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Touren

Traumreviere Teil 4: Patagoniens Fjorde

 Touren-Tipps & Flüsse, Mittel- und Südamerika

Wir haben zehn wunderschöne Touren auf Salz- und Süßwasser zusammengestellt und jede Woche erscheint eine ausführliche Revierbeschreibung online. Paddelnd geht es durch die fast menschenleeren und unberührten Fjorde Patagoniens südlich von Puerto Montt. Urwaldbewachsene Steilküsten und vergletscherte Berge bestimmen das Landschaftsbild. Die raue und mystische Schönheit verzaubert. Wechselhaftes Wetter gepaart mit kaltem Wasser machen das Paddeln jedoch zu keinem reinen Zuckerschlecken.

Mystisches Patagonien ... | Foto: Paul Ulrich

Patagonien

Rau und wild. Nass und kühl: Patagonia. | Foto: Ina & Edu Koch

»Wir paddeln tief in die eingeschnittenen Seitenfjorde, an deren Hängen sich die Gletscher krallen. Dort, wo Wasser die Gletscher ausgehöhlt hat, stürzen Wasserfälle direkt aus dem Eis ins Tal. Um nicht von Eisbergen eingeschlossen zu werden, schlagen wir unser Lager einige Kilometer vom Gletscher entfernt auf. Trotzdem ist am nächsten Morgen die gesamte Bucht von Eisbergen bedeckt.« (Paul Ulrich, Ina Koch)

Der Süden Chiles und Argentiniens wird Patagonien genannt, wozu auch das südlich der Magellanstraße gelegene sagenumwobene Feuerland, »Tierra del Fuego«, gehört. Die Bevölkerungsdichte ist sehr gering und liegt bei etwa zwei Einwohnern pro Quadratkilometer, dabei ist Patagonien in etwa so groß wie ganz Europa! Auf der argentinischen Ostseite dominiert die Pampa, also weite, trockene und steppenartige Ebenen, in denen der Wind allgegenwärtig ist. Der chilenische Westen ist hingegen kühl, sehr feucht und Fjorde, Gletscher und der Valdivianischen Regenwald prägen das Bild. Ganz im Süden setzt sich Chile nur noch aus von Gletschern, Fjorden und Meeresarmen durchzogenen Landmassen zusammen. Generell gilt: Je weiter gen Süden, desto rauer und desto ursprünglicher wird die Landschaft. Patagonien befindet sich auf der Südhalbkugel, die Jahreszeiten sind denen in Europa entgegengesetzt. Beste Reisezeit ist der europäische Winter, also der patagonische Sommer von Oktober bis Februar.

Paddelrevier

Vögel gibt es einige im westlichen Patagonien. | Foto: Paul ulrich

Die Landschaft ist einzigartig: Die atemberaubenden Gletscher und rauen Steilküsten erscheinen aus der Paddelperspektive gewaltig und ehrfurchtsgebietend.
Patagonien ist ein sehr anspruchsvolles Paddelrevier und sollte nur von erfahrenen Seekajakern befahren werden. Die Wassertemperatur beträgt im chilenischen Sommer maximal zehn Grad. Das Wetter ist sehr wechselhaft, oft regnet und windet es. Vor den Steilküsten entstehen immer wieder Fallwinde, in den Fjorden weht der Wind meist von Nord und West. Dementsprechend muss auch mit Wellen gerechnet werden. Dennoch ist man in den Fjorden relativ gut vor dem Pazifik geschützt. Neben Seekajakerfahrung gehört ein gehöriges Maß Outdoorleidenschaft zu einer Tour an Patagoniens Küste dazu.

