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Touren

Traumtouren Teil 8: Baja California, Mexiko

 Touren-Tipps & Flüsse, Mittel- und Südamerika

Wir haben zehn wunderschöne Ziele auf Salz- und Süßwasser zusammengestellt und jede Woche erscheint eine Revierbeschreibung online. Im Westen Mexikos liegt die Halbinsel Baja California. Kakteen prägen das Bild der kargen und wüstenartigen Landschaft. An der Westküste der Baja können Wale beobachtet und Mangrovenwälder erkundet werden, an der Ostküste spielen Delfine und Seehunde im warmen Wasser.

Kakteen, Wüste, steile Felsküsten, Wale, Delfine – das ist die Baja. | Foto: Marco Kuhlmann


»Wir sahen Seehunde mit uns um die Wette schwimmen, Delfine, die eine lebende Welle produzierten, Mantarochen, die aus dem Wasser sprangen, Pilot- und Buckelwale, die unseren Weg kreuzten, Schwärme von Blaufußtölpeln, die sich ins Wasser stürzten und so vieles mehr, wir wollen es gar nicht erst erzählen. Zu groß wäre die Gefahr, angeberisch und unglaubwürdig zu klingen.« (Georg Popp)

Baja California

»Wüstenfinger im Meer«, Baja California.

Die Halbinsel Baja California wird auch als »Wüstenfinger im Meer« bezeichnet. Sie liegt im Westen Mexikos, ist ganze 1300 Kilometer lang – damit länger als der Stiefel Italiens – und bis zu 170 Kilometer breit. Die wüstenartige Landschaft ist karg und Kakteen aller Größen prägen das Bild. 120 Arten sind hier heimisch, die Hälfte wächst nur auf der Baja. Dort wo Wüste und Meer aufeinandertreffen, bilden steile Felsküsten, Mangrovendickichte und flache Sandküsten mit ausgedehnten Buchten den Übergang von Land zu Wasser. Im Golf von Kalifornien, der »Sea of Cortez«, an der Ostküste der Halbinsel, tummeln sich Delfine, Seehunde, Mantas und eine Vielzahl von (Speise-)Fischen. Vor allem im Winter und Frühjahr können an der Pazifikküste viele Wale beobachtet werden, die dann ihre Jungen zur Welt bringen. Die Küsten der Baja sind außerdem die Heimat zahlreicher Vögel wie Tölpel, Pelikane, Fischadler, sowie von Skorpionen und giftigen Schlangen. Süden und Norden der Halbinsel sind sehr touristisch, die Baja gilt als »Mallorca der Amerikaner«. An der Ost- und Westküste finden sich hingegen leere Strände.

»Zu den genussvollsten Augenblicken zählt es, zeitig am Morgen, wenn selbst noch das Meer zu schlafen scheint, langsam über eine spiegelglatte Oberfläche zu gleiten und durch kristallklares Wasser zu schauen. Muscheln, Schnecken, Sanddollars oder bunte Seesterne leuchten geheimnisvoll vom Grund herauf. Dann, wenn es zu tief wird, der Boden nicht mehr zu sehen ist, genießt man die Stille, die nur vom leisen Plätschern der Kajaks gestört wird.« (Verena Hackner)

Paddelrevier

Mexikanischer Somrero, grönländisches Paddel ... | Foto: Marco Kuhlmann

Die Baja punktet nicht mit landschaftlicher Abwechslung, sondern Intensität, diversen Tierbeobachtungen und dem Gefühl von Freiheit und Grenzenlosigkeit, das sich bei einer Tour um die Halbinsel unweigerlich einstellt. Die Pazifikküste ist kühler und etwas rauer als die Ostküste, die am Golf von Kalifornien liegt. Aber auch hier können schnell starke Winde auftreten, Paddler müssen bei einer Baja-Tour Seekajakerfahrung besitzen. Ab mittags weht der Wind meist aus Nord- und Nordwesten, wenn im Winter der »El Norte« einmal kräftig aus Norden bläst, müssen Pausentage eingelegt werden. Im Herbst können Hurricanes die Baja streifen. Die gesamte Ost- , sowie Westküste, bietet sich als Kajakziel an. Hier zwei Tipps an der Sea of Cortez:
In der 70 Quadratkilometer großen Bahía de los Ángeles (Engelsbucht) am Golf von Kalifornien liegen viele kleine und große Inseln drei bis sechs Kilometer vom Festland verstreut. Relativ gefahrlos kann man dort von Insel zu Insel paddeln.
Die Isla Camen liegt 600 Kilometer südlich der Engelsbucht in der Bahía de Loreto. Da sie neun Kilometer vom Festland entfernt ist, ist eine Querung mit dem Kajak möglich. Es schließt sich eine 80 Kilometer lange Umrundung der Insel an.

