Springe direkt zu: Hauptnavigation Inhaltsbereich Zusätzliche Informationen und Links Bereichsnavigation Servicenavigation



Inhaltsbereich

Touren

Paddeltraum Nr. 7: Loire, Frankreich

 Touren-Tipps & Flüsse, Frankreich

Wir haben zehn wunderschöne Paddelziele auf Salz- und Süßwasser zusammengestellt und jede Woche geht eine Revierbeschreibung online. Die Loire bietet Sand- und Kiesbänke ohne Ende, klares Wasser, halbwilde Pferde, Kühe und Wildnis im Herzen Frankreichs. Schlösser und süße französische Städtchen tauchen hin und wieder an den Ufern auf, während Paddler gemütlich an den flachen Flussinseln vorbeigleiten. Abends auf einer der vielen Kiesbänke zelten, am Lagerfeuer sitzen und vielleicht noch ein nächtliches Bad nehmen: das ist Loire pur.

Nein, dieses eine Mal ist es keine der vielen Sandbänke ... | Foto: Mick Palarczyk & Paul Smid

 

»Leuchtend weiße Sandstrände, die noch kein Mensch betreten hat (jedenfalls nicht seit dem letzten Hochwasser), unzählige einsame Inseln, urweltliche Flussufer, absolute Ruhe, freies, ungestörtes Biwakieren mit abendlichem Lagerfeuer und gelegentlich auch prickelnde Stromschnellen. Man muss nicht unbedingt nach Übersee reisen, um den Traum von Freiheit und Abenteuer zu verwirklichen. Dies findet man auch unterm weiten Himmel der Loire.« (Gerd Kassel)

Die Loire

Die Loire ist ganze 1008 Kilometer lang.

1004 Kilometer schlängelt sich Frankreichs größter Wanderfluss durch das Herz der belle France. Im Oberlauf ist die Loire ein richtiger Wildfluss, von Kilometer 46 bis 77 finden sich hier Schwierigkeitsgrade von III-V. Der Mittellauf bis Kilometer 302 bietet meist leichtes Wildwasser II. Ab dort verwandelt sich die Loire sich in den ruhig dahinströmenden, naturbelassenen und dadurch wunderschönen Wanderfluss, der viele Paddler reizt und verzaubert. Sandstrände, Wälder, Felder und alte Schlösser prägen das Bild. Die Loire ist der einzige Fluss Frankreichs, auf dem mehrwöchige Touren möglich sind. Teilweise ist das Wasser an vielen Stellen sehr seicht, so dass im Hochsommer hin und wieder getreidelt werden muss. Am schönsten ist die Zeit im Frühsommer um Pfingsten. Die Sonne hat schon genug Kraft, Paddler zum Schwitzen zu bringen, der Fluss ist dank ausreichendem Wasser noch problemlos befahrbar und man trifft nur wenige Touristen an.

Nebenflüsse

Französisch für Feinschmecker. | Foto: Mick Palarczyk & Paul Smid

Der Allier ist der größte Nebenfluss der Loire und entspringt ebenfalls im Massif Central, dem Zentralmassiv. Im Sommer ist er weniger frequentiert als die Loire selbst. Die Landschaft ist noch etwas ursprünglicher, dafür zeugen weniger Schlösser und Bauwerke von der Geschichte Frankreichs. Bei Nevers mündet der Allier in die Loire. Wer somit beide Flüsse kennenlernen möchte, kann sie wunderbar miteinander verbinden. Weitere Nebenflüsse sind der Cher, Indre, die Loir, Sarthe und Mayenne. Im Hochsommer kann der Wasserstand bei anhaltender Trockenheit soweit sinken, dass eine Befahrung nicht mehr möglich ist. Die Loire hat noch viele weitere Nebenarme, die nur darauf warten, erkundet zu werden. Dies ist jedoch nur im Frühling und Frühsommer möglich, sonst läuft das Boot relativ schnell auf Grund.


