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Touren

Neue Flüsse im Wildwasser-Paradies Ecuador

 Touren-Tipps & Flüsse, Mittel- und Südamerika
Dank Pick-Up und neuer Straßen rücken neue Flüsse in den Fokus der Paddler.
Der nächste Bach? Neue Wege eröffnen in Ecuadors Dschungel neue Möglichkeiten.
Foto: Norbert Blank

»Neue« Flüsse in Ecuador? Bauen die Südamerikaner im Tropenwald künstliche Wildwasserstrecken? Oder gräbt, dank Klimaerwärmung, der tropisch warme Regen neue Bachbetten in den Urwald? Keines von Beidem!

 

Aufgrund der besseren Infrastruktur führen im Amazonas-Gebiet Ecuadors neue Wege zu versteckten Dörfern: Einer Handvoll Palmhütten »in the middle of nowhere«. Dort sprechen die Menschen noch »Quechua«, die alte Sprache der indigenen Bevölkerung. Früher führte eine tagelange Expedition mit Maultieren über schlammige Dschungelpfade in diese Täler. Heute genießt man die kurze Fahrt zum Einstieg vom Mazda-Pickup aus. Die teilweise holprigen, noch auf keiner Karte verzeichneten Pisten, ermöglichen den Holzfällern, Goldwäschern und Ölsuchern immer tiefer in den dichten Urwald vorzudringen. Die wenigen Paddler hier im Amazonas profitieren indirekt von der »Erschließung« des Dschungels.

Als vor zehn Jahren die ersten Europäer (mit ewig langen Wurfsäcken und ohne Infos über die Schwierigkeiten im Wildwasser) nach Ecuador kamen, standen die wenigen, bekannten Flüsse nur routinierten Wildwasserkanuten mit viel Zeit und Expeditionsgeist offen. Alles spielte sich im Bereich WW 3 bis 4+ ab. Paradiesisches »World Class« Wildwasser für Erfahrene. Früher war das so!

 

Heute kann Jedermann und Frau die Schönheiten der tropischen Wasserläufe erkunden - an dem Flecken unsere Erde mit der höchsten Dichte an Flüssen pro Quadratkilometer Landfläche. Von WW1 bis WW6 gibt’s Wildwasser satt. Vom Hotel aus binnen kurzer Zeit zu erreichen, leicht oder schwer, technisch oder wuchtig, lange oder kurze Tour. Geeignet für Kanu-Einsteiger und Profis, für Schlauch-Canadier, Playboat oder Creeker. Von November bis Januar (der »trockenen« Zeit im Regenwald) findet sich bei jedem Wasserstand der richtige »Bach«. Der Taxifahrer wartet mit seinem Auto am Ausstieg, im Hotel die heiße Dusche und das kalte Bier – die »Cerveza bien fria«.
Paddlerherz was willst du mehr.

Flüsse in der Region Tena

Die Region Tena hat für jeden etwas zu bieten: von der Einsteiger-Tour auf dem Rio Napo Alto bis zum steilen Creekbach Rio Pusuno mit 12 Meter Wasserfall.

Leicht: Rio Napo Alto

Der Rio Napo Alto bietet Einsteiger-Wildwasser.
Der Rio Napo Alto ist für Ecuador-Einsteiger erste Wahl.
Foto: Norbert Blank

 

Charakter: Großer, ruhiger Kiesbank-Fluss in weitem Tal. Gute Einsteiger-Tour. Idealer »Ausweich-Bach« bei Hochwasser (dann geile Surf-Wellen). Ein super feiner Playspot circa zehn Paddel-Minuten unterhalb des Einstiegs (der Geheim-Tipp der Locals, geht bei fast jedem Wasserstand).

 

WW: 1 bis 2, bei HW 2 bis 3

 

Länge: 12 km

 

Dauer: 2 bis 3 h (ohne Play)

 

Boot: Playboat, Schlauch-Canadier

 

Einstieg: 100 m linksufrig unterhalb der großen Strassen-Brücke im Ort Puerto Napo

 

Ausstieg: Im Ort Puerto Misahualli, an der Mündung von Rio Misahualli und Rio Napo

 

Besonderes: Die lange Zeit von den Einheimischen extrem gefürchtete »Molino de la Lata«, ein gigantischer Wasser-Wirbel von fast 100 Meter Durchmesser mit einem Monster-Sog, existiert nicht mehr. Ein Hochwasser hat diese Strömung entschärft und die Passage stellt auch für Kanu-Einsteiger keine Gefahr mehr da. Dagegen sind die gleichnamigen »Cascadas de Lata« auf dem Heimweg eine Besuch wert: Kurzer Fußweg und Tarzan Dschungel Wasserfall Romantik pur.

