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Touren

Flussbeschreibungen für Hellas-Paddler

Das Klima ist warm, die Schneeschmelze meist schon Ende April vorbei. Wer vor oder um Ostern in Patras von der Fähre rollt, muss sich entscheiden zwischen dem Peloponnes im Süden und dem Pindosgebirge im Norden. Die beste Wahl ist es, in einer zweiwöchigen Tour mit dem niedrig gelegenen Erymanthos zu beginnen und sich von Traumfluss zu Traumfluss zu den wasserreichen Tälern von Acheloos und Arachthos zu hangeln. Ausführlich berichten wir über das Paddeln im Land der Hellenen in KANU 2/2013.

Peloponnes

Erymanthos

Oberer Erymanthos, 16 km WW III-IV+ (V), Tripotama bis Vidiaki.

Lange und abwechslungsreiche Etappe mit technisch schwierigen Einzelstellen sowie einer ausgesetzten Klamm. Nach dem Einstieg am Zusammenfluss der Quellbäche zunächst bis WW III in schöner Felsschlucht (leider viel Plastikmüll). Später schwere, bei NW zum Teil unfahrbare Blockstufen, alles gut umtragbar. Wo eine Dirtroad von rechts den Fluss erreicht, beenden schwächere Fahrer die Fahrt. Es folgt das »Vorspiel«, der lange Katarakt mit Stufen bis 1,5 m (bis WW V) hält die größten Schwierigkeiten der Etappe bereit. Kurz danach geht es in den »2. Canyon« mit seiner unumtragbaren und nur schwer einsehbaren Hauptstufe (technisch »nur« IV+, aber psychisch anspruchsvoll). Nach Ende des Canyons meist WW III mit kurzen schwierigeren Stellen. Der Shuttle erfolgt am besten rechtsufrig.


Konglomerat-Klamm, 13 km WW III, Vidakia bis Elea.

Wunderschöne Etappe in tiefer, einsamer Schlucht. Die langen Klammstrecken erzeugen ein Gefühl der Ausgesetztheit. Bei der Erstfahrt ist Vorsicht angebracht, Baumverhaue lassen die nur mäßig schweren Canyons zu Mausefallen werden. Shuttlefahrer können den Einstieg sowohl rechts- wie linksufrig anfahren. Entlang des Flusses verläuft linksufrig ein Wanderweg.


Unterer Erymanthos, 10 km WW II, Elea bis Olympia.

Schöne Etappe zum Aufwärmen nach der Winterpause, leider oft mit reichlich Holz und Buschwerk gesegnet.

Lousios

Oberlauf, 4 km WW IV-V (VI, X), Antikes Gortis bis Türkenbrücke. Kleiner steiler Creek im schluchtartigen Tal.

Nicht bei zuviel Wasser fahren und größte Vorsicht bei der Annäherung an die zum Teil unfahrbaren Zerberos-Fälle.


Unterlauf, 3 km WW III, Türkenbrücke bis Mündung in den Alfios.

Schnelle Vorfahrt zum Alfios, die geraftet wird und daher meist baumfrei ist. Die rasante, platanengesäumte Schussfahrt bietet keine markanten Einzelstellen.

Alfios

12 km WW II-III (IV+), Mündung des Lousios bis Zypressenhain bei Matesi.

Da die Klamm oberhalb der Mündung unfahrbar sein soll, beginnt diese Etappe immer auf dem Lousios. In der wilden Felsschlucht ausgeprägter Pool'n'Drop-Charakter. Die Rafter beenden die Fahrt kurz vor der Straßenbrücke hoch über der Klamm. Die Klamm selbst ist unschwierig, zwei Einzelstellen (der rückläufige »Hexenkessel« noch vor dem Raft-Ausstieg sowie die düstere Felsenge des »Mahlzahns«) sollten besichtigt und ggf. umtragen werden. Die letzten Kilometer sind unschwierig im breiten Schluchtengrund. Ausstieg beieiner Flussteilung  bei einem einzelstehenden Haus samt Zypressenhain.

