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Test & Technik

Kinder an die Paddel

Die neue deutsche Familienpolitik macht auch vorm Kanu­sport nicht Halt. Immer mehr Hersteller drängen mit kindgerechtem Material auf den Markt und sorgen dafür, dass der Einstieg des Nachwuchs ins Hobby der Eltern nicht gleich im Ausstieg gipfelt. Eine KANU-Anlageberatung fürs Elterngeld.

Kinderkajaks im Test
Die WW-Kids Felix, Franzi und Josi führten die Kajaks »artgerecht« aus. |Foto: Peter Lintner

Aller Anfang ist schwer, auch beim Kajakfahren. Der dy­na­misch­e und komplexe Wasser­sport erfordert einige Lehrjahre, will man höchste Weihen erlangen. Umso wichtiger ist es, gerad­e Kindern den Einstieg so leicht wie möglich zu gestalten, da sie sich von Misserfolgen und körperlicher Überlastung schnell einschüchtern lassen und den Spaß am Paddeln verlieren, bevor er überhaupt richtig begonnen hat.

 

Die landläufige Meinung, einem Kind reiche ein kleines Erwachsenenkajak völlig aus, weil es in wenigen Jahren sowieso groß genu­g ist, kann für das Kind ein großes Hemmnis in der Entwicklung sein. So bringt es für das schwere, große Boot einfach nicht die nötige Kraft und Hebel­wirkungen auf. Einem Kind ein kleines Rodeokajak zum Lernen zu geben, ist ebenfalls nur eine kleine Hilfe. Die kurzen, modernen Stummel sind zwar leichter, wendiger und weniger kraft­raubend zu manövrieren, dafür sind sie in der Regel für Kinder viel zu breit und hoch. Sie tun sich mit dem richtigen Aufkanten schwer, bekommen kein Gefühl fürs Kehr­wasserfahren und an den hohen Decks und Süllrändern schlagen sie sich die Finge­r an oder reichen mit dem Paddel nur unzulänglich bis ans Wasser.

Einer statt Zweier

Kinderkajaks im Test
Für Kinder gibt es mittlerweile ein breites Angebot an Kajaks. |Foto: Peter Lintner

 

Manche Eltern schwören auf Topo­­duos. Mit gutem Grund: Man kann den Sprössling weitgehend be­denken­los durch spritziges Wildwasser bugsieren, hat ihn immer im Blick und der Spaßfaktor ist beachtlich. Die Sache hat jedoch mehrere Hake­n. Zum einen ist das Cockpit des beliebten Wildwasserzweiers für Erwachs­ene dimensioniert, also haben die kleinen Passagiere nur wenig Bootskontakt und sitzen viel zu tief im Kajak. Zum anderen ist der Lernerfolg bescheiden. Die Paddel-Bambinos lernen zwar, was Kanten ist, üben Paddelschläge und gewinnen an Erfahrung, weil sie die Sicht eines Kajakfahrers kennenlernen und im bes­ten Fall die Paddeltaktik des Kapitäns durchschauen oder (noch besser) erklärt bekommen. Zum selbstständigen Paddeln trägt diese Methode aber nicht bei. Da hilft nur eines: ein echtes Kinder­kajak. Und zwar eines, das den Bedürfnissen und Fertigkeiten der Kajak­knirpse entspricht.

Klein & fein - worauf es ankommt

 

Die entscheidenden Faktoren bei Kinderkajaks sind Gewicht, Breite und Höhe eines Kajaks. Nur ein leichtes Kajak, das die Kinder selbst tragen können, gibt ihnen das Gefühl vollwertiger Teil der Gruppe zu sein. Darüber hinau­s lassen sich leichte Kajaks natürli­ch mühe­loser bewegen. Beschleunigen, Drehen, Tragen, alles geht einfacher. Kinderkajaks müssen schmal sein, damit sie von den Leichtgewichten mühelos aufge­kantet werden können. Nur wenn ein Kind das Kajak richtig aufkanten kann, wird es die Grundzüge des Paddelns richtig erlernen und verstehen. Neben der Bootsform fürs Kanten essen­ziell: eine angemessen schmale Sitzan­lage. Die Länge des Kajaks ist dagegen zweitrangig und richtet sich vor allem nach dem Einsatzzweck (Wanderpaddeln oder Wildwasser?).

