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Touren

Revier-Tipp Ardèche

 Touren-Tipps & Flüsse, Frankreich

Wildwasser auf Ardèche & Co.

Monumentale Landschaft, sonniges Klima und französische Lebensart: Die Ardèche ist nicht ohne Grund der bekannteste Wildfluss Europas. Selbst Nicht-Paddlern ist die große Schlucht Gorges de l`Ardéche ein Begriff. Kenner schätzen zudem die Nachbarflüsse – denn erst diese machen aus dem Ardèche-Gebiet ein Kanu-Revier der Extraklasse.

 

Die Ergänzung zum Ardèche-Artikel aus KANU 3/08: die Wildwasser der Region.

Die Große Schlucht der Ardèche.
Die Große Schlucht der Ardèche.

Paddler sind im Department Ardèche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Zahllose Bootsvermieter, Pensionen, Campingplätze, Restaurants und Weinhändler profitieren vom Kanu-Boom. Der hat auch seine Schattenseiten: Zur Hochsaison wälzen sich über 1000 Boote pro Tag durch die Ardèche-Schlucht – der alte Witz, man könne dann zu Fuß über den Fluß laufen, ist gar nicht so weit hergeholt. In den Kanus sitzen fast nur Kreuzfahrer, also Touristen ohne Paddelkenntnisse. Und es spielen sich Dramen ab: Die Möchtegern-Kanuten rammen die Ufer, treiben auf Steine, verlieren bei Kenterungen ihr Hab und Gut. Bei Einbruch der Dunkelheit sind viele noch mitten auf dem Fluss und erreichen den Ausstieg erst unter den Fittichen der Flusspolizei.
Solche Szenen kann man sich anschauen – muss man aber nicht. Denn vom Basislager aus bieten sich nicht weniger als 30 Kanutrips an. Die leichten Etappen vom Chassezac, Beaume, Ligne oder mittlerer Ardèche enden sogar direkt am Campingplatz; und sollte es mal regnen, ist es zu den anspruchsvollen Oberläufen in den Cevennen auch nicht weit...

Die Naturbrücke Pont d'Arc.
Der Pont d' Arc am Beginn der Großen Schlucht der Ardèche.
Foto: Gert Spilker

ARDÈCHE

Oberster Oberlauf
Einstieg: Astet
Austieg: Neyrac
Länge: 14 km
Schwierigkeit: WW V, VI
Ursprung: Col de la Chavade (1467 m). Von Astet bis Aleyrac eng und steil, extrem schwer, nur für Kurzboote. Ab Aleyrac etwas einfacher, aber immer wieder Stufen und plötzlich auftauchende schwierige Stellen. Fotogener Höhepunkt: romanische Brücke von Theyts.

 

Oberlauf
Einstieg: Neyrac
Ausstieg: Aubenas
Länge: 16 km
Schwierigkeit: WW III-IV
Ab Neyrac Basaltschlucht, eher technisch. Ab Lignon-Mündung (rechts) mehr Kiesbankschwälle. Je nach Kraftwerksbetrieb kommen vom Fontaulières gute 20 cbm/s hinzu (evtl. erst hier einsteigen) – der Flusscharakter wechselt, es wird wuchtig/offen mit hohen Wellen und Walzen. Trotz Straße, Betonbrücken und teilweise verfallenen Wehren ist die Tour schön. Bei mehr als 20 cbm/s auf Rückläufe achten!

 

Mittellauf
Einstieg: Aubenas
Ausstieg: Vogüe
Länge: 11 km
Schwierigkeit: WW III
Nach Aubenas kräftige Schwälle. Dann abnehmendes Gefälle, verwuchertes Schwemmland, schöne Prallwände am Plateau du Coiron. Später fließt die Ardèche über Felsplatten und bildet lange, ganz flache Rutschen mit Wälzchen und Verwirbelungen.

 

IBIE

Oberlauf
Einstieg: Brücke oberhalb St. Maurice
Ausstieg: niedrige Brücke von Salelles
Länge: 10 km
Schwierigkeit: WW II-III
(Hochwasseralternative, selten fahrbar)
Der Ibie führt nur nach starkem Regen Wasser. Stöhnen aber Ardèche und Zuflüsse unter braunem Hochwasser, bewahrt der Ibie seine grünliche Wasserfarbe. Er durchfließt ein sonniges Weinbau-Tal entlang der D 558. Lebhafte Kiesbankschwälle, ab und zu Buschhindernisse. Wehr an der Brücke der D 204 besichtigen.

