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Touren

Norwegen Deluxe: Alles außer Sjoa

 Touren-Tipps & Flüsse, Skandinavien

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt – der KANU-Express startet in
wenigen Minuten zur ultimativen Wildwasser­reise in den hohen Norden. Denn während die Alpen einstauben, rauscht es im Land der Wasserfalltrolle dank Jahrhundertwinter an allen Ecken und Enden. Und nun übergeben wir an Reiseführer Jens Klatt ...

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt – der KANU-Express startet in wenigen Minuten zur ultimativen Wildwasser­reise in den hohen Norden. Denn während die Alpen einstauben, rauscht es im Land der Wasserfalltrolle dank Jahrhundertwinter an
Abends halb zwölf in Norwegen – dank Mitternachtssonne dient das Feuer alleine der Wärme und Gemütlichkeit.
Foto: Jens Klatt

Vorurteile in Sachen Norwegen gibt es zur Genüge. Eines davon lautet:  In Norwegen gibt es nur Wasserfäll­e. Dass man bei Norwegen sofort an WW VI denkt, liegt aber allein daran, dass die Kanufilmer, die Norwegens Reputation entschieden geprägt haben, ihre Kamera zwischen den Wasserfällen eher selten auspacken. Was schade ist, denn zwischen den haushohen Wasserfällen gibt es dutzende Kilo­meter Wildwasser, bei dem das Verhältnis Vertikale zu Horizontale deutlich zugunsten der Horizontale ausfällt. Aber am besten, Sie machen sich selbst ein Bild und folgen dem KANU-Express bei seiner Tour mit fünf verschiedenen Basis­lagern. Es lohnt sich, denn Norwegen hat diesen Winter – anders als die Alpen – jede Menge Schnee ab­-be­kommen,der nun darauf wartet, für Sie dahinschmelzen. Übrigens: Auf einen Halt an der Sjoa verzichtet der KANU-Express, da diesem »River­god« zuletzt in KANU 5/06 ein Denkmal gesetzt wurde.

Der Westen: Berge im Meer

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt – der KANU-Express startet in wenigen Minuten zur ultimativen Wildwasser­reise in den hohen Norden. Denn während die Alpen einstauben, rauscht es im Land der Wasserfalltrolle dank Jahrhundertwinter an
Wellenwalzer auf der oberen Otta.
Foto: Jens Klatt

Unsere Rundreise beginnt an der Westküste im  verschlafenen Städtchen Voss. Doch der Schein trügt, denn Voss ist ein Mekka der Extrem­sportler. Nicht nur Wildwasserpaddler pilgern nach Voss, auch für Basejumper und Mountainbiker ist die Stadt eine Hochburg. So wundert es nicht, dass die meisten Bäche im Umkreis eher was für waschechte Stürzer sind. Aber Norwegen wäre nicht Norwegen, wenn es nicht allen gerecht würde. Klares Indiz: Strondalselva und Raundals­elva sind auch bei Raftunternehmen und Kajakschulen sehr beliebt. Ihr zumindest in den Mittelläufen straßennahes Wildwasser gehört zur Marke »Vorfreude schon im Vorbeifahren«. Und auch Spielstellen gibt es um Voss eine knappe Handvoll: Sie heißen Bulken, Evanger, Busstopp, Flage – sogar direkt im Zentrum von Voss gibt es eine Welle, allerdings nur bei Hochwasser. In der Region finden sich aber auch drei der berüchtigsten Wasserfälle des Landes: »Moneydrop«, »Kittelbreaker« und »Nosebreaker«. Zumindest Letzterer (am Ende der oberen Raundalselva-Etappe gelegen) ist einen genaueren Blick wert, will man auf den Spuren diverser Filmhelden wandeln. Wer es lieber ruhiger mag, fährt weiter Richtung Nordwesten. Spektakuläre Fjorde dominieren hier die Landschaft, so dass für ebenerdige Flüsse nur wenig Platz bleibt. Aber für Jölstra und Storeelva hat es zum Glück noch gereicht. Diese zwei ge­hören zum Pflichtprogramm für jeden WW-IV-Piloten. Aber selbst wenn man nicht ins Boot steigt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Der Sogne­fjord ist nicht nur der längste, sondern auch der tiefste Fjord Norwegens – 204 Kilometer lang, 1300 Meter tief. An seinen Ufern ragen die Felswände bis zu 1000 Meter hoch hinauf. Ein paar Kilo­meter weiter stehen in breiten Tälern Obstbäume, im Hintergrund thront Norwegens größter Gletscher, der Jostedalsbreen. König der regionalen Wildflüsse ist die Sognedalselva. Zugegeben, auch auf ihr befindet sich eine schon mehrfach auf Film gebannte Wasserfallkombination. Doch einen Fluss aufgrund von 100 steilen Metern zum Extremisten abzustempeln, wäre fahrlässig. Der Oberlauf ist nämlich Oberklasse. Wellen, Walzen, endlose Rutschen, rassige Kombinationen – und das alles bei idealem Wasserstand nicht schwerer als WW IV+. Und beim »second run« gibt es »double fun«, denn ein Aussteigen und Sichern ist dann nur noch an zwei oder drei Stellen nötig.

