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Touren

10. Traumziel: Bella Bella, Inside Passage

 Touren-Tipps & Flüsse, Nordamerika

Wir haben zehn wunderschöne Touren auf Salz- und Süßwasser zusammengestellt und jede Woche geht eine Revierbeschreibung online. An der Westküste Kanadas und Alaskas reihen sich auf über 1000 Kilometern geschützte und von Regenwald zugewachsene Inseln aneinander: Inside Pasage. Wer hat diesen Namen noch nicht gehört, vor Augen atemberaubende Landschaft, Wale, Lachse, Bären und Einsamkeit?

Der Regenwald reicht im Kajakparadies bis ganz ans Wasser heran. | Foto: Lars Schneider


»Die Inside Passage ist ein wahres Paradies für Küstenpaddler. Delphine und Seehunde sind hier ebenso häufig wie Bären, Adler und Pumas. Das Wasser ist so klar, dass man unter dem Kajak die Lachse herumhuschen sieht. Beim Blick unter die Wasseroberfläche entdeckt man zudem abertausende Seesterne in allen erdenklichen Farben. Muscheln und Krabben liegen am Meeresgrund verstreut wie kleine Holzbausteine in einer riesigen Spielzeugkiste.« (Sabine Zdunnek)

Inside Passage

An der Westküste Kanadas und Alaskas liegt die Inside Passage.

Die Inside Passage erstreckt sich über 1000 Kilometer entlang der Küsten Kanadas und Alaskas von Vancouver nach Skagway. Der Küste sind viele kleine und große Inseln vorgelagert, daher auch der Name »Inside«: Der Weg durch das Inselgewirr verläuft relativ geschützt vor dem rauen Nordpazifik und eröffnet damit nicht nur früheren Seefahrern eine sichere Route, sondern auch Seekajakern ein schier grenzenloses Paddelrevier. Vorbei geht es an dicht mit Regenwald bewachsenen Inseln, geschützten Buchten, Bären und Walen. Die Landschaft ist noch sehr ursprünglich, in das Inselreich eingetaucht, umgibt einen abseits der Touristenschiffe Einsamkeit. Teilweise macht sich aber auch der Kahlschlag bemerkbar, von dem der Great Bear Rain Forest bedroht wird. Durch die geschützte Lage und das verhältnismäßig milde Klima ist die Region dennoch ein Paradies für viele Tiere. Bären, Adler, Robben, Lachse, Delphine und sogar Wölfe sind hier heimisch.

»Mystische Stille breitet sich aus. Tief atme ich den salzigen Geruch des Meeres ein. Es riecht nach Algen und Tang, angeschwemmtem Treibgut und Freiheit. Die morgendliche Kälte verzieht sich vom Strand und die letzten Nebelschwaden ergeben sich der Kraft der aufgehenden Sonne. Hinter dem Biwakplatz nichts als dichter, undurchdringlicher Regenwald.« (Sabine Zdunnek)

Bella Bella

Tiere fühlen sich hier besonders wohl. | Foto: Archiv Northern Lights

Bella Bella liegt an der sogenannten »Discovery Passage«, die den südlichen Teil der Inside Passage von Port Harby bis zur Grenze Alaskas bezeichnet. An der Küste plätschern von steilen überwucherten Hängen Wasserfälle herab und ehemalige Gletscher haben tiefe Fjorde ins Meer gegraben. Im Westen erstreckt sich eine ausgedehnte Inselwelt. Bella Bella ist ein idealer Ausgangspunkt für längere und kürzere Touren. Die Inseln bietet eine Fülle von Routenmöglichkeiten, sei es eine Rundtour, gen Norden nach Prince Rupert oder Kitimat oder Richtung Bella Coola nach Osten in die Fjorde hinein. Bella Bella liegt zwar in der regenreichsten Region Kanadas, entschädigt dafür aber mit der vielfältigen Fauna. Etwa hundert Kilometer im Norden liegt Princess Royal Island, das für seine außergewöhnliche Tierwelt bekannt ist. Hier leben noch viele Grauwölfe, sowie die berühmten Kermode-Bären, auch aufgrund ihrer cremefarbenen Fellfärbung unter dem Namen »spirit bears« bekannt.

