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Touren

Infokasten: Paddeln auf der Gauja

 Touren-Tipps & Flüsse, Osteuropa

Mit 452 Kilometer ist die Gauja der längste Fluss Lettlands. Ab Viresi ganzjährig fahrbar, stört auf den letzten 278 Kilometer bis zur Mündung kein Wehr ihren Lauf.  Die Strömung ist auf der gesamten Strecke spürbar, ohne reißend oder gefährlich zu sein. Kleine Schwälle lockern manchmal die glatte Wasserfläche auf. 

Beste Zeit

Ab Gaujiena ist der Fluss ganzjährig befahrbar. In den Sommermonaten ist es, vorallem an den Wochenenden, im Gauja-Nationalpark sehr stark überlaufen.


Schwierigkeiten

Gibt es auf der Gauja eigtl. Keine. Vorsicht jedoch vor knapp unter der Wasseroberfläche liegenden Baumleichen.


Etappen
 

Wer nur begrenzt Zeit hat, sollte auf jeden Fall die Nationalparkstrecke unter den Kiel nehmen. In vier Tagen ist die komplette Strecke zwischen Valmiera und Sigulda leicht machbar, in zwei Tage das Kernstück zwischen Cesis und Sigulda.


Alternativen

Lohnen­d soll das 95 km lange Stück der Salaca im Norden des Landes sein. Im Frühjahr bei hohen Wasserständen die Amata (Wildwasser bis WW II).

Für erfahrene Paddler: See­kajakfahren in der Bucht von Riga. Riga lässt sich von der Gauja aus über das Meer und die Dau­gava auf dem Wasserweg erreichen, alternativ ist auch eine Inlandsroute denkbar (unser Plan B, falls es auf der Ostsee zu stürmisch gewesen wäre). Dazu bei Gauja-km 18,2 zwischen Garkalne und Adasi in den »Baltezers kanals« und über eine Seenkette bis ins Hafengebiet von Riga (Achtung: Großschifffahrt!) fahren.

 

Ausrüstung

Alle Bootstypen, normale Campingausrüstung. Wir fuhren in Pouch-E65-Faltbooten und waren damit sehr zufrieden.

Kanuverleih

Makar­s am Campingplatz »Siguldas pludmale« in Sigulda inkl. Transport und mit mehreren Optionen bezüglich Dauer und Strecke (www.makars.lv).

Kanada? Zu teuer. Skandinavien? Nicht schon wieder. Wer in den großen Ferien trotzdem  eine Dosis Abenteuer gemischt mit einer Prise Neuland will, der sollte mit dem Finger  auf der Landkarte mal nach Nordosten wandern. Dort oben, zwischen Polen und Russl
Der Geist war willig, die Zunge schwach…
Foto: Falk Bruder

Anreise

Flugzeug:

Mit Air Baltic von verschiedenen deutschen Flughäfen nach Riga. Wir flogen preisgünstig von Berlin-Tegel (www.airbaltic.com).

Zug:

Die schnelleren Verbindungen über Kaliningrad erfordern ein
Visum. Ansonsten über Polen und Litauen. Eventuell knappe Umsteigezeiten, mit viel Gepäck kann das in die Hose gehen und lange Zwischenaufenthalte nach sich ziehen (www.bahn.de).
Bus:

Direkte Verbindung nach Riga über Euro­lines (www.touring.de). All diese Anreisearten erfordern ein zerlegbares Reiseboot. Achtung auf mögliche Aufpreise bei der Gepäckbeförderung. Wir zahlten pro Boot und Strecke 40 €.

Auto:
Von Berlin über Polen und Litauen ca. 1400 Kilometer – einfach. Umsetzen vor Ort mit Taxi oder dem Bootsvermieter möglich. Alternativ mit der Fähre nach Ventspils oder Riga, das spart
einige Autokilometer.

 

Transport

Mit unseren Faltbooten konnten wir das öffentliche Bussystem nutzen, das über die Drehscheibe
Riga alle lettischen Städte untereinander verbindet. Im Stadtverkehr Riga mussten wir bei der Anreise im
August noch Aufpreis fürs Gepäck zahlen, bei der Abreise im September war das durch eine Tarifänderung nicht mehr nötig. Auch im Überlandbus hat das Zusatzgepäck keinen Aufpreis gekostet.

Übernachtung

Außerhalb der Ortslagen und Städte zahlreiche Biwakplätze direkt am Fluss. In Cesis und Sigulda auch kommerzielle Campingplätze. Im Nationalpark gibt es  19 Biwakplätze, die genutzt werden müssen. In Riga gibt es zwei Campingplätze auf der Insel Kipsala.

Wir nutzten Kipsala Kempings am Schwimmbad (www.campingriga.lv).

Alternativ: Riga City Camping am Messe­gelände (www.rigacamping.lv, etwas ruhiger, aber auch weiter weg vom Wasser gelegen).