Reisezeit

Die weltgrößte Kaktee ist auf der Baja beheimatet. | Foto: Marco Kuhlmann

An der Küste der Baja California kann das ganze Jahr über gepaddelt werden. Der Winter von Januar bis März ist ideal für Tierbeobachtungen, da die Wale ihre Kälber zur Welt bringen, ab Februar blühen die Kakteen. Zugleich ist es aber auch die windigste Jahreszeit und im Norden fallen die amerikanischen Touristen ein. Von April bis Juni ist es schon sehr warm und die Landschaft ist satt grün. Die Monate Juli und August sind die heißesten des ganzen Jahres, die Temperaturen können über 40 Grad steigen, das Meer bringt keine Abkühlung. Die Strände sind dafür leer und es weht kaum. Der Herbst ist nach den ersten Frühlingsmonaten die beste Reisezeit, obwohl dann Hurricanes die Küste streifen können.

»Delphine, lauter Delphine. Ich ziehe meine Kamera aus dem wasserdichten Sack. Das Rauschen ist mittlerweile so laut wie die Niagarafälle, die Delphinfront gut einen Kilometer breit. Jede Sekunde springen hunderte Tiere aus dem Wasser, so knapp nebeneinander, dass es den Eindruck macht, es handle sich um einen einzigen, zusammenhängenden Organismus. Für Kajaks scheint es dazwischen keinen Platz zu geben.« (Georg Popp)

Verpflegung und Übernachten

Tierbeobachtungen stehen hier an der Tagesordnung. | Foto: Marco Kuhlmann

Verpflegung und Trinkwasser müssen für die gesamte Tour mitgeführt werden. Vor allem genügend Trinkwasser mitnehmen, vier bis fünf Liter pro Tag. Der Speiseplan kann gut mit der Angel aufgepeppt werden, Fische gibt es genug. In den touristischeren Gebieten besteht die Möglichkeit, einfache, günstige, und aus Palmwedeln gebaute Hütten, sogenannte Palappas, am Strand zu mieten, außerdem gibt es einige Campingplätze, die abseits der Touristenstädte sehr günstig sind. Auf nicht privatem Grund darf gezeltet werden, für Nationalparks müssen jedoch extra Genehmigungen eingeholt werden. Schlafen unter freiem Himmel ist weniger sinnvoll aufgrund der Skorpione und Schlangen, das Zelt sollte also ein Moskitonetz besitzen.

Es gehen Flüge direkt nach Loreto, La Paz oder Santa Rosalita über San Diego oder Los Angeles. Alternativ kann man ein Taxi von San Diego aus bis zur mexikanischen Grenze nehmen und in Tijuana einen Wagen mieten. Die folgenden 1000 Kilometern durch Mexiko bis Zentral-Baja sind eine wunderbare Einstimmung zur Paddeltour – diese Variante dauert jedoch länger als ein Direktflug. In den größeren Städten gibt es Kajakvermieter mit sehr guter Ausrüstung, billiger ist es, ein Faltboot im Flieger mitzunehmen.

»Ständig neues Land entdeckend, nicht wissend, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt, wird man oft das Gefühl nicht los, auf Expedition zu sein. Ist das Wasser klar genug, kann man Schwärme bunter Fische beobachten, die sich unter den Booten tummeln. Nicht umsonst gilt Baja California als ,poor man‘s Galapagos‘.« (Verena Hackner)

Karg, rau, trocken – aber wunderschön. | Foto: Marco Kuhlmann

Paddelführer

Hier einige Büchertipps:
Sea Kayaking in Baja, von Andromeda Romano-Lax
Guide To Baja Sea Kayaking, von Dave Eckardt?Baja California & Los Cabos, Lonely Planet, von Danny Palmerlee?Logbuch des Lebens, von John Steinbeck

Die Zitate stammen von Verena Hackner und Georg Popp aus dem Bericht in KANU 1/1997: »Alles außer Meerjungfrauen: Paddelgeschichten aus Baja California, Mexiko«.
Mehr Bilder von einer Seekajaktour an der Küste Baja Californias auf Marco Kuhlmanns Homepage.

