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Touren

Traumrevier Nr. 9: Masurische Seenplatte, Polen

 Touren-Tipps & Flüsse, Osteuropa

Wir haben zehn wunderschöne Ziele auf Salz- und Süßwasser zusammengestellt und jede Woche erscheint eine Revierbeschreibung online. Diesmal geht es ins Land der tausend Seen, nach Polen, genauer zur Masurischen Seenplatte. Hier leben noch Eisvögel, die beim Fischen beobachtet werden können. Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. Der Osten lockt mit seinen Seen und Flüssen, seinen traumhaften Nationalparks und polnischer Lebensart.

Masuren, grüne Lunge Polens, beherbergen eine intakte Natur. | Foto: Michael Hennemann


»Land der dunklen Wälder / und kristall‘nen Seen, / über weite Felder / lichte Wunder gehn.« (Osttpreußenlied, Erich Hannighofer)


»Auch außerhalb der Naturschutzgebiete, wo die Krutynia durch die Felder mäandert, macht das Paddeln Spaß. Die Landschaft sieht aus wie vor 30 Jahren. Meist hören wir die Störche schon mit ihren Schnäbeln klappern, bevor wir sie in den sumpfigen Wiesen entlang des Flusses entdecken. Und wo es waldiger wird, schießt ein Eisvogel übers Wasser. Wasser, das so klar ist, dass man die Pflanzen auf dem Boden und die Fische zwischen den Schilfhalmen sehen kann.« (Paul Smit)

Masuren

Im Nordosten Polens, im ehemaligen Ostpreußen, liegt die masurische Seenplatte.

Im ehemaligen Ostpreußen, im Nordosten Polens, liegt die Masurische Seenplatte. In der grünen Lunge Polens finden Paddler eine unberührte und intakte Natur mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Ursprüngliche Wälder säumen die Ufer, die von den vielen großen und kleinen Seen unterbrochen werden. Die Masuren umfassen über 3300 Seen, die durch schmale Kanäle und Bäche miteinander verbunden sind. Das Schilf an den Ufern bietet vielen Wasservögel Schutz. Die Landschaft wurde durch die Eiszeitgletscher geformt, meist prägen ebene Flächen, aber auch Hügel und Täler das Bild. Große Teile der Masuren stehen unter Naturschutz. Das hat zur Folge, dass Paddler hier immer noch Elche, Wisente, Biber Seeotter, Fischadler, Eisvögel, Kraniche und viele weitere Tiere antreffen können. Wer Glück hat, der hört abends das Heulen der Wölfe. Zwar sind sie wie die seltenen Luchse in Nordpolen beheimatet, die Chance, sie zu Gesicht zu bekommen, ist aber extrem gering. Polen ist vielen Deutschen immer noch unbekannt. Es ist ein sicheres Reiseland, das Risiko, überfallen zu werden, ist wesentlich geringer als in Frankreich oder Spanien zur Haupturlaubszeit, und die Menschen sind freundlich und offen.

»Wir genießen die Ruhe und die Abwesenheit der Angler. Es herrscht eine eigenartige Stimmung. Kein Wind, keine Vögel, die gelbe Sonne schimmert nur matt hinter Dunstschleiern. Das Einstechen der Paddel, das einzige Geräusch weit und breit, erscheint uns störend laut. Plötzlich klatscht hinter unserem Rücken etwas schwer ins Wasser. Ein Angler? Gerade noch sehen wir das Hinterteil eines Fischotters im Schilf verschwinden.« (Berit Wich-Heiter)

Paddelrevier

Ursprüngliche Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. | Foto: Michael Hennemann