»Täglich können wir zahllose Vögel beobachten: beispielsweise die ,pato vapor austral‘, die flugunfähige Dampfschiffente, die mit heftigen Flügelschlägen übers Wasser läuft und dabei an einen Mississippi-Raddampfer erinnert. Oder den Sturmvogel. Viele Kormorane, Möwen und Austernfischer. Und weit über uns der Kondor, der nach verendeten Tieren späht und uns wegen unserer langsamen Bewegungen schon für halb tot halten mag...« (Paul Ulrich, Ina Koch)

Anreise und Verpflegung

See-Elefanten wollen nicht nur spielen, sie haben außerdem ein ausgeprägtes Territorialverhalten. | Foto: Paul Ulrich

Nach Puerto Éden: Zunächst müssen Sie über Santiago de Chile nach Punta Arenas fliegen. Von dort aus fährt mehrmals täglich ein Bus weiter nach Puerto Natales. Eine Fähre verkehrt einmal die Woche zwischen Puerto Natales und Puerto Éden, Infos darüber gibt es auf der Homepage www.navimag.com.
Trinkwasser findet man unterwegs reichlich. Das Essen muss jedoch von vornherein mitgebracht und eingekauft werden, denn es ist alles andere als sicher, dass es in Puerto Éden genug Lebensmittel zu kaufen gibt.

»Mit steiler Paddelhaltung stemmen wir uns gegen den Wind und schaffen gerademal dreieinhalb Kilometer im Schnitt. Nach sechs Stunden erreichen wir unsere Insel und genießen die ersten Sonnenstrahlen seit Beginn unserer Reise. Wir breiten unsere gesamte, vom tagelangen Dauerregen nasse Ausrüstung zum Trocknen am Strand aus. Ich weiß zu schätzen, wie gut es uns hier geht.« (Paul Ulrich)

Genehmigung und Ausrüstung

Das Volumen des Seekajaks wird voll ausgenutzt. | Foto: Paul Ulrich

Vor einer Tour müssen Paddler eine Genehmigung einholen. Dieses sogenannte »Zarpe« kann bei der chilenischen Marine, der Armada, eingefordert werden. Unter www.directemar.cl finden sich die zuständigen Stellen für die jeweilige Region. Es empfiehlt sich, schon frühzeitig mit der Armada Kontakt aufzunehmen, da Bürokratie ja bekanntlich dauert. Auf dem Schreiben müssen die Teilnehmernamen, die Reisepassnummern, die geplante Route, den Zeitrahmen und ein Tourenbericht notiert sein. Daraufhin wird in der Regel eine Liste mit der erforderlichen Sicherheitsausrüstung zurückgeschickt: Ohne Satellitentelefon, Epirb, VHF-Funkgerät, Signalspiegel, Reservepaddel, Schwimmweste, Neopren- oder Trockenanzug sowie Signalraketen darf nicht gestartet werden. Die Signalraketen müssen Bengalas sein, man findet sie bei Schiffsaustattern in den Hafenstädten Punto Arenas und Puerto Aysén und nimmt dafür am besten die Ausrüstungsliste der Armada mit. Erst nachdem die Ausrüstung kontrolliert wurde, erhält man die Genehmigung. Außerdem muss jeden Abend der Tour die aktuelle Position per Satellitentelefon an die Armada durchgegeben werden.

Karte und Tidenkalender

Beim Instituto Geográphico Militar in Santiago können sehr gute Karten im Maßstab 1:100.000 übers Internet bestellt werden. Der aktuelle Tidenkalender findet sich unter www.shoa.cl und kann dort für die Region »Angostura Inglesa« heruntergeladen werden.

»Eine Stunde werden wir von Delfinen begleitet, die als Schatten unter unseren Booten tauchen und fotogen zwischen unseren Kajaks mitschwimmen. Gegen Mittag erreichen wir den Pius-XI-Gletscher. An der Wasserfront ist der Gletscher sechs Kilometer breit, die Eistürme sind bis zu 75 Meter hoch. Alle paar Minuten stürzen sie laut donnernd ins Wasser und lösen meterhohe Brandungswellen aus. Sogar die Sonne zeigt sich ab und zu und das Gletschereis schimmert in allen erdenklichen Blautönen.« (Paul Ulrich, Ina Koch)

Der Pius-XI-Gletscher ist beeindruckend, vor allem aus der Paddelperspektive vom Wasser aus. | Foto: Paul Ulrich

Reise-Reportage

Die Zitate stammen aus der Reportage von Paul Ulrich und Ina Koch aus KANU 8/2011.
Wer neugierig geworden ist, mehr lesen möchte und das Heft nachbestellen will:
Jenseits von Eden, 880 Kilometer durch chilenische Fjorde, KANU 8/2011

Auf der 4-Seasons-Homepage ist ebenfalls die Reisereportage zu finden. Unter 4-Seasons.de gibt's eine Übersicht der Traumtouren.