Weitere Traumtouren

Traumtour 1: Grönlands Westküste

Arktisches Abenteuer: Eisberge, Wale und Fjorde. Grönland ist sicher eines der spektakulärsten Seekajakreviere weltweit und Westgrönland punktet im Gegensatz zum Osten mit wenig Wind und Regen. Die Fjorde von Uummannaq bieten Outdoorfeeling pur und vom Feinsten.

Traumrevier Nr. 2: Der Bodensee

Für Traumtouren muss man nicht unbedingt in die Ferne streben. Ganz im Süden Deutschlands liegt ein wirklich reizvolles Paddelrevier: Der Bodensee. Das Meer der Schwaben hat viele Facetten, eine schöner als die andere. Ob entlang der Schilfwälder oder Streuobstwiesen, langweilig wird einem auf dem Bodensee nie.

3. Traumziel: Ionische Inseln

Diesmal entführen wir Sie an die Küsten des Lichts: Klares Wasser, leuchtende Strände, hohe Felsen und Olivenbäume, das ist das Ionische Meer in Griechenland. Besonders im Herbst, wenn die Touristenströme verschwunden sind, und im Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht lähmend wirkt, locken die Ionischen Inseln Paddler mit ihrem südlichen Flair.

Traumreviere Teil 4: Patagoniens Fjorde

Paddelnd geht es durch die fast menschenleeren und unberührten Fjorde Patagoniens südlich von Puerto Montt. Urwaldbewachsene Steilküsten und vergletscherte Berge bestimmen das Landschaftsbild. Die raue und mystische Schönheit verzaubert.

Paddelparadies Nr. 5: Thailand

Thailand bietet Paddlern ein Revier der Extraklasse: Glasklares Wasser, Sonne satt und eine unglaublich vielfältige Unterwasserwelt, hinzu kommt die Herzlichkeit der Thailänder. Und romantische Zeltplätze finden sich an den weißen Stränden ebenfalls zuhauf. Was will man mehr?

Traumziel 6: Lofoten, Norwegen

Inseltraum Lofoten: Zwar sind die Lofoten für tagelangen Regen berüchtigt, für ihre Schönheit aber noch berühmter. »Das Gebirge, das aus dem Meer steigt« ist eindeutig ein Traumziel für Seekajaker und nicht wenige haben sich schon in die einzigartige Landschaft der »Inseln der Götter« verliebt.

Paddeltraum Nr. 7: Loire, Frankreich

Die Loire bietet Sand- und Kiesbänke ohne Ende, klares Wasser, halbwilde Pferde und Kühe und Wildnis im Herzen Frankreichs. Schlösser und süße französische Städtchen tauchen hin und wieder an den Ufern auf, während Paddler gemütlich an den flachen Flussinseln vorbeigleiten. Abends auf einer der vielen Kiesbänke zelten, am Lagerfeuer sitzen und vielleicht noch ein nächtliches Bad nehmen: das ist Loire pur.

Traumrevier Nr. 9: Masurische Seenplatte, Polen

Das Land der tausend Seen, ist Polen, genauer die Masuren. Hier leben noch Eisvögel, die beim Fischen beobachtet werden können. Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. Der Osten lockt mit seinen Seen und Flüssen, seinen traumhaften Nationalparks und polnischer Lebensart.

10. Traumziel: Bella Bella, Inside Passage

An der Westküste Kanadas und Alaskas reihen sich auf über 1000 Kilometern geschützte und von Regenwald zugewachsene Inseln aneinander: Inside Pasage. Wer hat diesen Namen noch nicht gehört, vor Augen atemberaubende Landschaft, Wale, Lachse, Bären und Einsamkeit?