Mittel: Rio Wayusa

Der Rio Wayusa bietet Drop'n'Pool-Vergnügen.
Kurz aber oho: der Rio Wayusa.
Foto: Norbert Blank

 

Charakter: Kurzer, landschaftlich gigantischer Drop and Pool

 

WW: 3 und 3+, kurz vor der Mündung in den Rio Jatunyacu deutliche Zunahme der Schwierigkeiten (WW 4 bis 6). Der Abschlussfall in den Jatunyacu ist unfahrbar. Verklemmgefahr!

 

Länge: 2 km

 

Dauer: 2 h (inklusive Hochlaufen und Umtragen des Abschlussfalles)

 

Boot: Playboat, Creeker

 

Einstieg: Vom Ausstieg entlang des Rio Wayusa auf Pfad flussaufwärts laufen

 

Ausstieg: Communidad Wayusa: Vom Raft- und Paddel-Einstieg des Rio Jatunyacu weiter fahren bis ans Ende der Piste.

 

Besonderes: Die Communidad (das Dorf) verlangt einen Eintritt für das Schutzgebiet: einige Dollar in Kleinstgeld (!!!) bereithalten. Der Rio Wayusa lässt sich ideal mit einer Befahrung des Rio Jatunyacu verbinden – dann früh aufstehen!

Schwer: Rio Pusuno

Der 12-Meter-Wasserfall am Rio Pusuno.
Steil und geil: am Rio Pusuno wartet ein 12-Meter-Wasserfall.
Foto: Norbert Blank

 

Charakter: Abgelegener, steiler Creekbach

 

WW: 4 bis 6. Ein gut fahrbarer zwölf Meter Wasserfall mit riesigem Pool unterhalb (Paddeln oder Abseilen mit mindestens 18 Meter Wurfsack! Ein Umtragen ist nicht möglich). Danach bis zur Mündung in den Rio Napo viele Sifons und keine Möglichkeit zum Abbruch.

 

Länge: 10 km

 

Dauer: 6 bis 10 h inklusive Scouten und Sichern

 

Boot: Creeker

 

Einstieg: Schwer zu finden, liegt im Grünen »Nichts« an einem Abzweig der Piste vom Ort Puerto Misahualli zum kleinen Ort Pusuno! Von der Piste circa 600 Meter Fussweg auf kleinem Pfad steil bergab zur schwindelfreien Hängebrücke. Zum Hinkommen siehe Besonderes!

 

Ausstieg: Mündung in den Rio Napo im Ort Pusuno.

 

Besonderes: Der ecudorianische Raftguide und Paddler »Tarquino« hat am Rio Pusuno eine Finca und kennt jeden Quadratmeter Land dort mit dem Vornamen. Einfach in den Paddlerkreisen in Tena nach »Tarquino« fragen. Alles weitere findet sich mit seiner Hilfe und Begleitung von selbst.

Flüsse in der Region Puyo

Die Region Puyo liegt am Rande des Amazonasbecken und wurde bis jetzt vom Tourismus weitesgehend verschont. Die Wahrscheinlichkeit, andere Paddler auf dem Rio Chungiasa zu treffen, ist eher gering. Man hat also Ruhe und Zeit die Natur in allen Zügen zu genießen.

Schwer: Rio Chungiasa

 

Charakter: Einer der landschaftlich schönsten Dschungel-Flüsse Ecuadors mit einer atemberaubenden Schlucht und »eigentlich« nur WW3. Wäre da nicht der kurze Siphonabschnitt. Schwimmen absolut verboten !!!

 

WW: 3, davon 800 Meter gefährlich wie WW6: Die Siphonstrecke muss in enger Schlucht zwischen senkrechten Felswänden teilweise gepaddelt, teilweise auf großen Felsblöcken umtragen werden.

 

Länge: 24 km

 

Dauer: 4 h

 

Boot: Playboat, Creeker

 

Einstieg: Straßenbrücke zum Ort »Nuevo Huamboya«. Abzweig ca 20 km nach der Pastaza Brücke. Unbedingt Zeit für einen Plausch mit den Dorfbewohnern mitbringen.

 

Ausstieg: Kurz nach der Mündung in den Rio Pastaza an der großen Straßen-Brücke über den Rio Pastaza (Strecke Puyo – Macas).

 

Besonderes: Der Fluss wird sehr selten befahren: Laut Aussagen der Dorfbewohner war vor uns die letzte Paddlergruppe im Jahr 2006 da. Gutes Scouten und Trittsicherheit absolut nötig! Ein Ausstieg aus der Schlucht ist schwierig bis unmöglich.