Selinous

16 km WW III-IV (X, IV+), Kraftwerk im rechten Seitenfluss bei Petsaki bis zum Kieswerk vor Kato Mavriki.

Lange, einsame Etappe mit anspruchsvollem Kernstück. Zwar ist der Beginn bis zu einem unfahrbaren Bergsturz (vorsichtig annähern und links umtragen) sowie das letzte Drittel kaum schwerer als WW III. Das etwa ein Kilometer lange Kernstück (Stufen bis 1,5 m, kurze Pools, Walzen) reicht bei gutem Wasserstand jedoch knapp an die Fünf heran. Ein Umtragen ist langwierig, daher sollten sich nur sichere Fahrer in die Schlucht wagen. Abenteuerlich ist auch der Ausstieg: Eine riesige Gefällbremse wird durch ein von Schrottautos und verwaisten Baumaschinen gesäumtes Kieswerk umtragen. Nach dem Wiedereinstieg durchfährt man eine vom Hochwasser grotesk entstellte Straßen- sowie einen Röhrendamm. Der Shuttle dauert gut 1,5 Stunden und führt zunächst an die Küste nach Selinountas, von dort parallel zur Autobahn bis zu einer Shell-Tankstelle und von dort über Kato Mavriki das Tal hinauf (keinenfalls die Straße nach Ano Mavriki nehmen, die Sackgasse endet nach zehn Kilometern weit über der Schlucht).

Südliches Festland

Evinos

60 km WW I-III, unterhalb des Stausees.

Von Agios Dimitrios Ehemals die Steirische Salza Griechenlands genannt, bleibt dem Evinos nach der Ableitung ins Mornos-Stromgebiet nur noch das kümmerliche Restwasser. Chancen in den insgesamt 60 km langen Schluchten Wasser zufinden besteht am ehesten zur Hochschmelze im April. Lediglich der abgeschiedene Oberlauf verspricht bis weit ins Frühjahr gute Wasserstände, ist aber nur mittels langer Shuttles auf schlechten Straßen machbar. Am interessantesten ist wohl die Slalomstrecke des unteren Evinos, die man von Patras kommend auf dem Weg zu Fidakia und Krikello passiert. Ideal zum Techniktraining, Fotos auf www.evinosriver.gr.

Fidakia

Mittellauf, 4 km WW III-IV+, Brücke Thermos – Drimonas bis Brücke Thermos – Koniska.

Superschöne Felsschlucht mit Klammabschnitten, lohnt ab 3 Kubik. Leider oft schon im April zu wenig Wasser.


Unterlauf, 4 km WW III und weitere 3 km WW II auf dem Evinos, Brücke Thermos – Konsika bis Brücke Thermos – Platanos.

Leichte Zwei-Flüsse-Tour im Kiesbett.

Krikellopotamos

22 km WW II-III (III+, IV+), Brücke Krikello – Domnista bis Zusammenfluss mit dem Karpenenisiotis.

Grandioser Fluss mit kilometerlangen Klammen im zweiten Teil. Die erste Hälfte verläuft im Kiesbett mit einem gut umtragbaren Katarakt (WW IV-). Die »Riesentreppe« (WW IV+) in Streckenmitte markiert den Beginn der Klammen, hier Zufahrt auf Naturstraße möglich (Einstieg bei NW; nur bei gutem Wetter). Höhepunkt ist die »Blätterteigklamm« mit ihren Schleierfällen und dem »Kupferfall«, der aus der rechten Felswand stürzt. Gleich nach dem Fall rückläufige Stufe (WW IV, rechts umtragbar), nach der letzten Klamm frischer Felssturz (WW III+). Lange Strecke, viel Zeit einplanen! Insgesamt einer der schönsten Flüsse Griechenlands. Shuttle über Karpenisi, ca. 1 Stunde.

