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Touren

Traumtour 1: Grönlands Westküste

 Touren-Tipps & Flüsse, Grönland

Wir haben zehn wunderschöne Ziele auf Salz- und Süßwasser zusammengestellt und jede Woche erscheint eine Revierbeschreibung online. Der erste Teil der Reihe führt hoch in den Norden ins arktische Abenteuer, zu Eisbergen, Walen und Fjorden. Grönland ist sicher eines der spektakulärsten Seekajakreviere weltweit. Die Fjorde von Uummannaq bieten Outdoorfeeling pur und vom Feinsten.Westgrönland punktet im Gegensatz zum Osten mit wenig Wind und Regen.

Einfach atemberaubend: Grönland.
Foto: Jo Deleker
Im Westen Grönlands gibt es mehr Sonne, weniger Regen, weniger Mücken und weniger Eisbären als im Osten.


»Spät abends im warmen Licht der tiefstehenden Sonne paddeln wir los in die Treibeisfelder vor dem Gletscher. Dünnes klares Eis bildet sich, kleinere Brocken frieren zusammen, machen die Kreuzfahrt zum prickelnden Erlebnis. das Eis knistert, gluckst und knackt, lautlos gleiten wir über spiegelglatte Wasserflächen, im Hintergrund die gigantische Abbruchkante des Store-Gletschers. Arktische Wunderwelt.« (Jo Deleker)

 

Paddelrevier
Für den Westen Grönlands sprechen viele Gründe: Einzigartige und traumhafte Landschaft, Eisberge, Eisschollen, Fjorde und raue Küsten. Das Wetter ist im Sommer beständiger als an der Ostküste, es gibt weniger Mücken, wenig Wind, kaum Regen und dafür viel Sonne. Die Fjorde von Uummannaq bieten Einsamkeit und Ruhe, im Gegensatz zu der Diskobucht bei Ilulissat verirren sich hier nur wenige Touristen hin und die Landschaft ist noch um einiges spektakulärer.

Grönland

Holiday in Ice
Foto: Jo Deleker

Grönland ist die größte Insel der Welt. Es ist ein autonomer Teil Dänemarks und so wird neben Inuktituk, der Sprache der Inuit, dänisch gesprochen. Grönland ist extrem dünn besiedelt: Die Bevölkerungsdichte liegt nur bei 0,026 Einwohnern pro Quadratkilometer, in Deutschland sind es 229! Die meisten Menschen leben entlang der Westküste in den größeren Städten Nuuk, Ilulissat, Sisimiut und Aasiaat.  Hinter der Haustür beginnt die Wildnis – ein wahres Outdoorparadies also. Die Landschaft der Westküste prägen Fjorde und Buchten. 80 Prozent der Insel sind von Eis und Schnee bedeckt. Das Inlandeis fließt in riesigen Gletschern zum Meer. Dank des Grönlandstroms erreichen die Temperaturen im Sommer fast 20 Grad, nachts bleibt es im Juni, Juli und August oberhalb des Gefrierpunkts, im September wird es dann kälter. Im Sommer ist Grönland das Land der Mitternachtssonne, die Tage scheinen endlos und die Sonne geht nicht unter. Im Winter hingegen herrscht durchgängig Polarnacht.
Eisbären kommen an der Westküste nur sehr selten vor, dafür ist im Sommer die Chance sehr hoch, Rentiere, Robben und Wale zu beobachten.

» Die Sonne steht tief, das Meer ist ruhig. Der Bug der Kajaks zeigt in Richtung der imposanten Insel Storöen, die mit ihren 1000 Meter hohen, feuerrot leuchtenden Felswand acht Kilometer voraus liegt und uns anzieht wie ein Magnet. Wir sind jenseits des 70. Breitengrads, weit nördlich des Polarkreises. Unter der Mitternachtssonne färbt sich das Meer purpurblau und ist so glatt, dass die Landschaft unzertrennbar mit ihrem Spiegelbild im Wasser verschmilzt. Die Berghänge erglühen in kräftigem rot, die Schatten werden lang, ein Riesenscheinwerfer scheint die Eisberge anzustrahlen.« (J.-L. Grossmann, R. Mecattaf)

