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Touren

Tourentipp: Untere Oder

 Deutschland, Brandenburg

Wie die Everglades – nur ohne Alligatoren. Oder wie der Spreewald – nur ohne Bäume. Oder wie die Auen der Unteren Oder – ganz ohne Vergleich.

Die Kanäle zwischen den Hauptarmen der Oder bieten Abwechslung vom Großfluss. | Foto: Jens Klatt

Einfach der fünftgrößte Fluss Deutschlands, der als Grenzfluss zwische­n Polen und der Bundesrepublik ein von Menschen und Massentourismu­s verschontes Gebie­t geschaffen hat. Und gerade die letzten Kilo­meter, bevor die Oder endgültig auf polnische Seite wechselt, sind irgendwie besonders: Etwa sechs Kilo­meter vor Gartz trennt sich die Oder in zwei Arme, nämlich die Westoder und die Ostoder. Die Hochwasserwiesen und der Schilfgürtel dazwischen sind von zahlreichen Nebenarmen der Oder durchzogen – und Rückzugsgebiet für Biber, Eisvogel, Hauben­taucher, Seeadler & Co.


Zum Schutze der Landschaft wird seit 1993 das Untere Odertal als grenzüberschreitendes Schutzgebiet betrachtet und trägt den Namen »Internationalpark Unteres Odertal«. Die grenzüberschreitende Schutzzone umfasst insgesamt eine Fläche von 1172 km² und erstreck­t sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite entlang der Oder über gut 60 Kilometer Länge.


Nach niederländischem Vorbild wurde das Flussgebiet im 18. Jahr­hundert großflächig eingedeicht, hier befindet sich die einzige intakte Polderlandschaft Deutschlands. Im Winter und im Frühjahr sind die Wiese­n geflutet, um dem Hochwasser der Oder Raum zu bieten. Ist im April die Flut zurück­­gegangen, werden die Wehre wieder geschlossen, um bis in den Herbst hinein die Wiesen landwirtschaftlich zu nutzen.


Dem Paddler reichen aber auch im Sommer die stets wasserführenden Kanäle aus, um die Auen zu erkunden. Biegt man von der Westoder durch eines der Poldertore in einen Nebenarm ab, passiert man eine Pforte in eine andere Welt: War man gerade noch auf einer der großen Schifffahrtsstraßen der Republik unterwegs, liegt nun der Amazonas der Oder vor einem. Aber nur, wenn man Vergleiche mag

Alle Infos kompakt:

Charakter: Die Hauptarme der Oder sind Bundeswasserstraßen inklusive Berufsschifffahrt mit nur leichter Strömung. In den Nebenarmen kann es flach und eng werden – ein 10-Mann-Kanadier wäre unangebracht.

Beste Zeit: Eigentlich immer. Im Spätsommer können kleinere Arme wenig Wasser führen. Vogelliebhaber kommen im Herbst, wenn unzählige Zugvögel in den Auen einen Zwischenstopp einlegen.

Einstieg: In der Ortschaft Gartz am Wasserwanderrastplatz neben der Flussbar »Das süße Leben«.
Ausstieg  Am Sportboothafen in Mescherin oder gleich am Campingplatz (siehe Übernachtung).

Anfahrt: Von Berlin auf die A11 in Richtung Prenzlau/Stettin. Bei Penkun, dann auf die B113 Richtung Tantow und immer weiter geradeaus bis ans Ende der Straße: Willkommen in Mescherin.

Übernachtung: Der Campingplatz in Mescherin verfügt über einen kleinen Steg an einem Nebenarm der Oder. Als Ausstieg nutzen oder für die Abendrunde. Infos: www.campingplatz-mescherin.de, Tel. 03 33 32/87 00 44.

Shuttle: Von Mescherin zurück zur B2 und dann links Richtung Gartz.

KANU-Tipp: Wer nicht in den Untiefen der Auen verloren gehen möchte und die Geheimplätze der Region entdecken will, kann eine geführte Tour buchen. Infos unter www.flusslandschaft-reisen.de.
Besonderheit  Grenzgebiet! Das Boot sollte durch eine Nationalflagge  gekennzeichnet sein. Personalausweis auch im Boot mitführen.

Alternativen: Radfahren oder Wandern auf dem Oder-Neiße-Radweg, der als Nord-Süd-Verbindung den National­park durchkreuzt. Auch empfehlenswert: Angeln.

Infos: Deutsches Flusswanderbuch, DKV-Verlag, 26. Auflage, ISBN 978-3-937743-27-1, 23,80 €.  
Tourismusverein: www.unteres-odertal.de,  Nationalpark: www.nationalpark-unteres-odertal.de.