»Mit ihren mittelalterlichen Brücken und durstigen Bibern gibt es kein besseres Heilmittel gegen Stress als eine Loiretour per Kajak. Bereits nach zwei Tagen paddeln scheint man außerhalb der Zeit zu leben. Gezeltet wird à la Robinson auf einer der vielen namenlosen Inseln im Fluss, gekocht à la Jack London auf dem Holzkocher. Die Dusche ersetzt ein im Baum aufgehängter Wassersack – das spült das Gehirn sauber und übrig bleibt pures Glück.« (Paul Smid)

Schwierigkeiten

Halbwilde Kühe gibt es einige. | Foto: Stefan Schalles-Rohde

Neben zu flachem Wasser, quer liegenden Baumstämmen und faulen Mitpaddlern sind die hauptsächlichen Hindernisse die mittelalterlichen Brücken. Um eine Besichtigung kommt niemand herum. Je nach Wasserstand ändert sich die Optimalroute, darum gilt es, zunächst herauszufinden, welcher Torbogen die unproblematischste Durchfahrt verspricht.  Im Mai und Juni sind die Durchfahrten meist ohne weiteres machbar und vermitteln mit leichtem Wildwasser Abenteuerfeeling. Im Hochsommer hingegen – altes Problem – ist es eher ein Holpern als ein Dahingleiten. Da Frankreich auf den Atomstrom schwört, liegen auch an der Loire einige Atomkraftwerke. Hier fallen Portagen von bis zu 200 Metern an.

Übernachtung

Der perfekte Zeltplatz ... | Foto: Stefan Schalles-Rohde

Hin und wieder finden sich Campingplätze an den Ufern. Einer der besonderen Reize einer Loiretour liegt aber im Wildcampen. Im April und Mai brütet die Seeschwalbe auf den Sandbänken. Am besten diese Zeit meiden, da die Eier kaum von den Kieseln zu unterscheiden sind. Das Gebiet zwischen Charité-sur-Loire und Tracy-sur-Loire ist Naturschutzgebiet, Paddler sollten dort nicht zelten. Ansonsten gibt es genug Sand-und Kiesplätze zur Auswahl, auch am Ufer finden sich schöne Plätzchen. Es sollte bei der Auswahl des Zeltplatzes aber beachtet werden, dass das Wasser über Nacht bis zu einem Meter steigen kann.

»Dieses Glücksgefühl erhält einen zusätzlichen Schub, als wir entdecken, dass die vor uns liegenden Kiesbetten gar keine sind, sondern aus Blumen bestehen. Sie treiben von meterlangen, im Boden verwurzelten Stängeln und haben gelbe Blüten. Die Strömung führt uns mittenrein und wir genießen die Sonne und das Gluckern des Wassers, während Bienen und andere Insekten um uns herumsummen.« (Paul Smid)

Kultur-Highlights

Das Städtchen Charité-sur-Loire ist aufgrund seiner alten Architektur definitiv einen Besuch wert, aber auch die anderen Dörfer und Städte entlang der Loire lohnen immer einen Abstecher. Wie in ganz Frankreich häufen sich die Cafés, außerdem können zukünftige Zweitwohnsitze bewundert werden – viele Häuser stehen zum Verkauf. Zwischen St. Ay und Saumur finden sich die die schönsten Schlösser, viele können auch besichtigt werden.

Sonstiges

Schösser erscheinen wie aus dem Nichts. | Foto: Stefan Schalles-Rohde

Essen muss immer für mehrere Tage mitgeführt werden. In regelmäßigen Abständen durchfließt die Loire aber Städtchen, in denen es Einkaufsmöglichkeiten gibt. Zur Ausrüstung gehört eine Schwimmweste, vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist und eine Vorbildfunktion hat! Für längere Strecken ist es schwierig, Bootsvermieter zu finden. Besser ist auf jeden Fall das eigene Kajak oder der eigene Kanadier.

