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Touren

Altrhein: Eine verwunschene Welt

 Deutschland, Baden-Württemberg

Nur wenige verschlungene Rheinarme blieben nach der Rheinberadigung erhalten. Sie sind ökologische Kostbarkeiten – und wunderbare Kanureviere. Wer durch die grüne Wildnis paddelt, gewinnt eine Vorstellung davon, wie der Rhein damals, vor 200 Jahren, aussah...

Tour 1 Taubergießen

Taubergießen ist der bekannteste Rheinarm, zu Recht.
Foto: Falk Bruder

Rheinhausen-Wittenweier 16km, 2 x umtragen
Der Altrhein-Klassiker, sehr zu empfehlen. Nach dem Einstieg geht's auf klarem Wasser flott dahin. Drei Durchstiche durch Dämme bieten spritzige Einlagen (etwas irritierend die Schilder, die vor Lebensgefahr warnen). Vom nahen Europapark Rust ist nichts zu hören, still gleitet man durchs Naturschutzgebiet. Paddeln ist hier erlaubt, manchmal sind auch Touristenkähne unterwegs. Auf halber Strecke muss man aussteigen, einmal kurz und nochmal steil über den Rheindamm umtragen, dann in einen Zufluss der blinden Elz wieder einsetzen (nicht ganz leicht, spritzige Folgestrecke). Sobald man auf die Elz hinausschießt, wird es viel ruhiger, streckenweise sogar seeartig. Die Ausstiegsstelle am Vereinsheim der Marinekameraden beim Umsetzen einprägen, schnell ist man an dem  unscheinbaren Dammdurchstich vorbeigerauscht. Mit etwas Glück gibt's hier auch Kaffee & Kuchen.
Einstieg: In Rheinhausen beim Rathaus Richtung Rhein abbiegen bis zum Wanderparkplatz, hier parken. Die 500 m zum Einstieg nur zum Boots-Abladen befahren.
Ausstieg: In Schwanau-Wittenweier am Ortsende rechts. Nach 100 m rechts Parkplätze. 300 m weiter das Vereinsheim. Dort begrenzter Platz, nur zum Aufladen vorfahren.

Tour 2 Taubergiessen-Runde

Frühling in den Altrheinarmen.
Foto: Falk Bruder

Rundtour von Wittenweier aus, 30 km, 6 x umtragen
Anspruchsvolle, lange Version von Tour 1. Vorteil: Man muss kein Auto umsetzen. Nachteil: Es geht viele Kilometer stromauf. Nach dem Ein­setzen den Altrhein abwärts bis zum nächsten Wehr. Hier links aussteigen und über den Rheindamm tragen. Bei km 264,8 in den Rhein einsetzen,  gegen die Strömung nach Süden arbeiten. Etwa 1 km oberhalb der Fähre bei Rhinau teilt sich der Fluss, links halten, weg vom Schifffahrtskanal. Weiter den orografisch rechten Rhein­arm hinauf. Zwei Wehre umtragen. Bei km 253,5 zweigt der Leopoldskanal ab, diesen stromauf paddeln, 2 km bis zum Wehr. Dort aussetzen, über den Hochwasserdamm tragen – man befindet sich am Einstieg von Tour 1, der üblichen Taubergießenfahrt. Die ist nun nur mehr reiner Genuss.
Einstieg/Ausstieg: Ausstieg von Tour 1 in Schwanau-Wittenweier