Anreise und Reisezeit

Von Juli bis September tummeln sich viele Orcas in den Gewässern. | Foto: Archiv Northern Lights

Beste Reisezeit für das Gebiet um Bella Bella ist von Juni bis Mitte September. Tierbeobachtungen sind in den Sommermonaten immer möglich. Im Mai und Juni finden sich besonders viele Weißkopfseeadler ein, von Juli bis September trifft man oft Orcas und Buckelwale. Es muss immer mit jedem Wetter gerechnet werden, Schnee scheidet im Sommer jedoch aus. Mai bis September liegen die Tiefstwerte bei circa acht bis zwölf Grad, tagsüber bei maximal 25 Grad Celsius. Im Vergleich zum Inland ist das Klima hier demnach relativ mild. ?Anreise: Zunächst das Flugzeug nach Vancouver nehmen. Von dort gehen Inlandsflüge nach Bella Bella, Bella Coola oder Port Harby mit dem Auto erreichbar sind Prince Rupert, Bella Bella und Bella Coola.

»Es gibt Momente im Leben, die kann man nicht in Worte fassen, die muss man selbst erleben. Aus der Ferne dringt ein seltsames Prusten und Schnauben. Keine 50 Meter vor uns schießt die erste Rückenflosse aus dem Wasser. Orcas, eine ganze Herde. Neugierig nähern sich die Tiere unseren Booten. Das Wasser, welches von ihrer ledrigschwarzen Haut abperlt, glitzert im Licht der Abendsonne. Rückenflossen, wie vom Scherenschnitt gezeichnet, tauchen im immergleichen Rhythmus auf und ab. So nah, dass wir jede Einzelheit ihrer mächtigen weißen Flanke erkennen können, taucht ein Weibchen direkt unter uns hindurch und verschwindet als dunkler Schatten im Nichts.« (Sabine Zdunnek)

Sicherheit

Traumhafte Zeltplätze sind nicht immer leicht zu finden.

Neben der Standard-Seekajakausrüstung (Schwimmweste, Ersatzpaddel, Trockenjacke bzw. -anzug) müssen ein sturmstabiles Zelt mit ausreichend Platz für Pausentage, Seekarten, Gezeitentabelle der Region, Seenotraketen, sowie ein VHF-Radio eingepackt werden. Mit dem VHF-Radio kann der Wetterbericht verfolgt und im Notfall die Küstenwache verständigt werden. Die Tour setzt Erfahrung im Küstenpaddeln voraus, ist nur für geübte Seekajaker geeignet, die sich mit Wetterkunde, Gezeiten, erste Hilfe und Seerettung auskennen, und nichts für Anfänger. Die hier beschriebene Region um Bella Bella liegt abseits der Zivilisation, schon einige Kilometer von Bella Bella entfernt trifft man nur noch gelegentlich auf Schiffe. Zwischen den Inseln können starke Gezeitenströmungen auftreten, immer einen Blick auf dem Tidenkalender haben und mit den Gezeiten paddeln. In der Region leben Bären. Für längere Touren lohnt sich die Mitnahme eines bärensicheren Lebensmittelcontainers, ansonsten weit vom Schlafplatz entfernt die Lebensmittel in einen Baum hängen. Bei Landgängen zum Beispiel mit Glocken oder Singen Lärm machen, um Bären zu verscheuchen.

»Wir lassen uns einfach treiben, genießen die warmen Sonnenstrahlen und entfernen uns mit jedem Paddelschlag mehr von der Hektik des Alltags. Längst hat uns diese verborgene Inselwelt in ihren Bann gezogen, unsere Sinne im höchsten Maße geschärft für die Schönheit der ursprünglichen Landschaft um uns herum.« (Sabine Zdunnek)

Literatur, Karten und weitere Infos

Kayak Routes of the Pacific Northwest Coast, Peter McGee, Grexstone Books
Coast Recreation Map No. 1: Bella Bella, Coastel Water Recreations
Gezeiten-Tabelle: Canadian Tide and Current Tables, Volume 7
Seekarten im Maßstab 1:40.000: Nr. 3937 und 3787
Alle Bücher und Karten erhält man vor Ort am besten in Vancouver bei Ecomarine Kayak Centre auf Granville Island www.ecomarine.com
Als Einstimmung: Kanadas vergessene Küste, Ian McAllister (Bildband)
Infos über den Kahlschlag im Great Bear Rain Forest auf englisch und auf deutsch.