Flüsse in der Region Macas

Die Tour auf dem Rio Managossa ist mit 42 km die längste Tour und soll eine der schönsten Dschungelschluchten der Welt besitzen.

Leicht: Rio Paute

 

Charakter: Kurzer, entspannter River-Run.

 

WW: 2, dann kleine, schöne Schlucht WW 2 bis 3

 

Länge: 7 km

 

Dauer: 2 h

 

Boot: Playboat, Creeker, Schlauch-Canadier

 

Einstieg: Vier Kilometer oberhalb der Ortschaft Mendez auf der neuen Straße Richtung Cuenca

 

Ausstieg: Mündung in den Rio Upano unter der Patuca-Brücke.

 

Besonderes: Ausstieg auf keinen Fall verpassen! Sonst fährt man in die große »Schlucht der heiligen Wasserfälle« des Rio Upano ein und hat 42 Kilometer mehr.

Mittel: Rio Managossa oder »Schlucht der heiligen Wasserfälle des Rio Upano«

Durch die lange Schlucht des Rio Managossa.
Gilt als eine der schönsten Dschungel-Schluchten: der Rio Managossa.
Foto: Norbert Blank

 

Charakter: Wird als eine der schönsten, großen Dschungel-Schluchten der Welt bezeichnet. Wuchtwasser inklusive Papageien-Schwärme.

Neues: Der Fluss selbst und die Schlucht ist unter Insidern nicht Neu.

Neu sind drei Dinge:

  1. Die während der letzten zwei Jahre sanierten und großteils asphaltierten Verbindungsstraßen in der Region machen den Fluss jetzt »vernünftig« zugänglich.
  2. Die am Rio Managossa ansässigen Shuar Indianer waren als Kopfjäger und Krieger gefürchtet und haben früher auch schon mal auf ein Raft geschossen. Mittlerweile haben sie die Vorteile des sanften Tourismus erkannt und »jagen« nur noch Anacondas. Wir Paddler sollten der Kultur der Shuar trotzdem den nötigen Respekt und Ihnen eine gewisse Zurückhaltung entgegenbringen, z.B. dezent Umziehen am Bach!
  3. Wir nennen euch hier erstmals GPS Daten und Pegelstände, unter denen ein Einfahren in die - durch extrem schnell steigende Hochwasser - gefährdete Schlucht Sinn macht – siehe Besonderes.
Wasserfälle durchbrechen das tropische Grün und fließen dem Rio Upano zu.
Bietet mehr als tolle Ausblicke: der Rio Upano.
Foto: Norbert Blank

 

WW: Bei NW 2 bis 3+, MW 3 bis 4+, HW 5 bis 6

 

Länge: 42 km

 

Dauer: 4 h (bei NW)

 

Boot: Creeker, bei NW Schlauch-Canadier

 

Einstieg: Mündung von Rio Paute in den Rio Upano unter der Patuca-Brücke
GPS: S 02º 45.210', W 078º 15.739'
Einstieg bei Google Maps

 

Ausstieg: In der Nähe des Ortes Yuquianza. Mündung eines Kleinflusses von links über eine weite Kiesbank. Die Straße ist das erste mal seit Einstieg wieder sichtbar. Kein Ort in Fußreichweite. Nur sporadischer PKW- und Bus-Verkehr. Rücktransfer vorab organisieren.
GPS: S 02º 58.924', W 078º 13.227'
Ausstieg bei Google Maps

 

Besonderes: Pegel des Rio Upano im Ort Logrono an der Hängebrücke (Puente Colgante): 40 bis 60 cm = NW (ideale Basis für lockere Befahrung der grossen Schlucht bei blauem Himmel / trockenem Wetter) 90 cm = MW (Schlucht für »Normalos« möglich, zusätzlicher Sicherheitscheck am Rio Paute und Rio Negro nötig, was diese noch an Wasser in die Schlucht mit hineinbringen – siehe Einstieg).
Immer nur bei stabilem Wetter mit dem ersten Morgenlicht in die Schlucht starten. Auf dem Fluss in Bewegung bleiben – nicht hektisch, aber zügig zupaddeln! Rechtzeitig kurze Pausen machen und fortlaufend den Wasserstand beobachten. Notfall- und Übernachtungs-Ausrüstung mitführen. Ein Notausstieg aus der Schlucht ist an nur ganz wenigen, sehr schwer zu findenden Punkten möglich und bedeutet Kilometer langes Schleppen der Ausrüstung aus tiefer Schlucht in große Höhe über übelste Schlamm-Pfade in tropischem Klima. Dafür gibt’s ein selten befahrenes, absolutes Highlight!