Karpenisiotis

4 km bis WW V, danach 6km WW III-IV, Gavros bis Zusammenfluss mit dem Krikellopotamos.

Rasanter Roadside-Run, der meist bis Mitte Mai Wasser hat. Schnell und oft braungefärbt wirkt die Schussfahrt durchs enge Waldtal nicht immer einladend, dafür garantiert besonders der 2 km lange Steilabschnitt bis zur Brücke nach Karitsa Adrenalinschübe.

Trikeriotis

Zusammenfluss der Quellflüsse bis Kremaster-Stausee, WW I-II+ (III).

Leichtes Wildwasser in einsamer Schlucht. Ideal für fortgeschrittene Anfänger, evtl. Gefahr durch angespülte Bäume. Einstündiger, landschaftlich beeindruckender Shuttle über Aspropirgos und Velota bis zur Ausstiegsbrücke bei Ampelia.

Tavropos

Oberlauf, 23 bzw. 28 km WW II (III+, IV+), letzte Brücke über Sarandoporo bzw. Aspro bis Brücke bei Dafni.

Lange Etappe, die man entweder bei der letzten Brücke über den Aspro (linker Zufluss) oder den Sarandopor (rechter Zufluss) beginnt. In beiden Fällen ist bis zur Mündung oft das Wasser knapp, solange am Ausstieg bei Dafni mindestens 10 Kubik im Bach sind, reicht das Wasser aber. Bald nach der Mündung des Sarandoporo auf 4 km WW III+ mit einem stark verblockten Katarakt (IV+), danach leichter. Auf den letzten 10 km WW I-II. Der Shuttle zählt zu den längsten Griechenlands und erfolgt linksufrig über Domiani, Triada, Klisto und Neraide.


Unterlauf, 14 km WW I-II, Dafni bis Kalesmeno.

Schöne Wanderstrecke zwischen Platanen.

Agrafiotis

Höhlen-Abschnitt, 4 km WW IV (V) und 6 km WW III (IV), Brücke von Trovato bis zur Brücke mit Wehrresten.

Abenteuerliche Etappe mit spektakulärer Höhlenpassage und Wasser bis etwa Mitte April (fahrbar ab 2 Kubik am Einstieg). Ab der Türkenbrücke verläuft die Straße im Tal und die Schwierigkeiten nehmen ab.


Mittlere Schluchten, 8 km WW II-III (IV), Brücke mit Wehrresten bis zur breiten Straßenbrücke.

Wo die Straße von Trovato kommend aufs linke Ufer wechselt, markieren die Reste einer niedrigen Wehrstufe (Eisenteile!) den Einstieg. Nach 300 m verdoppelt ein Zufluss von rechts die Wassermenge. Traumhafte Strecke im Kiesbett mit vielen Prallwänden, meist bis Mitte Mai fahrbar.


Unterlauf, breite Betonbrücke bis Brücke vor Stausee, 15 km WW I-II+.


Auf den ersten 5 km WW II, dann abnehmende Schwierigkeiten. Wunderschöne Anfängerstrecke.

Lakmos

Oberlauf, 4 km WW IV, Chaliki bis Brücke nach Kallarites.

Rasante Vorfahrt zur Standardstrecke mit Kleinflusscharakter. Schönes Drop'n'Pool zwischen dichtem Uferbewuchs, vereinzelt Grundgestein, sehr technisch. Die Zufahrt ins Tal erfolgt am besten von den Meteora-Klöstern aus. Zwar führen Naturstraßen von Chaliki sowohl nach Norden wie zum Kallaritikos, diese sind im April jedoch oft noch nicht befahrbar.


Standardstrecke, 11 km WW III (IV), Brücke nach Kallarites bis Mündung Stefaniotis bei Polithea.

Tolle Etappe in offener Waldschlucht, bei wenig Wasser ideal für fortgeschrittene Anfänger. Achtung auf Treibholz speziell gegen Ende. Die Kernstelle etwa 2,5 km vorm Ausstieg schon bei der Anfahrt besichtigen. 