 

 

Lettland Spezial: Paddeln in Riga

Kanada? Zu teuer. Skandinavien? Nicht schon wieder. Wer in den großen Ferien trotzdem  eine Dosis Abenteuer gemischt mit einer Prise Neuland will, der sollte mit dem Finger  auf der Landkarte mal nach Nordosten wandern. Dort oben, zwischen Polen und Russl
Flottenduell im Fährhafen von Riga.
Foto: Falk Bruder

Riga ist mit über 700.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums und die Hauptstadt Lettlands. Die Stadt liegt nur knapp über dem Meeresspiegel und hat über die Daugava Verbindung zur Ostsee. Diesen Umstand haben wir uns bei unserer Lettlandreise zunutze gemacht und Riga im Anschluss an unsere Tour die Gauja hinab entlang der Küste auf dem Wasserweg erreicht. Schon vorher hatten wir dabei auf Landkarten den »Pilsetas kanals« entdeckt, der die Altstadt Rigas umfließt.

 

Von unserem Campingplatz auf Kipsala sind es nur knapp 400 Meter bis zur guten Einstiegsstelle kurz unterhalb der prägnanten Spannseilbrücke Vanšu tilts in die Daugava. Von hier geht es etwas stromab, um die lange Buhne zu umfahren und dann stromauf unter der Brücke hindurch. Das Denkmal des heiligen Christophorus steht am rechten Daugava-Ufer. Unter der Straßenbrücke Akmens tilts und der noch etwas weiter stromauf liegenden Eisenbahnbrücke hindurch erreichen wir die kleine, unscheinbare Durchfahrt in den »Pilsetaskanals«. Vom Becken am zentralen Busbahnhof (links) sieht man rechts die Markthallen. Am meisten graust es uns vor dem langen Tunnel unter dem Hauptbahnhof hindurch. Wir erwarten ein dunkles, rattenbewohntes Loch, teilen uns dann die Durchfahrt aber mit einer beleuchteten Fußgänger­unterführung, einer Tiefgarageneinfahrt und einem sehr kleinen Ausflugsschiff, das Kanalrundfahrten anbietet.

Kanada? Zu teuer. Skandinavien? Nicht schon wieder. Wer in den großen Ferien trotzdem  eine Dosis Abenteuer gemischt mit einer Prise Neuland will, der sollte mit dem Finger  auf der Landkarte mal nach Nordosten wandern. Dort oben, zwischen Polen und Russl
Pflichtprogramm: Stadtbummel zu Wasser durch Downtown Riga.
Foto: Falk Bruder

Wieder zurück im Sonnenlicht, hat man den grünen Gürtel erreicht, der die Altstadt ostwärts begrenzt. Durch den Park lässt es sich angenehm paddeln, und man erhascht nette Blicke auf schlösserbehangene Brückengeländer, Springbrunnen, gefütterte Enten, rastende Menschen. Das andere Ende des »Pilsetas kanals« mündet in den kleinen Jachthafen Andrejosta. Hier erreichen wir wieder die Daugava direkt am Terminal der großen Fährschiffe. Wir paddeln etwas stromab und queren den breiten Strom. Auf der anderen Seite geht es an der Nordspitze der Insel Kipsala in den kleinen Industriehafen und von dort auf der Westseite der Insel an Gefängnis und heruntergekommenen Industrieanlagen von Pardaugava vorbei. Nach Unterquerung der Verlängerung der Vanšu tilts, die die Insel mit dem linken Daugava-Ufer verbindet, erreicht man den Zunds und gleich nach der nächsten Brücke den Agenskalna Licis, der wiederum die Verbindung zur Daugava herstellt. Hier hat man einen herrlichen Blick auf die zahlreichen Türme der Altstadt. Etwas stromab erreicht man die Buhne flussab der Spannseil­brücke und somit den Ausgangspunkt dieser etwa 14 Kilometer langen Paddeltour durch Riga.

Mehr:

Umfassende Linksammlung diverser Reiseberichte auf www.kanukarte.de.

Klassisch: DKV-Auslandsführer, Band 7, Nordosteuropa, 2. Auflage 2008, ISBN 978-3-937743-14-1, 19,95 €, www.kanuverlag.de.

Jan Kramek: Gauja. Przewodnik dla kajakarzy. Pascal Verlag, Polen 2004, ISBN 83-7304-300-4.

Komplett auf Polnisch – zum Glück entspricht die beschriebene Kilometrierung fast 1:1 dem DKV-Führer, somit konnten wir problemlos die sehr guten Karten nutzen.

Mehr zur Gauja:

Kanada? Zu teuer. Skandinavien? Nicht schon wieder. Wer in den großen Ferien trotzdem  eine Dosis Abenteuer gemischt mit einer Prise Neuland will, der sollte mit dem Finger  auf der Landkarte mal nach Nordosten wandern. Dort oben, zwischen Polen und Russl

Au ja, Gauja! Mit dem Faltboot nach Lettland

Kanada? Zu teuer. Skandinavien? Nicht schon wieder. Wer in den großen Ferien trotzdem eine Dosis Abenteuer gemischt mit einer Prise Neuland will, der sollte mit dem Finger auf der Landkarte mal nach Nordosten wandern. Dort oben, zwischen Polen und Russland, lockt die Gauja in Lettland mit der Freiheit, die Paddler meinen.