Die Masurische Seenplatte bietet Paddlern eine schier unendliche Fülle von Touren und Routen durch das Fluss- und Seennetz. Am beliebtesten und am schönsten ist eine Kanutour auf der Krutynia. Der Fluss schlängelt sich durch Schilffelder und dunkle Wälder, durch das Herz der Seenplatte und vorbei an verschlafenen Dörfern. Auf der über 100 Kilometer langen Strecke wird keinem langweilig, da die Landschaft besonders abwechslungsreich ist. Die Tour kann beliebig verlängert oder auch verkürzt werden, die Weitläufigkeit der Masuren bietet hunderte von Möglichkeiten auch abseits der viel befahrenen Routen. Große Teile der Seenplatte sind Naturschutzgebiet und wildes Zelten ist verboten. In den Ferienzentren wie Mikolajki gibt es Campingplätze, ansonsten einfache und idyllische Zelt- und Biwakplätze. Diese bestehen oft nur aus einer Wiese mit Feuerstelle und Plumpsklo und kosten um die 10 bis 15 Zloty (circa drei Euro).

Kanuverleih

Entlang der beliebten Paddelflüsse reihen sich Kanuverleiher aneinander. Hier bekommt man aber fast nur Zweisitzer-Kajaks, meist keine modernen Wanderboote und nicht allzu oft Kanadier. Dafür ist die Miete sehr günstig und kostet vielerorts weniger als 10 Euro pro Tag. Dennoch empfiehlt es sich – falls vorhanden –, das eigene Boot mitzunehmen.

»Aus Wald und Moor dringt das Trompeten und Krächzen der Kraniche an unsere Ohren und ein Heer von Libellen tanzt über die Wasseroberfläche. Zahlreiche umgestürzte Baumhindernisse haben einen abwechslungsreichen Slalomkurs gesteckt. Unpassierbare Baumverhaue, die uns zum Aussteigen und Umtragen zwingen, bleiben die Ausnahme. Keine Ausnahme, sondern die Regel, sind die wunderschönen Übernachtungsmöglichkeiten.« (Michael Hennemann)

Reisezeit

Störche fühlen sich in Masuren besonders wohl. | Foto: Michael Hennemann

Im Juli und August ist in Polen Ferienzeit und dementsprechend voll sind auch die Flüsse und Seen. Wer nicht auf diese Monate beschränkt ist, der sollte lieber Mitte August bis Mitte September an die Masurische Seenplatte fahren. Alternativ bieten sich Mai und Juni an. Für Vogelbeobachtungen ist dies die beste Zeit, im Mai ist das Wetter jedoch wechselhafter als im Spätsommer. Der April hingegen ist meist noch zu kalt.

Infrastruktur und Co.
In den kleinen Städtchen finden sich meistens Einkaufsmöglichkeiten. Demnach muss nicht für die ganze Tour, sondern für einige Tage Proviant mitgeführt werden. Das Umsetzen des Autos kann sich teilweise etwas kompliziert gestalten, da die Infrastruktur nur wenig ausgebaut ist. Viele Kanuvermieter bieten einen Rücktransport an, hier lohnt es nachzufragen, selbst wenn man die eigenen Boote dabei hat. Die Seenplatte bietet sich aber auch wunderbar für Rundtouren an.??

Hier noch einige Literaturtipps:?
Polen: Kanutouren in Masuren: Der Weg ist das Ziel. Krutynia & Masurische Seen
?Kanutouren in Polen: Die Masurische Seenplatte und der Nordosten Polens, von Michael Hennemann?
Unter wwww.geobuchhandlung.com finden sich Karten, die online bestellt werden können.

»,Trotz leckendem Boot noch Spaß gehabt?‘ Ich freue mich auf die Antwort, denn so langsam beginne ich den polnischen Humor zu verstehen: ,Ein bisschen? Man vergisst glatt, dass man sinkt, so schön ist es hier!‘ Der Campingchef schaut mich durchdringend an, Schalk in den Augen. Dann passiert uns das größte, was man in Polen erreichen kann: Brüderschaft. ,Kommt mit, ich habe einen ganz besonderen Wodka kalt gestellt‘.« (Paul Smit)

Polens Gewässer bieten traumhafte Paddeltouren. | Foto: Michael Hennemann

Reise-Reportagen

Die Zitate stammen aus der Reportage von Paul Smit aus KANU 6/2003, von Michael Hennemann aus KANU 1/2009 und von Berit Wich-Heiter aus KANU 5/2000.
Wer neugierig geworden ist, mehr lesen möchte und ein Heft nachbestellen will:
Polen per Paddel: Die schönsten Kanutouren rechts der Oder KANU 1/2009
Polski Blues: Im Kajak auf der Krutynia KANU 6/2003

Ein genauer Reisebericht einer Krutynia-Tour findet sich auf der Homepage von 4-Seasons.