Tour 3 Krummer Rhein & Ill

Von der Wildnis in die City: Paddeln quer durch Strasbourg.
Foto: Falk Bruder

Plobsheim-Strasbourg-La Wantzenau, zwei Tage, 27 und 21 km, 5 x umtragen
Der Krumme Rhein (Rhin Tortu) bekommt Wasser von der Rheinstaustufe Plobsheim. Zunächst geht es flott durch offene Wiesen und Auwald. Das verfallene Wehr nach 1,5 km ist glatt zu befahren. Die hindernisfreie Fahrt ist auch landschaftlich ansprechend. Dann künden Straßenbrücken von der Nähe zur Elsassmetropole Stras­bourg. Aber noch sind Ortskern und betonierte Kanäle weit. Zunächst wird ein Wehr umtragen (links, auch guter Pausenplatz). Einsetzen auf einem engen Kanal, kurz darauf von rechts Überschusswasser aus einer Mühle – Vorsicht! Es wird urbaner, der Krumme Rhein windet sich durch Strasbourgs Hintergärten, Idylle pur! Nach Stadion und Straßenbrücke zwingt ein Wehr mit defekter Schleusenanlage zum Boote schleppen. Kurz vor der großen Flusskreuzung (Rhin Tortu, Rhein-Rhone-Kanal, Ill) eine Slalomstrecke. An der Kreuzung viele Optionen: Links Ill aufwärts zum Campingplatz (hier lang, wenn man die Zwei-Tages-Tour fährt), rechts zur Spitalschleuse (Parkplatz Krankenhaus, alternativer Ausstieg), geradeaus in die Stadt.
Geradeaus paddeln wir am nächsten Morgen. Erst der Ill nach, wo die Barrage Vauban im Weg steht, ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Sind die Gitter oben, kann man drunter durch. Danach wieder drei Optionen, nur eine ist richtig: die goldene Mitte. Vor der Drehbrücke rechtsufrig aussteigen und das folgende Wehr umtragen (lustig, wenn man sich mit den Booten durch die Touristen schlängelt). Auf der Folgestrecke immer wieder Münster-Blicke, bis man nach einer Eisenbrücke das Stadtzentrum verlässt. Nächster Halt Europaparlament, dann die nächste Wasserkreuzung (wieder mittig, das folgende Stangenwehr rechts umtragen). Noch ein Wehr (links umtragen) und man paddelt durch die nördlichen Vororte nach La Wantzenau (Ausstieg).
Einstieg: In Plobsheim zur Mairie (Rathaus) in Ortsmitte, dahinter Parkplatz und Einstiegsstelle rechtsufrig.
Ausstieg: In La Wantzenau hinter der Brücke rechts abbiegen, Parkplatz suchen. Ausstieg irgendwo links unterhalb der Brücke. Alternativ bis Gambsheim weiterpaddeln (weitere 6 km, Ausstieg rechts unter der Staßenbrücke Rheinau-Gambsheim).
Übernachten: Campingplatz (Infokasten) nicht per Boot erreichbar. Bes­ter Ausstieg: Parkplatz linksufrig zwischen Str

Tour 4 Moder

Auf der Moder sind Klettereinlagen an der Tagesordnung.
Foto: Falk Bruder

Drusenheim-Neuhaeusel, 19 km
Ruhig strömender und unverbauter Fluss abseits von Straßen und Orten.  Er führt durch naturbelassenen Auwald zum Rhein. Bei NW kann die Moder verkrautet sein (evtl. Treidelstrecken). Manchmal fordern Baumhindernisse akrobatische Einlagen.
Einstieg: 100 m stromab der Moderbrücke in Drusenheim orografisch rechts Parkplatz mit Einstiegsstelle.
Ausstieg: In Neuhaeusel den Schildern »Le Rhin« folgen bis zum Rheindamm. Dort rechts zur Moderbrücke (Rhein-km 332). Das Durchfahrtsverbotsschild wird meist missachtet. Achtung: Autoknacker. Parken daher besser im Ort (2 km zu Fuß).

Tour 5 Plittersdorfer Altwasser

Das Plittersdorfer Altwasser darf man nur auf einer markierten Route befahren.
Foto: Falk Bruder

Bei Raststatt-Plittersdorf, bis zu 15 km, bis zu 6 x umtragen
Abgesehen von diesem Rheinarm ist Paddeln im NSG Rastatter Rheinaue verboten. Die markierte Route des Plitterdorfer Altwassers erkundet man daher als Hin- und Rücktour. Mindestpegel: KA-Maxau 4,80 m, besser mehr. Von der Straßenbrücke Plittersdorf aus gesehen fährt man nördlich in weitem Bogen zum Rhein. An der Mündung geht rechts ein kleiner Arm zurück in den Auwald und zum Fahrdamm beim Wanderheim (siehe alternativer Einstieg). Diesen überheben, dann kann man weiterpaddeln. Beim Kieswerk weitere Umtragestelle in einen Baggersee. Man kann noch etwas weiter auf dem Gänsrhein bis an den Murgdamm paddeln (dann weitere Umtragestelle). Südlich hält man sich von der Brücke aus zunächst rechts und ein kurzes Stück parallel zur Straße. Der Altrhein wird immer enger und verzweigter (nicht leicht, sich hier mittels Karte auf den erlaubten Wasserflächen zu orientieren). Wird die Strömung schließlich zu stark, kehrt man um und paddelt zurück.
Einstieg/Ausstieg: an der Brücke über das Altwasser (in Richtung Fähre), keine Parkmöglichkeiten (dafür am Rheinübergang großer Parkplatz, ca. 2 km). Oder: Wanderheim der Naturfreunde. An der Brücke rechts auf den Rheindamm (Durchfahrt verboten, Anlieger frei, Kanuten werden noch geduldet), diesem bis zum Wanderheim folgen. Links halten!