 

Unterlauf
Austieg: Salelles
Ausstieg: Mündung
Länge: 14,5 km
Schwierigkeit: WW II
(selten fahrbar)
Nach Regenfällen hält der Ibie ein paar Tage Wasser und bietet hier eine nette Halbtagestour. Achtung auf die (evtl. zu) niedrigen Brücken, ca. 1 km vor der Mündung sind die Brückenbögen oft mit Holz verlegt, umtragen! Nach der Mündung in die Ardèche noch 3 km zum »Stop Mini Descente«, Chames, weiterpaddeln. Im Sommer ist der Ibie meist trocken bis auf einzelne Badegumpen (glasklares, warmes Wasser!).

 

SANDRON

Einstieg: Brücke D 218 oberhalb St. Andéol
Ausstieg: Mündung in die Ardèche
Länge: 12 km
Schwierigkeit: WW IV-?
Näheres unbekannt. Nach Auskunft des Kanu-Clubs Aubenas fahrbar, Fluss verläuft weit abseits der Straße.

 

BÉZORGUES

Einstieg: Freyssenet
Ausstieg: Mündung in Volane
Länge: 14 km
Schwierigkeit: WW IV-V (X)
Ursprung: Suc de l´Areilladou (1448 m). Einstieg: Brücke D 354 oberhalb Freyssenet, 14 km bis Mündung oberhalb Vals. Fluss verläuft neben D 243.

 

BOURGES

Ausstieg: Ray-Pic
Einstieg: Stausee
Länge: 12 km
Schwierigkeit: WW V (VI, X)
Ursprung am Suc de l´Areilladou (1448 m). Einstieg: Brücke der D 215 unterhalb Ray-Pic, dann 12 km zum Stausee von Veyrières. Tolle 8-m-Wasserfälle über schwarzes Lavagestein! Fluss verläuft neben D 215.

FONTAULIÈRE

 

Oberlauf
Einstieg: Montpezat
Ausstieg: Einmündung Bourges
Länge: 6 km
Schwierigkeit: WW IV
Ursprung im Foret de Mazan (1448 m). Im Oberlauf tief unter der D 339 Schlucht, über deren Befahrbarkeit nichts bekannt ist. Von Brücke D 536 nahe Montpezat bis zur Einmündung der Bourges jedoch 6 km lange Teilstrecke entlang der D 536. Basaltabbrüche können ebenso wie drei Wehre Rückläufe verursachen. Kraftwerk Montpezat bringt zeitweise reichlich Wasser von der Loire, daher je nach Strombedarf ganzjährig fahrbar. Rasche Wasserstandsschwankungen!

 

Unterlauf
Einstieg: Veyrières-Pont de Labeaume
Länge4: km
Schwierigkeit: WW IV-V
Von 15.6.-15.9. auf dieser Strecke geringer Pflichtablaß des Kraftwerks Veyrières, dazu kommen werktags ab 11 Uhr oft kräftige Wasserfluten. Bei 20 cbm/s ist die Folgestrecke ein schneller, wuchtiger Ritt. Schöne Spielstellen. Achtung auf Wehre und wehrähnliche Basaltstufen sowie Eisenpfosten. Wehr unter der Pont de Veyrières bei HW X (Rücklauf). Ausstieg an der alten Brücke von Pont de Labeaume, dort auch Waschhäuschen und Badestrand.

 

LIGNON (= Alignon)

Einstieg: Souche
Ausstieg: Mündung in Ardèche
Länge: 15 km
Schwierigkeit: WW III-IV
Ursprung am Col de la Croix de Bauzon (1538 m). Im Oberlauf ab Zusammenfluss der Quellbäche bis Souche tiefe Schlucht abseits der Straße, 8 km unbekanntes WW. Normaleinstieg: Brücke der D 19 oberhalb Souche. Viel Gefälle, Fluss verläuft unweit der Straße. Ab dem schönen Städtchen Jaujac beginnt Europas längste Basaltschlucht (zahllose Basaltsäulen, perfekt geformte Prismen, teils über 20 m hoch). Wehr (X) in Jaujac, schwierig zu umtragen. Engstelle am Ende der Basaltwände vor Befahrung besichtigen!

 

LIGNE

Einstieg: Brücke bei Uzer
Austieg: Mündung in Ardèche
Länge: 7 km
Schwierigkeit: WW II-III. Bis La Bastide noch 6 km WW II
Ursprung am Cham du Cros (1202 m). Oberlauf zwischen Brücke Prunet und Brücke D 104 nahe Uzer: 12 km unbekanntes WW. Normaleinstieg: 100 m unterhalb der Brücke. Schöne Schlucht. Bei Weiterfahrt auf Ardèche Achtung an der Barrage de Brassiens in Ruoms: bei HW bildet das Wehr neben der Bootsrutsche einen mörderischen Rücklauf. Vorher besichtigen und im Zweifelsfall links weiträumig umtragen!