Gefahren

Was will Paddler mehr?!
Foto: Jo Deleker

Zwar bieten die Fjorde Schutz, doch können hin und wieder gefährliche Fallwinde auftreten und niemand sollte ohne Seekajakerfahrung, bewährte Ausrüstung und genaue Organisation aufbrechen. Das Wetter kann trotz allem im Sommer, der besten Reisezeit, unerwartet umschlagen. Einsamkeit und Ruhe sind einerseits wunderschön, andererseits kann die Abgeschiedenheit in Gefahrensituationen zum Verhängnis werden. Aus diesem Grund ist die sichere Bootbeherrschung und Erfahrung Pflicht, außerdem sollte man im Stande sein, in der Wildnis notfalls auch alleine zurechtzukommen, denn Seenotrettung gibt es hier nicht. Eisbären kommen im Westen so gut wie nie vor, deren Revier ist eher im Norden und Osten. In Acht nehmen sollte man sich hingegen vor den Eisbergen. Der größte Teil des Eises liegt unter Wasser. Wenn es dort langsam schmilzt, kann der Eisberg irgendwann kippen und sich umdrehen. Besser also Abstand halten von den eindrucksvollen Monumenten. Außerdem kann auftretendes Packeis die Fahrt behindern, hier am besten schnell reagieren.

»Der Wind frischt aus Nordost auf, treibt Eistrümmer in unsere Bucht. Schnell realisieren wir, dass es nicht schlecht wäre, zügig zu flüchten. Aber das Packen dauert viel zu lange, die Eisfalle ist schon zugeschnappt, ein breiter Eisgürtel verhindert, dass wir die Boote ins Wasser bekommen. Gefangen. Der Wind nimmt weiter zu, es wird kälter und das Eis dichter. Das wäre der richtige Zeitpunkt für ein Telegramm nach Hause im Stil der alten Polarforscher: Grönland. 71 Grad Nord. 19. August. Sitzen im Packeis fest. Suchen nach Auswegen.« (Jo Deleker)

Anreise und Ausrüstung

Die empfohlene Zuladung der Kajaks wird weit überschritten...
Foto: Jo Deleker

Kajaks sowie Proviant können nur per Schiff nach Uummannaq transportiert werden, beispielsweise mit der Reederei Royal Arctic Line. Dafür muss alles nach Aalborg in Dänemark gebracht und wieder abgeholt werden. Von Kopenhagen aus gehen Flüge der Airline Air Greenland (www.airgreenland.com) nach Kangerlussuaq und weiter nach Ilulissat und Uummannaq.

Alle Ausrüstungsgegenstände müssen sich auf vorangegangenen Touren schon bewährt haben und man sollte sich auch unter schwierigen Bedingungen auf die einzelnen Teile verlassen können. Trockenanzug, Erste-Hilfe-Set, GPS, Kompass, Signalraketen und Satellitentelefon sollten auf jeden Fall Teil der Ausrüstung sein. Alle Nahrungsmittel müssen mitgenommen werden, es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten während der Tour. Die besten verfügbaren Karten im Maßstab 1:250.000 kommen von Sagamaps. Für Uummannaq gilt Blatt 12.

»Die Tage im Qarajaq-Fjord sind ein einziger Traum. Absolute Windstille, wolkenloser Himmel, 13 Grad. Die Boote gleiten lautlos und zügig durchs eigene Spiegelbild. Die Stille wird nur unterbrochen von den Geräuschen der Eisberge, mal ein dumpfes Donnern, ein Rumpeln, Zischen, Knistern oder Krachen. Ich hätte nie gedacht, dass gefrorenes Wasser eine so vielfältige Sprache spricht. Doch plötzlich erschreckt uns ein anderes Geräusch: Ein lautes, stoßartiges Prusten. Da bläst er! Ein Finnwal. Drei kräftige Atemzüge, und schon verschwindet der nach dem Blauwal zweitgrößte aller Wale wieder in der 1000-Meter-Tiefe des Fjords.« (Jo Deleker)

Wal ahoi! Wer Gkück hat, der bekommt einen Buckel- oder Finnwal zu Gesicht.
Foto: Jo Deleker

Reise-Reportagen

Die Zitate stammen aus den Berichten von Jo Deleker und Jean-Luc Grossmann in KANU 7/2011 und 2/2008.
Wer neugierig geworden ist, mehr lesen möchte und die Hefte nachbestellen will:
Holiday in Ice: Auf Selbstversorgertour in den Fjorden Grönlands KANU 7/2011 S. 66
Ice, Ice, Baby! Kajakexpedition an der Nordwestküste Grönlands KANU 2/2008 S. 80
Ein Schiff wird kommen: Eine unfreiwillige Robinsonade in Grönland KANU 4/2011 S. 72

Wie sich eine Tour an der raueren Ostküste anfühlt? 4-Seasons hat die Seekajaker interviewt.