Acheloos

Oberlauf, 14 km WW II-III, Mündung Stefaniotis bis Mündung Kamnetikos.

Mäßig schwere Strecke in wunderschönem, einsamem Tal. Bei Hochwasser tolle Wuchtetappe. Ein guter Austieg befindet sich 1,2 km vor der Kamnetikos-Mündung an einer kurzen Wegzufahrt. Da der Stausee von Armalitiko entgegen aller Prognosen immer noch nicht gefüllt ist, kann man weitere 10 km WW II bis zur Brücke bei Mesochora anhängen (nimmt dann jedoch einen mühsamen Shuttle in Kauf).

Kamnetikos

Unterlauf, 12 km WW III (III+), Brücke bei Pira bis Mündung in Acheloos.

Abwechslungsreicher, verblockter Wildfluss bei gleichmäßigem Gefälle. Möglicher Ausstieg nach 5 km an der Stahlbrücke zwischen Agios Nikolaos und Drosochori. Die Weiterfahrt bis zur Mündung ist sehr lohnend. Von dort kann entweder 1 km den Acheloos flussauf getriedelt werden bis zu einer mit dem Auto gut erreichbaren Wegzufahrt oder auf dem Acheloos bis Mesochora weitergepaddelt werden (weitere 9 km WW II).

Arachthos

Obere Schlucht, 21 km WW II und III (IV) km, Brücke Driskos – Krapsi bis Brücke Fortosio – Ambelochori.

Tief eingeschnittene Großschlucht mit bei Normalwasser meist nur mäßig schwerem Wildwasser. Viele steigen erst nach 12 km an der Kordoloia-Brücke (zwischen Charakopi und Kedros) zu. Gleich danach die »Milchstraße«, sowie ein weiterer Rapid im vierten Grad. Beide Passagen können umtragen werden.


Große Schlucht, 9 km WW II-III (III+), Brücke Fortosio – Ambelochori bis Raftcamp Plaka.

Bis weit in den Sommer fahrbare Etappe in grandios schönem Canyon. Bei Niedrigwasser verdient nur der »Room of Doom« eine Drei, bei mehr als 80 Kubik sehr wuchtig, WW III-IV. Populäre Raftingstrecke.


Waldschlucht, 14 km WW II-III (III+), Raftcamp Plaka bis Brücke Skoupa – Krioneri.

Landschaftlich ansprechende Strecke im breiten Kiesbett. Ein langer Schwall, der in der Außenkurve über eine Blockstufe bzw. enorme Walzen zieht, sollte besichtigt werden. Umtragen oder sneaken links gut möglich.

Kallaritikos

Oberlauf, 1,5 km WW IV, dann 5 km WW II, Brücke Kristos – Kallarites bis ”Broken Bridge".

Heißer Run zur Schmelze mit furiosem Auftakt in kurzer Schlucht gefolgt von einer Schussfahrt durchs Kiesbett.


Untere Klamm, 6 km WW III (IV+) plus 2 km WW II auf dem Arachthos, Brücke Michalitsi – Ktistades (”Broken Bridge") bis Brücke Fortosio – Ambelochori.

Ein echtes Highlight im Pindos! Gleich nach dem Einstieg rassige, völlig ausgesetzte Klamm, bei gut Wasser bis WW IV+. Bei Minimalflow wesentlich zahmer und auch für nur Normalpaddler ein Genuß.

Acheron

Weiße Schlucht, 12 km WW III und IV, Brücke Vrissoila – Seriziana bis Gliki.

Eine der eindrucksvollsten Schluchten Griechenlands, leider ist Mitte April oft schon das Wasser knapp. Fahrbar auch mit ganz wenig Wasser, empfehlenswert sind 3 bis 8 Kubik am Einstieg. Einige der Klammpassagen sind psychisch anstrengend. Erstfahrt besser bei wenig Wasser und gutem Wetter. Der Shuttle über Despotiko (40 km) dauert eine Stunde.