 

BEAUME (Baume)

Oberlauf
Einstieg: Valgorge-Pont de Chastanet
Ausstieg: Le Gua
Länge: 8 km
Schwierigkeit: WW IV, V(VI)
Ursprung am Col de Meyrand (1371 m). Fließt im Oberlauf ab Courderc-Valgorge entlang der D 24. Einstieg: Brücke des Abzweigs nach Chastanet 2 km unterhalb Valgorge-le Villard. Herrliche Granitschlucht, von der Straße D 203 aus gut einzusehen. 4 bis 6 m Abfälle. Achtung: Zwangspassage nach der Mündung des Salindres. WW V(VI) bis Passerelle Praduche/Abzweig Sarrabasche, danach ein Grad leichter.

 

Mittellauf
Einstieg: Le Gua
Ausstieg: Camping Joyeuse
Länge: 14 km
Schwierigkeit: WW III, IV
Von der Pont de la Roche in Le Gua durch schöne, offenene Granitschluchten. Mit der Mündung des Drobie von rechts im Weiler Les Deux Aigues ("die zwei Wasser") verdoppeln sich Wassermenge und -wucht. Bei HW Achtung vor der niedrigen Brücke und dem Wehr beim Campingplatz von Joyeuse.

 

Untere Schlucht
Einstieg: Joyeuse
Ausstieg: Mündung in Ardèche
Länge: 14 km
Schwierigkeit: WW II(IV), zum Basislager noch 2 km WW II
Unterhalb Rosières folgt die Gorges de la Beaume, ein wunderschöner Durchbruch durch das "Plateau des Gras". Mittendrin malerisch gelegen der Ort Labeaume. Achtung auf Wehr und Engstelle unterhalb der Brücke de D 104, schon bei MW kräftiger Rücklauf.

Stufe im Oberlauf der Drobie.
Die Drobie im Oberlauf.
Foto: Roland Gantter

DROBIE

Oberlauf
Einstieg: Vialaret
Ausstieg: St. Mélany
Länge: 7 km
Schwierigkeit: WW IV-V(X)
Ursprung im Massif de Pratauhérat (1204 m). Oberster Einstieg in Vialaret an Brücke der D 220 Sablières-le Mas. Fluss fließt erst wenig lohnend (Buschhindernisse) entlang der Straße. Ab der Mündung des Serrecourte-Baches größer, dann klammartige Felsdurchbrüche, starkes Gefälle mit Stufen, korsisch. Ausstieg: Engstelle unterhalb St. Mélany (nahe Mündung des Pourcharesse-Baches).

 

Unterlauf
Einstieg: St. Mélany
Ausstieg: Mündung in Beaume
Länge: 7 km
Schwierigkeit: WW III
Ab der Engstelle offene Schlucht. Achtung: in der Mitte der Strecke an der Moulin
de Pauzes niedriger Eisensteg.

Elefantenzähne am Chassezac.
Die Elefantenzähne am Unterlauf des Chassezac.
Foto: Gert Spilker

CHASSEZAC

Ursprung als Wald- und Wiesenbach auf 1503 m (keine 2 km von der Allier-Quelle). Das Einzugsgebiet ist in der Hand der EDF und mit 6 Stauseen verbaut. Bei Überschusswasser (selten) ergeben sich zwischen den Seen außergewöhnlich schöne Strecken mit Tessiner Alpin-Charakter.

 

Oberste Schluchten
Einstieg: Garde-Guérin
Ausstieg: St. Pied de Borne
Länge: 6 km
Schwierigkeit: WW VI (X)
Der weiter unten liegende Stausee von Rachas leitet max. 15cbm/s ab. Nach längeren Regenfällen ist der Überlauf ausreichend für eines der schwersten & schönsten Wildwasser Frankreichs: die Gorges du Chassezac. Dazu trägt man bei der mittelalterlichen Stadtfestung Garde-Guérin in die Schlucht. Bis St. Pied de Borne auf 6 km Klammen, alpine Umtragungen und 10-m-Rutschen (fahrbar). Blick in die Schlucht von der alten Straße möglich, außerdem mehrere Wanderwege (Infos und Karte im Café in St. Pied de Borne).