Die Region besticht trotz Regen durch ihre Schönheit. | Foto: Lars Schneider

Reise-Reportagen

Die Zitate stammen aus der Reportage von Zdunnek aus KANU 4/2002.
Wer neugierig geworden ist, mehr lesen möchte und ein Heft nachbestellen will:
Expedition mit Vollpension: Seekajakreise vor der Küste British Columbias KANU 4/2002
Bella Bella Bye Bye: Seekajaktour mit Regenwaldblick KANU 5/2005
Kanada: Wilder Westen – Kreuzfahrt zum Ort des Staunens KANU 6/1999

WEITERE TRAUMZIELE

Traumtour 1: Grönlands Westküste

Arktisches Abenteuer: Eisberge, Wale und Fjorde. Grönland ist sicher eines der spektakulärsten Seekajakreviere weltweit und Westgrönland punktet im Gegensatz zum Osten mit wenig Wind und Regen. Die Fjorde von Uummannaq bieten Outdoorfeeling pur und vom Feinsten.

Traumrevier Nr. 2: Der Bodensee

Für Traumtouren muss man nicht unbedingt in die Ferne streben. Ganz im Süden Deutschlands liegt ein wirklich reizvolles Paddelrevier: Der Bodensee. Das Meer der Schwaben hat viele Facetten, eine schöner als die andere. Ob entlang der Schilfwälder oder Streuobstwiesen, langweilig wird einem auf dem Bodensee nie.

3. Traumziel: Ionische Inseln

Diesmal entführen wir Sie an die Küsten des Lichts: Klares Wasser, leuchtende Strände, hohe Felsen und Olivenbäume, das ist das Ionische Meer in Griechenland. Besonders im Herbst, wenn die Touristenströme verschwunden sind, und im Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht lähmend wirkt, locken die Ionischen Inseln Paddler mit ihrem südlichen Flair.

Traumreviere Teil 4: Patagoniens Fjorde

Paddelnd geht es durch die fast menschenleeren und unberührten Fjorde Patagoniens südlich von Puerto Montt. Urwaldbewachsene Steilküsten und vergletscherte Berge bestimmen das Landschaftsbild. Die raue und mystische Schönheit verzaubert.

Paddelparadies Nr. 5: Thailand

Thailand bietet Paddlern ein Revier der Extraklasse: Glasklares Wasser, Sonne satt und eine unglaublich vielfältige Unterwasserwelt, hinzu kommt die Herzlichkeit der Thailänder. Und romantische Zeltplätze finden sich an den weißen Stränden ebenfalls zuhauf. Was will man mehr?

Traumziel 6: Lofoten, Norwegen

Inseltraum Lofoten: Zwar sind die Lofoten für tagelangen Regen berüchtigt, für ihre Schönheit aber noch berühmter. »Das Gebirge, das aus dem Meer steigt« ist eindeutig ein Traumziel für Seekajaker und nicht wenige haben sich schon in die einzigartige Landschaft der »Inseln der Götter« verliebt.

Paddeltraum Nr. 7: Loire, Frankreich

Die Loire bietet Sand- und Kiesbänke ohne Ende, klares Wasser, halbwilde Pferde und Kühe und Wildnis im Herzen Frankreichs. Schlösser und süße französische Städtchen tauchen hin und wieder an den Ufern auf, während Paddler gemütlich an den flachen Flussinseln vorbeigleiten. Abends auf einer der vielen Kiesbänke zelten, am Lagerfeuer sitzen und vielleicht noch ein nächtliches Bad nehmen: das ist Loire pur.

Traumtouren Teil 8: Baja California, Mexiko

Im Westen Mexikos liegt die Halbinsel Baja California. Kakteen prägen das Bild der kargen und wüstenartigen Landschaft. An der Westküste der Baja können Wale beobachtet und Mangrovenwälder erkundet werden, an der Ostküste spielen Delfine und Seehunde im warmen Wasser.

Traumrevier Nr. 9: Masurische Seenplatte, Polen

Das Land der tausend Seen, ist Polen, genauer die Masuren. Hier leben noch Eisvögel, die beim Fischen beobachtet werden können. Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. Der Osten lockt mit seinen Seen und Flüssen, seinen traumhaften Nationalparks und polnischer Lebensart.