Zurück ins Landesinnere

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt – der KANU-Express startet in wenigen Minuten zur ultimativen Wildwasser­reise in den hohen Norden. Denn während die Alpen einstauben, rauscht es im Land der Wasserfalltrolle dank Jahrhundertwinter an
Vor dem Frühstück und nach dem Abendessen: Otta-Welle à la Skjak. Hmmm, lecker!
Foto: Jens Klatt

Am Ende des Sognefjords schlängelt sich der KANU­-Express über den Pass ins Böverdalen nach Lom. Als Basis­lager empfiehlt sich der Campingplatz an der Otta-Welle in Skjak. Hier lockt nach dem Abendessen noch ein Verdauungssurf, ohne dass das Auto bewegt werden muss. Und da der Skjöli knapp oberhalb der Welle mündet, kann man diesen quasi auch bis vors Zelt paddeln. Allerdings, so muss an dieser Stelle zugegeben werden, hat es der Skjöli nur deshalb noch nicht nach Hollywood geschafft, weil sein abartiges Tempo die Filmerei enorm erschwert. Diejenigen, die lieber ohne Atemnot und Herzflimmern paddeln gehen, fahren zum Ostri oder zur oberen Otta. Oder vielleicht doch an die Abfälle der Tora herantasten und die Klammen der Finna erkunden? Und dann wäre da natürlich noch die Bövra, die dank Gletscher­ursprung selbst im trockensten Hochsommer nicht versiegt.
Nördlich der Otta warten zwei Flussgeschwister: Rauma und Ulväa. Schwesterchen Ulväa bietet zwei Abschnitte, den oberen fährt man bei viel Wasser, den unteren bei weniger. Beide Abschnitte sind ein Hochgenuss, zu toppen nur noch durch den großen Bruder Rauma. Dessen oberer Abschnitt ist für viele Paddler der unbestrittene Höhepunkt einer Norwegenreise. Nicht nur, weil man hier die Mini­atur­ausgabe der berühmten neuseeländischen Huka-Falls fahren kann, auch die anderen Stellen lassen das Herz des Nachwuchsstürzers höher schlagen. Zum Ausruhen und Schwimmen gibt es nach jeder Stelle einen riesigen Pool. Der untere Abschnitt ist dann wieder mehr Kulisse denn Flussstrecke. Hier ist jede Stelle für sich ein Superlativ, alle bekannt aus den gängigen Kajakpornos.
Auch ein Abstecher über den Trollstigen – Norwegens bekanntester Pass – zur Valldalselva lohnt. Die obere ist ein WW-V-Genuss, mittlere und untere hingegen bieten herrliches WW im dritten und vierten Schwierigkeitsgrad.
Nördlichster Halt des KANU-Expresses ist das Städtchen Oppdal an der Driva. Die Driva ist ein absoluter Pflichtbach, mit der Erstbefahrung ihrer Graura-Schlucht schrieb man in den Siebzigern Wildwasser­geschichte. Dank der frühen Pionier­arbeit ist sie heute ein viel befahrener Klassiker. Ein kleines Kribbeln in der Magengegend aber bleibt, gerade auf dem ersten Kilometer.

Zu guter Letzt: doch noch Sjoa

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt – der KANU-Express startet in wenigen Minuten zur ultimativen Wildwasser­reise in den hohen Norden. Denn während die Alpen einstauben, rauscht es im Land der Wasserfalltrolle dank Jahrhundertwinter an
Dank Jedermannsrecht ist ganz Norwegen ein Fünf-Sterne-Zeltplatz – zumindest für eine Nacht.
Foto: Jens Klatt