Weitere Traumziele

Traumrevier Nr. 2: Der Bodensee

Für Traumtouren muss man nicht unbedingt in die Ferne streben. Ganz im Süden Deutschlands liegt ein wirklich reizvolles Paddelrevier: Der Bodensee. Das Meer der Schwaben hat viele Facetten, eine schöner als die andere. Ob entlang der Schilfwälder oder Streuobstwiesen, langweilig wird einem auf dem Bodensee nie.

3. Traumziel: Ionische Inseln

Diesmal entführen wir Sie an die Küsten des Lichts: Klares Wasser, leuchtende Strände, hohe Felsen und Olivenbäume, das ist das Ionische Meer in Griechenland. Besonders im Herbst, wenn die Touristenströme verschwunden sind, und im Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht lähmend wirkt, locken die Ionischen Inseln Paddler mit ihrem südlichen Flair.

Traumreviere Teil 4: Patagoniens Fjorde

Paddelnd geht es durch die fast menschenleeren und unberührten Fjorde Patagoniens südlich von Puerto Montt. Urwaldbewachsene Steilküsten und vergletscherte Berge bestimmen das Landschaftsbild. Die raue und mystische Schönheit verzaubert.

Paddelparadies Nr. 5: Thailand

Thailand bietet Paddlern ein Revier der Extraklasse: Glasklares Wasser, Sonne satt und eine unglaublich vielfältige Unterwasserwelt, hinzu kommt die Herzlichkeit der Thailänder. Und romantische Zeltplätze finden sich an den weißen Stränden ebenfalls zuhauf. Was will man mehr?

Traumziel 6: Lofoten, Norwegen

Inseltraum Lofoten: Zwar sind die Lofoten für tagelangen Regen berüchtigt, für ihre Schönheit aber noch berühmter. »Das Gebirge, das aus dem Meer steigt« ist eindeutig ein Traumziel für Seekajaker und nicht wenige haben sich schon in die einzigartige Landschaft der »Inseln der Götter« verliebt.

Paddeltraum Nr. 7: Loire, Frankreich

Die Loire bietet Sand- und Kiesbänke ohne Ende, klares Wasser, halbwilde Pferde und Kühe und Wildnis im Herzen Frankreichs. Schlösser und süße französische Städtchen tauchen hin und wieder an den Ufern auf, während Paddler gemütlich an den flachen Flussinseln vorbeigleiten. Abends auf einer der vielen Kiesbänke zelten, am Lagerfeuer sitzen und vielleicht noch ein nächtliches Bad nehmen: das ist Loire pur.

Traumtouren Teil 8: Baja California, Mexiko

Im Westen Mexikos liegt die Halbinsel Baja California. Kakteen prägen das Bild der kargen und wüstenartigen Landschaft. An der Westküste der Baja können Wale beobachtet und Mangrovenwälder erkundet werden, an der Ostküste spielen Delfine und Seehunde im warmen Wasser.

Traumrevier Nr. 9: Masurische Seenplatte, Polen

Das Land der tausend Seen, ist Polen, genauer die Masuren. Hier leben noch Eisvögel, die beim Fischen beobachtet werden können. Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. Der Osten lockt mit seinen Seen und Flüssen, seinen traumhaften Nationalparks und polnischer Lebensart.

10. Traumziel: Bella Bella, Inside Passage

An der Westküste Kanadas und Alaskas reihen sich auf über 1000 Kilometern geschützte und von Regenwald zugewachsene Inseln aneinander: Inside Pasage. Wer hat diesen Namen noch nicht gehört, vor Augen atemberaubende Landschaft, Wale, Lachse, Bären und Einsamkeit?