 

Oberlauf
Einstieg: Stausee St. Pied de Borne
Austieg: Stausee Malarce
Länge: 8 km
Schwierigkeit: WW IV (V)
Der Stausee in St. Pied de Borne leitet 45 cbm/s ab. Nach Regen läuft er schnell über und füllt die Schlucht tief unterhalb der D 113. WW IV (V), Blöcke, Rippen und Rinnen im Grundgestein, das breite Flussbett verträgt sehr viel Wasser. Ufer stets auf einer Seite begehbar. Vorsicht bei plötzlichen Wasserstandsschwankungen.

 

Mittellauf
Einstieg: Stausee Malarce
Ausstieg: Kraftwerk Marvignes-Les Salelles
Länge: 10 km
Schwierigkeit: WW III (IV)
Fahrbar nur bei Stausee-Ablass und nach starkem Regen, auch und gerade bei Hochwasser. Achtung auf teilüberspülte Furten und Mini-Brücken! Nur eine Stelle IV (Rapide de Fruilasses).

Stufe auf der Borne.
Wuchtiges Wildwasser im Oberlauf der Borne.
Foto: Roland Ganttner

BORNE

Oberlauf
Einstieg: Borne
Ausstieg: Brücke nahe St. Laurent
Länge: 6 km
Schwierigkeit: WW V(VI)
Ursprung am Croix de Bauzon (1400 m), oft lange bis ins Frühjahr noch Schmelzwasser. Die "Gorges de la Borne" zwischen les Chambons und dem Ort Borne sind extrem schwer bis X und eignen sich eher fürs Canyoning. Empfohlener Einstieg daher in Borne (bei Niederwasser kann die kurze Wasserfallklamm oberhalb des Orts mitgenommen werden). Von dort bis zur Brücke der D 4 nahe St. Laurent 6 wilde km abseits der Straße, ähnlich dem oberen Tarn, nur kleiner.

 

Mittellauf
Einstieg: Brücke St. Laurant
Ausstieg: Pont de Nicoulaud
Länge: 6 km
Schwierigkeit: WW III-IV
Schlucht abseits der Straße. Keine Wasserableitung, daher recht oft ausreichender Durchlauf. Unterhalb Nicoulaud Staubeginn der Barrage de Roujanel.

 

Mündungsschlucht
Einstieg: Barrage de Roujanel
Ausstieg: Stausee Pied-de-Borne
Länge: 8 km
Schwierigkeit: WW V(VI,X)
Einstieg: an der Barrage bzw. 2 km flussab an der Mündung des Rau de Chamier. Schwere Schlucht tief unterhalb der D 151. Zahlreiche Rippen über Grundgestein, Wasserfälle, riesige Verblockung, extremes Gefälle.

 

ALTIER

Oberlauf
Einstieg: Villes-les-Basses
Ausstieg: Castanet
Länge: 15 km
Schwierigkeit: WW III und IV
Ursprung am Mont Lozère (1699 m). Fluss verläuft bis zum Ausstieg am Beginn des Stausees von Villefort entlang der D 901. Mittleres Gefälle, geringe Verblockung, aber Wehre!

 

Mündungsschlucht
Einstieg: Villefort
Ausstieg: St. Pied de Borne
Länge: 6 km
Schwierigkeit: WW V-VI-X
Gleich nach dem Stausee mündet rechts der Paillère, der nach starkem Regen etwas Wasser bringt. Hat man das Glück eines ausreichenden Stau-Ablasses, paddelt man erst WW V, dann WW VI, und dann – trägt man zur Straße hoch. Denn bis zur Mündung kommt es eher noch etwas dicker als am obersten Chassezac. Zum Glück ist die D 51 direkt neben dem Fluss.

 

CÈZE

Oberster Oberlauf
Einstieg: Brücke D155 bei Bresis
Ausstieg: Brücke von Aujac
Länge: 6 km
Schwierigkeit: WW III
Ursprung bei Malens in 972 m Höhe. Auf dieser Strecke Achtung auf niedere Brücken, die bei guten Wasserständen nicht unterfahren werden können.

 

Oberlauf
Einstieg: Brücke von Aujac
Ausstieg: zum Stausee
Länge: 10 km
Schwierigkeit: WW III-IV
Erhebliches Gefälle, sehr starke Verblockung, Erkundung unerläßlich. Auch hier oft niedere Brücken. Die letzten 3 km gehen leider über den Stausee bis zum Ausstieg an der Staumauer.

 

Mittellauf
Einstieg: Bessèges
Ausstieg: Brücke D187c bei Rochegude
Länge: 28 km
Schwierigkeit: WW I
Nur bei ausreichender Wasserabgabe des Stausees, dann aber herrliche Fahrt durch dichte Urwaldlandschaft. Mehrere Wehre, teils verfallen, meist nach Ansehen fahrbar.