»Die letzte Nacht unserer traumhaften Kajaktour durch die Wildnis Frankreichs verbringen wir auf der kleinsten Wildcampinsel von allen. Der Fernblick ist grandios. Vor uns liegt das Städtchen Saumur mit seiner mittelalterlichen Burg, links davon eine barocke Klosterkuppe und rechts der spitze Turm einer Kirche. Fast unmöglich, abends die Zelttür zu schließen und diesen märchenhaften Blick auszusperren.« (Paul Smid)

Charité-sur-Loire, ein wunderschönes Städtchen mit Wildwassereinlage an der Brücke. | Foto: Mick Palarczyk & Paul Smid

Reise-Reportagen

Die Zitate stammen aus den Reportagen von Gerd Kassel und Paul Smid aus KANU 3/1999 und 2/2011.
Wer neugierig geworden ist, mehr lesen möchte und ein Heft nachbestellen will:
Französisch für Feinschmecker: Die Loire, ein Flussmärchen mitten in Europa KANU 2/2011


Weitere Traumziele

Traumtour 1: Grönlands Westküste

Arktisches Abenteuer: Eisberge, Wale und Fjorde. Grönland ist sicher eines der spektakulärsten Seekajakreviere weltweit und Westgrönland punktet im Gegensatz zum Osten mit wenig Wind und Regen. Die Fjorde von Uummannaq bieten Outdoorfeeling pur und vom Feinsten.

Traumrevier Nr. 2: Der Bodensee

Für Traumtouren muss man nicht unbedingt in die Ferne streben. Ganz im Süden Deutschlands liegt ein wirklich reizvolles Paddelrevier: Der Bodensee. Das Meer der Schwaben hat viele Facetten, eine schöner als die andere. Ob entlang der Schilfwälder oder Streuobstwiesen, langweilig wird einem auf dem Bodensee nie.

3. Traumziel: Ionische Inseln

Diesmal entführen wir Sie an die Küsten des Lichts: Klares Wasser, leuchtende Strände, hohe Felsen und Olivenbäume, das ist das Ionische Meer in Griechenland. Besonders im Herbst, wenn die Touristenströme verschwunden sind, und im Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht lähmend wirkt, locken die Ionischen Inseln Paddler mit ihrem südlichen Flair.

Traumreviere Teil 4: Patagoniens Fjorde

Paddelnd geht es durch die fast menschenleeren und unberührten Fjorde Patagoniens südlich von Puerto Montt. Urwaldbewachsene Steilküsten und vergletscherte Berge bestimmen das Landschaftsbild. Die raue und mystische Schönheit verzaubert.

Paddelparadies Nr. 5: Thailand

Thailand bietet Paddlern ein Revier der Extraklasse: Glasklares Wasser, Sonne satt und eine unglaublich vielfältige Unterwasserwelt, hinzu kommt die Herzlichkeit der Thailänder. Und romantische Zeltplätze finden sich an den weißen Stränden ebenfalls zuhauf. Was will man mehr?

Traumziel 6: Lofoten, Norwegen

Inseltraum Lofoten: Zwar sind die Lofoten für tagelangen Regen berüchtigt, für ihre Schönheit aber noch berühmter. »Das Gebirge, das aus dem Meer steigt« ist eindeutig ein Traumziel für Seekajaker und nicht wenige haben sich schon in die einzigartige Landschaft der »Inseln der Götter« verliebt.

Traumtouren Teil 8: Baja California, Mexiko

Im Westen Mexikos liegt die Halbinsel Baja California. Kakteen prägen das Bild der kargen und wüstenartigen Landschaft. An der Westküste der Baja können Wale beobachtet und Mangrovenwälder erkundet werden, an der Ostküste spielen Delfine und Seehunde im warmen Wasser.

Traumrevier Nr. 9: Masurische Seenplatte, Polen

Das Land der tausend Seen, ist Polen, genauer die Masuren. Hier leben noch Eisvögel, die beim Fischen beobachtet werden können. Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. Der Osten lockt mit seinen Seen und Flüssen, seinen traumhaften Nationalparks und polnischer Lebensart.

10. Traumziel: Bella Bella, Inside Passage

An der Westküste Kanadas und Alaskas reihen sich auf über 1000 Kilometern geschützte und von Regenwald zugewachsene Inseln aneinander: Inside Pasage. Wer hat diesen Namen noch nicht gehört, vor Augen atemberaubende Landschaft, Wale, Lachse, Bären und Einsamkeit?