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Test & Technik

5 Seekajaks für Wind und Welle im Test

5 Seekajaks für Wind und Welle im Test

Kennen Sie schon den doppelknickspantigen Zwerggrönländer? Den vierlukigen Schmalflachbödler? Oder den druckgeblasenen Küstencarver? Nein? KANU stellt Ihnen die neuen Spezies vor.

Seekajaks im Kanutest.
Neues aus der heidnischen Seefahrt...
Foto: Michael Neumann

Der Artenreichtum bei Seekajaks ist heute ebenso groß wie bei Wildwasserbooten. Mit immer feineren Nuancen bei Form, Größ­e, Ausstattung und Material besetzen sie kleinste Nischen oder toppen ihre Vorgängermodelle.


Eine­r der wichtigsten Aspekte bei der Wahl eines Bootes ist dessen Gewicht – und damit das Materia­l: Polyethylen ist zwar preiswert und super­robust, aber schwer, während laminierte Fiberglas- und Kevlar/Carbon-Boote angenehm leicht, jedoch wenige­r schlagfest und obendrein teurer sind. Wer auch solo unterwegs sein will, muss sich über­legen, was ihm lieber ist: zugunsten eines problemlosen Handlings an Land bei Start und Landung auf ein leichtes aber empfindliches Laminatboot etwas Rücksicht zu nehmen? Oder mit einem schweren PE-Boot sorglos und mit Anlauf auf jeden Steinstrand donnern zu können, beim Tragen und Verladen aufs Autodach aber stets Gefahr laufen, sich das Kreuz zu verrenken? Nur eine Probeverladung vor dem Kanuladen schafft hier Klarheit. Es reicht nicht, das Boot nur vom Teppichboden anzu­lupfen; Sie sollten es kontrolliert über Kopfhöhe stemmen können. Bei der Wahl des richtigen Materials spielt aber auch die Art des Reviers eine Rolle: Wer nur mit Feinsand, Wiesenufern und runden Kieseln zu tun hat, braucht um sein kostbares Kevlarboot kaum zu fürchten. Wer jedoch beispielsweise die kroatische Küs­te mit ihren vom Salz zerfressenen, messerscharfen Kalkfelsen als Paddelrevier ansteuert, kommt an einem Boot aus PE nicht vorbei, will er nicht schon bei der Landung am ersten Etappenziel Schiffbruch erleiden.

Big ist nicht immer beautiful

Seekajaks im Kanutest.
Von Ententeich bis steife Briese: die vier Gewässer boten ideale Tetsbedingungen.
Foto: Michael Neumann

 

Bei der Frage »Wie groß muss mein Kajak sein?« ist der Vergleich mit einem Schuh nicht ganz ab­wegig. Ist er zu groß, gibt er keinen Halt; ist er zu eng, drückt er. Ähnliche Zustände herrschen in manchen Kajak-Cockpits, die nicht zur Statur der Insassen passen. Mangelnder Bootskontakt in zu weite­n Cockpits schränkt die Bootskontrolle ein. Im Extrem­fall sitzt man nach einem Rollversuch quer drin. Bei zu engen Sitzen treten Beschwerden auf wie zum Beispiel eingeschlafene Füße und Gelenkschmerzen durch verdrehte Beine.Vernünftig paddeln kann nur, wer kompakt und trotzdem entspannt im Boot sitzt. Aus Angst, mit dem Stauraum fürs Gepäck nicht auszukommen, wählen viele Neueinsteiger im Wasserwander­business ihr Boot zu groß. Man bedenke, dass mit jedem Liter mehr Volumen Einbußen im Leichtlauf hingenommen werden müssen. Denn je größer der Innenraum ist, desto stumpfer und strömungs­ungünstiger wird leider die Außenform. Die ideale Ausrüstung für Gepäckfahrten ist die gleiche, die auch ein Bergwanderer im Rucksack trägt: Daunenschlafsack, Biwakzelt mit Alu­gestänge statt Familiendom in Stehhöhe, kleiner Primuskocher statt Zweiflammenherd, keine Klapp­möbe­l, Kühltaschen und ähnlicher Plunder. Nur wer paral­lel zum Bootskauf auch bereit ist, seine Ausrüstun­g gewichts- und volumenmäßig zu optimiere­n, kommt in den Genuss, trotz kompletter Ausrüstung in einem schlanken, leicht laufenden Boot unterwegs sein zu können. Wir denken hier wohlgemerkt nicht an Rekordzeiten oder möglichst hohe Endgeschwindigkeiten, sondern an kraft­sparendes Ausdauerpaddeln bei normalem Wander­tempo.