Weitere Traumziele

Traumtour 1: Grönlands Westküste

Arktisches Abenteuer: Eisberge, Wale und Fjorde. Grönland ist sicher eines der spektakulärsten Seekajakreviere weltweit und Westgrönland punktet im Gegensatz zum Osten mit wenig Wind und Regen. Die Fjorde von Uummannaq bieten Outdoorfeeling pur und vom Feinsten.

Traumrevier Nr. 2: Der Bodensee

Für Traumtouren muss man nicht unbedingt in die Ferne streben. Ganz im Süden Deutschlands liegt ein wirklich reizvolles Paddelrevier: Der Bodensee. Das Meer der Schwaben hat viele Facetten, eine schöner als die andere. Ob entlang der Schilfwälder oder Streuobstwiesen, langweilig wird einem auf dem Bodensee nie.

3. Traumziel: Ionische Inseln

Diesmal entführen wir Sie an die Küsten des Lichts: Klares Wasser, leuchtende Strände, hohe Felsen und Olivenbäume, das ist das Ionische Meer in Griechenland. Besonders im Herbst, wenn die Touristenströme verschwunden sind, und im Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht lähmend wirkt, locken die Ionischen Inseln Paddler mit ihrem südlichen Flair.

Paddelparadies Nr. 5: Thailand

Thailand bietet Paddlern ein Revier der Extraklasse: Glasklares Wasser, Sonne satt und eine unglaublich vielfältige Unterwasserwelt, hinzu kommt die Herzlichkeit der Thailänder. Und romantische Zeltplätze finden sich an den weißen Stränden ebenfalls zuhauf. Was will man mehr?

Traumziel 6: Lofoten, Norwegen

Inseltraum Lofoten: Zwar sind die Lofoten für tagelangen Regen berüchtigt, für ihre Schönheit aber noch berühmter. »Das Gebirge, das aus dem Meer steigt« ist eindeutig ein Traumziel für Seekajaker und nicht wenige haben sich schon in die einzigartige Landschaft der »Inseln der Götter« verliebt.

Paddeltraum Nr. 7: Loire, Frankreich

Die Loire bietet Sand- und Kiesbänke ohne Ende, klares Wasser, halbwilde Pferde und Kühe und Wildnis im Herzen Frankreichs. Schlösser und süße französische Städtchen tauchen hin und wieder an den Ufern auf, während Paddler gemütlich an den flachen Flussinseln vorbeigleiten. Abends auf einer der vielen Kiesbänke zelten, am Lagerfeuer sitzen und vielleicht noch ein nächtliches Bad nehmen: das ist Loire pur.

Traumtouren Teil 8: Baja California, Mexiko

Im Westen Mexikos liegt die Halbinsel Baja California. Kakteen prägen das Bild der kargen und wüstenartigen Landschaft. An der Westküste der Baja können Wale beobachtet und Mangrovenwälder erkundet werden, an der Ostküste spielen Delfine und Seehunde im warmen Wasser.

Traumrevier Nr. 9: Masurische Seenplatte, Polen

Das Land der tausend Seen, ist Polen, genauer die Masuren. Hier leben noch Eisvögel, die beim Fischen beobachtet werden können. Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. Der Osten lockt mit seinen Seen und Flüssen, seinen traumhaften Nationalparks und polnischer Lebensart.

10. Traumziel: Bella Bella, Inside Passage

An der Westküste Kanadas und Alaskas reihen sich auf über 1000 Kilometern geschützte und von Regenwald zugewachsene Inseln aneinander: Inside Pasage. Wer hat diesen Namen noch nicht gehört, vor Augen atemberaubende Landschaft, Wale, Lachse, Bären und Einsamkeit?