Tour 6 Michelsbach

Naturschutz wird in den Altrheinarmen groß geschrieben.
Foto: Falk Bruder

Leimersheim – Sondernheim, 13 km, evtl. 1 x umtragen
zwischen dem Leimersheimer und dem Sondernheimer Altrhein. Schilfgesäumt und einsam fließt er zwischen Wiesen und Auwald (häufig Baumhindernisse). Nach zunächst freier Fahrt erreicht man das Schleusenhaus bei Sondernheim: Mit Glück ist das Schütz oben und fahrbar; mit Pech muss man links umtragen; mit viel Pech sich vor dem Schütz durch einen Moderteppich aus Wasserpflanzen, Müll und Zweigen schaufeln. Das Schleusenhäuschen lädt zur Einkehr: am Wochenende mit Pfälzer Spezialitäten (Leberknödel, Saumagen etc.).
Einstieg: Parkplatz Sportgelände Leimersheim (hier guter Grieche).
Ausstieg: In Sondernheim durch den Ort in Richtung Rhein fahren. Nach ca. 1 km rechts zum Schleusenhaus (alternativer Ausstieg) oder gerade zum Parkplatz an der Mündung

Tour 7 Russheimer Runde

Umtrageaktionen auf Trampelpfaden sind Teil fast jeder Altrheintour.
Foto: Falk Bruder

Rundtour, 11 km, 1 x umtragen
Das NSG Elisabethenwörth bildet die Innenkurve des Rußheimer Altrheins. Am Steg bei den Paddelfreunden Huttenheim hängt eine Karte mit der erlaubten Fahrtroute. Hier beginnt auch die Rundtour: in der Außenkurve, immer rechts der Markierungen. Man erreicht den Ausfluss des Pfinzkanals, der zum Philippsburger Alt­rhein führt (Tour 8). Man fährt vorbei und weiter den Altrhein entlang. Langsam nimmt die Strömung zu, die Pfinz hinauf geht es zur Umtragestelle am Hochwasserdamm. Das Einsetzen am steilen Ufer der anderen Seite ist etwas schwierig. Dem Altrheinarm nach rechts folgen und unter einen kleinen Brücke durch (streckenweise flach, aufpassen). Dann in den Baggersee »Große Minthe«, der eine Verbindung zum Rhein (bei km 380,7) hat. Die schnelle Strömung des Rheins führt flott zur Ausfahrt in den Baggersee »Kleine Minthe« bei km 383,3. Nach der Überquerung ist man nahe des Einstiegs. Nur der Hochwasserdamm liegt noch dazwischen.
Einstieg/Ausstieg: Bootshaus der Paddelfreunde Huttenheim  (B 35 von Bruchsal Richtung Germersheim, kurz vor der Rheinbrücke in Richtung Philippsburg-Rheinsheim, dann links unter der Schnellstraße durch und am Rheindamm entlang zum Bootshaus).

Tour 8 Pfinzkanal & Russheimer Runde

Die Altwasser am Oberrhein zählen zu den schönsten Flecken Deutschlands – hin kommt man nur per Kanu.
Foto: Falk Bruder

Rundtour, 21 km, 2 x umtragen
Hinter dem Hochwasserdamm in den Baggersee »Kleine Minthe« einsetzen und bis zur Rhein-Öffnung paddeln, diesen flott hinunter bis zum Kernkraftwerk Philippsburg (km 389,2). Hier rechts in den Philippsburger Altrhein abbiegen und dem linken Arm bis zum Ende folgen . Am linken Ufer aussetzen und über die Straße umtragen. Den Altrhein 1 km weiter, bis rechts der Pfinzkanal einmündet. Dort muss der Strömung getrotzt werden – immerhin 5,6 km weit. Wo die Gegenkraft zu heftig wird, hilft die Treidelleine. Nach dieser Tortur erreicht man den Rußheimer Altrhein. Nun entweder nach rechts und 4,5 km zum Bootshaus, oder nach links und den zweiten Teil von Tour 7 paddeln (dann darf man auch die 21 km ins Fahrtenbuch schreiben).
Einstieg/Ausstieg: siehe Tour 7.