Vom Spielzeug zum Sportgerät

 

Auf Geradeauslauf, Kippstabilität, Seitenwasserempfindlichkeit braucht man nicht unbedingt Wert legen. Niemand lernt so schnell und intuiti­v wie ein Kind. Setzt man ein Kind in ein idiotensicheres Kajak, wird es vielleicht nicht kentern, aber man raubt dem Kind jede Chance, das Kajakfahren richtig zu lernen. Ganz zu Beginn der Kanukarriere ist das Kajak ohnehin noch gar kein Sportgerät. Im Idealfall gewöhnt sich ein Kleinkind bereits an Land ans Kajak, benützt es als Spielgerät und Wipp­e. Die Wassergewöhnung findet behutsam statt: Das Kajak wird als Badeinsel verwendet, mit den Händen gepaddelt und das Ein- und Aussteigen wird geübt, um die Angst vor dem Kentern zu nehmen. Erst wenn das Kind Vertrauen zum Kajak gefunden hat, wird es langsam (aber sicher) zum Sportgerät und Weltentdeckergefährt.

Der Notausstieg ist ein sensibles Thema bei Kindern, auf ihn sollten die Eltern besonders viel Augenmerk richten. Verwendet man leichtfertig das falsche Material, sind Angst und Trauma vorprogrammiert. Daher ist es besonders wichtig, ein Kajak mit sicherem Notausstieg zu wählen und diesen oft genug zu üben. Entscheidend ist hierbei auch die Spritzdecke, sofern man sie überhaupt verwendet. Sie sollte jederzeit und in jeder Lage vom Kind selbst zu lösen sein.

Kajaks, die mitwachsen

Kinderkajaks im Test
Im Mini-Freestyler können Kids gefahrlos auf Flachwasser üben. |Foto: Manuel Arnu

 

Bei Kinderkajaks reicht das Angebot von Freestylekajaks über WW-Kajaks, Allround-Kajaks und Touringkajaks bis hin zu eleganten Seekajaks. Die Preise rangieren von etwas unter 400 Euro (z. B. Robson Supersonic) bis 1795 Euro (Lettmann Eski 475 LCS). Wer Bedenken hat, seinem Sprößling jedes Jahr ein neues Kajak kaufen zu müssen, kann auch taktisch geschickt ein solches wählen, das quasi »mitwächst«. So sind zum Beispiel die kleinen Freestylekajaks (z. B. Wave Sport Fuse 35, Jackson Kajak Fun oder Robson Super­sonic) in jungen Jahren ein wohl dimensionierter Riverrunner, und wenn die Kinder zu Jugendlichen heranwachsen, werden die Kajaks zu reinrassigen Freestylern. Zudem steht dem Anschaffungspreis auch ein entsprechender Wiederverkaufswert entgegen, denn Kinderkajaks sind auf dem Gebrauchtbootmarkt heiß begehrt.

 

Einen Sonderstatus unter den Herstellern nimmt die Firma Jackson Kayak ein, die drei ganz exakt abgestimmte Freestylekajaks für Kinder und auch einen Creeker (Punk Rocker) im Sortiment hat. Der Jackson Kayak Fun 1 als kleinstes Modell eignet sich bereits für Kinder ab 25 kg. Die Liebe zu Kinderkajaks rührt daher, dass Firmengründer Eric »EJ« Jackson (selbst noch ein großes Kind), zwei besonders talentierte Kinder hat und für sie passende Kajaks baute. Die Familie Jackson mit EJ, Emily und Dane kassierte bei der letzten Freestyle-WM zweimal Gold und einmal Bronze.

Zubehör für Kinder

Kinderkajaks im Test
In drei Größen zu haben: die Prijon Junior.
Kinderkajaks im Test
Neopren-Longjohn von Artistic mit Schultereinstieg.

 

Ohnmacht­sichere Schwimmwesten für die Kleinsten führt Grabner mit der Holiday Mini (bis 20 kg), Midi (20 bis 30 kg) und Maxi (30 bis 40 kg) für 59 €. Ganz neu von Prijon: die Kinderschwimm­weste Junior in drei Größen am 20 kg für 36 €. Bei NRS gibt es die schicke Vista Youth für Kinder zwischen 25 und 45 kg für 69,95 € und Artistic hat seine River Tourer in XXS für 64,90 € im Programm. Helme für Kinder sind echte Mangelware, aber endlich gibt es mit dem Protec Ace Water Junior für 44,95 € auch einen Helm für kleine Köpfe.

 

 

Bei der Neoprenbekleidung verfolgen Langer und Artistic ein ähnliches Konzept. Dank Schultereinstieg und breitem Klettverschluss wächst der Anzug mit. Den Langer Kids Jump gibt es ab Größe 116 für 74,95 €, den Artistic Junior Long John ab Größe 146 für 69,90 €. Die NRS Kid’s Rio Top ist eine günstige Kinderpaddeljacke für 49,90 €, aber auch die Artistic Golo in XXS (79,90 €) eignet sich bes­tens für Kinder. Prijon fertigt seit neuestem eine atmungsaktive Paddeljacke aus 3-Lagen-Material namens Junior für 69 €. Die Nylonspritzdecke Palm Classic Adjustable können auch Kinder mühelos auf den Süllrand ziehen, sie passt dank verstellbarem Gummi selbst auf kleine Süllränder

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