Weitere Traumziele

Traumtour 1: Grönlands Westküste

Arktisches Abenteuer: Eisberge, Wale und Fjorde. Grönland ist sicher eines der spektakulärsten Seekajakreviere weltweit und Westgrönland punktet im Gegensatz zum Osten mit wenig Wind und Regen. Die Fjorde von Uummannaq bieten Outdoorfeeling pur und vom Feinsten.

Traumrevier Nr. 2: Der Bodensee

Für Traumtouren muss man nicht unbedingt in die Ferne streben. Ganz im Süden Deutschlands liegt ein wirklich reizvolles Paddelrevier: Der Bodensee. Das Meer der Schwaben hat viele Facetten, eine schöner als die andere. Ob entlang der Schilfwälder oder Streuobstwiesen, langweilig wird einem auf dem Bodensee nie.

3. Traumziel: Ionische Inseln

Diesmal entführen wir Sie an die Küsten des Lichts: Klares Wasser, leuchtende Strände, hohe Felsen und Olivenbäume, das ist das Ionische Meer in Griechenland. Besonders im Herbst, wenn die Touristenströme verschwunden sind, und im Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht lähmend wirkt, locken die Ionischen Inseln Paddler mit ihrem südlichen Flair.

Traumreviere Teil 4: Patagoniens Fjorde

Paddelnd geht es durch die fast menschenleeren und unberührten Fjorde Patagoniens südlich von Puerto Montt. Urwaldbewachsene Steilküsten und vergletscherte Berge bestimmen das Landschaftsbild. Die raue und mystische Schönheit verzaubert.

Paddelparadies Nr. 5: Thailand

Thailand bietet Paddlern ein Revier der Extraklasse: Glasklares Wasser, Sonne satt und eine unglaublich vielfältige Unterwasserwelt, hinzu kommt die Herzlichkeit der Thailänder. Und romantische Zeltplätze finden sich an den weißen Stränden ebenfalls zuhauf. Was will man mehr?

Traumziel 6: Lofoten, Norwegen

Inseltraum Lofoten: Zwar sind die Lofoten für tagelangen Regen berüchtigt, für ihre Schönheit aber noch berühmter. »Das Gebirge, das aus dem Meer steigt« ist eindeutig ein Traumziel für Seekajaker und nicht wenige haben sich schon in die einzigartige Landschaft der »Inseln der Götter« verliebt.

Paddeltraum Nr. 7: Loire, Frankreich

Die Loire bietet Sand- und Kiesbänke ohne Ende, klares Wasser, halbwilde Pferde und Kühe und Wildnis im Herzen Frankreichs. Schlösser und süße französische Städtchen tauchen hin und wieder an den Ufern auf, während Paddler gemütlich an den flachen Flussinseln vorbeigleiten. Abends auf einer der vielen Kiesbänke zelten, am Lagerfeuer sitzen und vielleicht noch ein nächtliches Bad nehmen: das ist Loire pur.

Traumtouren Teil 8: Baja California, Mexiko

Im Westen Mexikos liegt die Halbinsel Baja California. Kakteen prägen das Bild der kargen und wüstenartigen Landschaft. An der Westküste der Baja können Wale beobachtet und Mangrovenwälder erkundet werden, an der Ostküste spielen Delfine und Seehunde im warmen Wasser.

10. Traumziel: Bella Bella, Inside Passage

An der Westküste Kanadas und Alaskas reihen sich auf über 1000 Kilometern geschützte und von Regenwald zugewachsene Inseln aneinander: Inside Pasage. Wer hat diesen Namen noch nicht gehört, vor Augen atemberaubende Landschaft, Wale, Lachse, Bären und Einsamkeit?