyraum im Obergeschoss, ruhigere Semester über die grandiose Aussicht auf den Rhein und den allabendlichen Sonnenuntergang. Und braucht ein Vereinsmitglied mal Platz und Stil für eine private Feierlichkeit, so kann es das Bootshaus auch tageweise mieten. Gäbe es einen Preis für Deutschlands schönstes Bootshaus, die Paddler aus Leverkusen wären vom Treppchen kaum wegzubekommen.


Doch auch die fünf Jahre im Container hatten ihr Gutes. Die wenig komfortablen Räum­lichkeiten und die viele ehrenamtliche Arbeit am Neubau sorgten für eine Art natürliche Selek­tio­­­­­n unter den Mitgliedern. Deren Zahl schrumpfte um knapp die Hälfte, von fast 200 auf gerade mal 100 Mitgliede­r. »Und dieser Schwund hatte nicht nur schlechte Seiten«, so Daniel Pfennig, heute Bootshauswart in Leverkuse­n. »Denn nur die­jenige­n blieben dem Verei­n treu, die auch wirklic­h des Paddeln­s wege­n dabei waren.« Die klassischen Thekenbesetzer suchten sich eine andere Wirkungs­stätte. So erlebte der Verei­n eine Modern­isierung und Verjüngung, die bis heut­e zu spüren ist.

War früher alles besser? Die Frauenquote jedenfalls nicht ...

Der Club wächst und gedeiht
Ungefähr 270 Mitglieder hat der VKL heute. Ein Großteil der Aktiven besteht aus Kinder­n und Jugendlichen. Das liegt zum Teil sicherlich am tollen Bootshaus, ist aber auch dem reichhaltigen Programm des Vereins sowie der engen Zusammenarbeit mit den Schulen rund um Leverkusen zu verdanken. »Spätestens wenn die Jugendlichen und ihre Eltern bei einer unserer Ausfahrten nach Slowenien oder Kor­sika dabei waren, sind sie mit dem Paddelvirus infiziert«, so Jugendwart David Seehausen.


Doch nicht nur auf den Fahrten in der Ferne, auch vor Ort hat man einiges zu bieten. Fast jede­n Tag ist am Bootshaus die Luzie los. Ob man sich für das Wildwasser-Training auf Wuppe­r oder Erft trifft oder zum Kanupolo-Training – wenn man am späten Nachmittag an der Rheinpromenade spazieren geht und am Bootshaus vorbeikommt, trifft man eigentlich immer aktiv­e Paddler. Und diese »Laufkundschaft« ist es auch, die häufig an den Schnupper­­­­kursen des Vereins teilnimmt.


Mittlerweile hat der VKL neben einer überdurchschnittlich modernen Ausrüstung für seine Mitglieder sogar ein eigenes Polo-Spielfeld am benachbarten Fühlinger See. Hier trainiert die Mannschaft für Turniere in ganz Deutschland. Somit hat sich die Anschaffung der ersten Poloboote vor vielen, vielen Jahren wohl ausgezahlt. Diese kosteten den Verein nämlich knapp zehn Euro das Stück, inklusive Spritzdecke. Einige dieser Trümmer schwimmen noch heute.

Bei Anruf Auskunft
Ein Verein mit den Ausmaßen des VKL möchte gut organisiert sein. Daher verfügt das Bootshaus über ein komplett eingerichtetes Büro mit mehreren Computerarbeitsplätzen, das mindestens montags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr telefonisch erreichbar. An einem sonnige­n Tag im Frühjahr glühen dann die Leitunge­n der Telefone: Infos rund um den Verein, aber auch zum Paddelsport an sich werden hier von Familienvätern, Firmenchefs, »die mal mit ihrer Mannschaft auf den Rhein« möchten, oder Schulen abgefragt.


Modern wie das Bootshaus ist auch die Homepag­e des VKL. Sie kündet vom gesamten Angebot, stellt die Verantwortlichen hinter den Kulissen vor, informiert tagesaktuell über laufend­e wie kommende Ausfahrten und unterhäl­t mit humoriger Nachberichterstattung. Wer will, kann sogar seine eigenen E-Mails mit @kanu­club-leverkusen.de als Domain verschicken. Das fördert die Identifikation mit dem Verein und signalisiert anderen auch ohne Betref­f: Hoppla, hier kommt eine Paddlermail.


Nein, der VKL ist kein Verein, in dem sich die Mitglieder zum Biertrinken treffen und von früher schwärmen. Vielmehr hat es die junge Mannschaft des VKL verstanden, Schüler, Jugend­liche und Familien an den Kanusport heran­zuführen und diese mit dem unheilbaren Paddelvirus auf lange Zeit zu infizieren.

Nichts für Memmen – Wettkampf ohne Helm, Schwimmweste und Wärmeschutz anno 1960.

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