Von Luvgierigkeit & Gewichtstrimm

Auch heute müssen wir den geneigten Leser wieder mit etwas Theorie belästigen – aber nur zum Wohle der Gemeinde: Ein häufiges Ärgernis im Leben viele­r Wander-und Seekajakfahrer ist die Luvgierigkeit ihres Bootes bei Seitenwind.

Seekajaks im Kanutest.
Kurs Zugspitze - die Sprintwertung wurde auf dem Eibsee ausgefahren.
Foto: Michael Neumann

Darunter versteht man die Unart eines Kajaks, ständig in die Richtung drehen zu wollen, aus der der Wind kommt. Die wenigsten Paddler machen sich Gedanken über die Ursachen dieser Plage, sondern kämpfen nur zähneknirschend mittels einseitiger Paddelschläge oder maßlosem Steuereinsatz dagegen an und vergeuden dabei ein­e Menge Energie. Das muss nicht sein! Denn dieses Phänomen ist weder schicksalsgegeben, noch ist der Wind daran schuld, sondern immer das Boot in seine­r Grundkonstruktion oder dessen falsche Trimmung. Aber der Reihe nach ...

 

Luvgierig ist ein Kajak dann, wenn der Seitenwind schwerpunktmäßig hinter der Bootsmitte angreift und so das Heck stärker zur Seite drückt als das Vorschiff. Um diesen Wind-Druckpunkt nach vorne zu verschieben, muss entweder das Heck stärker beladen werden, damit es tiefer eintaucht und dem Wind weniger Fläche bietet, oder von vorneherein flacher gebaut sein, was jedoch auf Kos­ten des Gepäckraums geht. Hecklastige Be­ladung mit Hilfe der schweren Teile des Gepäcks (Trinkwasser, Konserven, Inkagold aus gesunkenen spanischen Galeonen…) lassen zwar das Heck tiefe­r eintauchen, sind aber mit »uncoolen« Neben­wirkungen verbunden wie ruppigem Wellenverhalten durch zu weit vom Drehpunkt entfernter träge­r Masse. Das beste Mittel für einen korrekten Gewichtstrimm des Systems Fahrer/Boot ist das eigen­e Körpergewicht. Eine Verlagerung desselben um nur wenige Zentimeter nach hinten wirkt Wunder! Wer also mit seinem Boot ständig Probleme mit »weathercocking« (Luvgierigkeit) hat, sollte als Erstes versuchen, seinen Sitz weiter nach hinten zu verlegen (sofern technisch machbar), bevor er mit künstlichem Ballast herumlaboriert ;-)

 

In diesem Zusammenhang sei auch auf den dubiosen Charakter der sogenannten Hochklapp­steueranlagen hingewiesen, deren Steuerblätter im aufgeholten Zustand wie kleine Besansegel zusätzlich Wind einfangen und auch im eingetauchten Zustand ein Phänomen bekämpfen, das sie selbst mitverursachen: Die Blätter tauchen nie ganz ein, wodurch der untere gegen den oberen Teil arbeitet, der nach wie vor im Wind hängt. Bei Seitenwinden bis etwa Stärke 3 ist es oft schon damit getan, diese Windfänger einfach abzubauen, um der Luvgierigkeit Herr zu werden. Ausprobieren! Zur Kompensation von Seitenwindempfindlichkeit oder auch nur zur Stabilisierung des Geradeauslaufs bei Windstille setzen sich Skegs (stufenlos verstellbare Flossen) immer mehr durch. Wer als traditioneller Steuerfahrer diesem Prinzip nicht recht traut, aber trotzdem neugierig ist, muss sich nicht festlegen: Perceptions Essence und der P+H Scorpio lassen die Wahl offen. Beide Modelle besitzen serienmäßig ein Skeg und können optional zusätzlich mit Steuer nachgerüstet werden.

Die Einzeltestberichte im Überblick

Seekajaks im Kanutest.

Current Designs Suka

Der Suka nimmt marktweit eine Sonderstellung ein. Er ist das ...
Seekajaks im Kanutest.

Perception Essence 16

Beim Essence fällt sofort der deutlich hinter der Bootsmitte ...
Seekajaks im Kanutest.

Prijon Marlin

Im Gegensatz zu allen anderen Prijon-Tourern fällt der Marlin ...
Seekajaks im Kanutest.

P & H Scorpio 168 LV

P & H setzt auf mehrlagiges PE in Schichtbauweise. Das sogenannte ...
Seekajaks im Kanutest.

Wilderness Systems Zephyr 160

Der Zephyr ist die sportliche Version des beliebten Tempest: etwas ...

Zusätzliche Informationen und Links

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