Tour 9 Lingenfelder & Philippsburger Runde

Zwischen Flachwasser und Großfluss: Wo ist der Durchschlupf zum Rhein?
Foto: Falk Bruder

Rundtour, 23 km, 3 x umtragen
Am Einstieg Kattenbuckel muss man manchmal die angeketteten Anglerkähne zu Hilfe nehmen, um ins eigene Boot zu kommen. Auf dem Wasser wendet man sich nach links und paddelt bis zur Verbindung mit dem Rhein (km 386,6). Auf dem Rhein am KKW Philippsburg vorbei bis km 391,7. Hier rechts einfahren und man befindet sich am nördlichen Ende des Philippsburger Altrheins, dem man stromauf folgt (Strömung minimal). Schnell ist man am Schöpfwerk (über Damm umtragen). 2,5 km weiter kommt man am Pfinzkanal vorbei (siehe Tour 8) und erreicht das Ende des Philippsburger Altrheins 1 km weiter. Aber noch ist nicht Feierabend: Mit einmal Umtragen über die Straße erreicht man den Ausfluss beim KKW. Die Querung des schnell fließenden Rheins ist spannend, denn genau gegenüber muss der Mechtersheimer Altrhein erreicht werden. Diesen geht es am rechten Ufer hinauf bis ans Ende. Dort wartet  eine versteckte Umtragestelle zum Schäferweiher, der wiederum mit dem Lingenfelder Altrhein in Verbindung steht. Die Runde schließt sich.
Einstieg/Ausstieg: Zum Einstieg Kattenbuckel am Lingenfelder Alt­rhein über die Straße Römersberg-Mechtersheim und Lingenfeld. Wenn man nach Süden fährt, trifft die Straße auf den Altrheinarm und knickt scharf nach rechts. Genau in dieser Kurve links ab. Nach 100 m mehrere Parkbuchten und Bootsliegeplätze lokaler Angler. Hier umsichtig hinstellen und einsetzen. Parken auch am nahen Baggersee möglich.

Tour 10 Angelhofer-Ketscher-Otterstädter Runde

Vogelliebhaber kommen in den Altrheingebieten voll auf ihre Kosten. Neben vielen Graureihern sichtet man oft Eisvögel.
Foto: Falk Bruder

Rundtour, 21 km, 1 x umtragen
Der Angelhofer (oder Reffenthaler) Altrhein hat eine Verbindung zum Rhein bei km 406,2. Diesen Ausgang nutzen und direkt an die gegenüberliegende Seite queren, die sich zum Ketscher Altrhein verengt. Entlang des rechten Ufers (linke NSG, gesperrt) geht es zurück an den Rhein bei km 409,1. Hier gemütlich treiben lassen bis km 411, dort links in den Otterstädter Altrhein. Die Umtragestelle an dessen totem Ende ist nicht leicht zu finden (Karte oder Local befragen). Hat man sie erreicht, gibt es zwei Möglichkeiten zur Beendigung der Fahrt: Paddelfaule marschieren 1 km zum Auto, Sportskanonen setzen am Kieswerk in den Baggersee ein, queren zum Rhein und paddeln die 800 m stromauf bis km 406,2 und dem Angelhofer Altrhein (das ist allerdings keine leichte Sache bei der recht flotten Strömung).
Einstieg/Ausstieg: Zeltplatz Reffenthal, über die B 9 Speyer-Ludwigshafen, Ausfahrt Otterstadt. Durch den Ort, bis nach 1,5 km die Straße einen Knick macht. Links halten und gleich darauf rechts beim Zeltgelände parken. Über den öffentlichen Zugang zur Rampe in den Angelhofer Altrhein.

Infos Altrheinarme

Info: Paddeln auf dem Altrhein

Da bei der Rheinbegradigung große Teile der Auenwälder verlorengingen, gelten für die restlichen Gebiete strenge Befahrungsregeln. Eine Paddeltour auf den Altrheinarmen ist immer wieder ein tolles Erlebnis: verwunschene Wälder, Eisvögel und ein Hach von Abenteur zeichnen die Gewässer aus.