Die Wildwasserszene in Norwegen selbst ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Wen wundert es, schließlich sind die Bedingungen ideal. Sjoa, Voss und Oppdal sind die Epizentren der Szene. Man findet kleine Kajakshops, Kajakschulen und natürlich jede Menge Rafting-Unternehmen. Ein gutes Beispiel für die rege lokale Wildwasserfraktion ist das alljährliche Sjoa-Festival (2007 vom 11.-15. Juli), größtes Paddlertreffen des Landes. Neben dutzen­den Norwegern gesellen sich dort auch vermehrt Finnen, Schweden und Deutsche ans allabendlich prasselnde Lagerfeuer. Es wird – wie sollte es anders sein – gemeinsam gepaddelt, philosophiert und das ein oder andere Bierchen genossen. Es gibt – so soll es sein – geführte Touren für Anfänger, Technik- und Sicherheitskurse und sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf WW V, genannt »Sweet Rumble«. Wer also nach der Driva noch nicht genug hat, sollte ubedingt auf dem Heimweg Fluss und Festival noch einen Besuch abstatten und Routenvorschläge einholen für die nächste Tour des KAN­U-Expresses durch Europas bestes Wildwasserrevier. Denn statt Vorurteilen werden künftig verstärkt Sehnsüchte an Ihnen nagen. 

17 Flüsse und mit nur 5 Basislagern auf einen Blick

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt – der KANU-Express startet in wenigen Minuten zur ultimativen Wildwasser­reise in den hohen Norden. Denn während die Alpen einstauben, rauscht es im Land der Wasserfalltrolle dank Jahrhundertwinter an

Ihr wollt endlose Wellenzüge, Wasserwucht, enge Sturzbäche. Oder doch lieber die Spielstelle neben der Straße? Egal, Norwegen kriegt euch alle! Im Gegensatz zu den Alpen ist zwar alles eine Spur größer und höher, aber nicht unbedingt schwieriger. Wer Norwegen allein auf seine Wasserfälle reduziert, handelt grob fahrlässig und verpasst reichlich lohnenswertes Wildwasser III und IV.

Beste Zeit
Von Juni bis August. Zum Paddeln kommt man immer, im verregneten Frühsommer genauso wie im trockenen Hochsommer.

Ausrüstung

Ob man einen Creeker oder einen wildwassertauglichen Funcruiser wählt, ist Geschmackssache. Wer Platz auf dem Dach hat, sollte auf jeden Fall auch ein Spielboot mitnehmen, einige der Wellen auf der Strecke sind einfach Weltklasse.

Besonderheit

Die Norweger haben ein Problem mit ihren Lachsflüssen, der Gyro­dactylus salaris bedroht den Bestand der Fische. Da sich dieser winzige Parasit in der Paddelkleidung einige Tage am Leben hält, kann er sich auf noch nicht infizierte Flüsse ausbreiten. Daher müssen Paddler nach dem Paddeln auf einem Lachsfluss ihre Ausrüstung an ausgewiesenen Stellen desinfizieren oder sie komplett trocknen. Gerade an der Driva ist die Situation angespannt, sogar die Sperrung des Flusses bei Nichteinhaltung der Desinfektionsregeln ist im Gespräch.

Sjoa-Festival

Das Sjoa-Festival findet dieses Jahr vom 11. bis 15. Juli statt. Dreh- und Angelpunkt ist wie immer die Slalomstrecke der Sjoa, ein Besuch lohnt sich. Alle Infos unter
www.sjoariverfestival.no


1. Halt: Voss
Basislager:
Taulen-Campingplatz an der Strondelva, etwa 20 km nördlich von Voss (www.taulen.no).

Raundalselva Playrun, 7 km WW III-IV (V)
Dies ist der leichteste Abschnitt der Raundalselva, jedoch alles andere als langweilig. Wer schon 1 km oberhalb an der Brücke bei Raundal einsteigt, muss sich mit WW-V-Katarakten wie »Morning Glory« auseinandersetzen.
Einstieg: Kleine Parkbucht oberhalb von Urdland.
Ausstieg: Kleine Brücke oberhalb von Klyve. Die Boote müssen auf einem Privatweg zur Straße getragen werden. Auf keinen Fall weiterpaddeln, der folgende Canyon ist nur für Profis.

Strondelva, 3 km WW II-IV

Dieser Abschnitt ist bei den lokalen
Rafting-Unternehmen und Kajakschulen von Voss sehr beliebt, außerdem befindet sich hier die Busstop-Walze. Wer noch nicht genug hat, auf den wartet der Moneydrop-Wasserfall unterhalb an der Brücke der E16. Nasenklammer-Pflicht!
Einstieg: Straßenbrücke der E16 etwa 3 km unterhalb von Vinjo.
Ausstieg: Am Taulen-Campingplatz
1 km oberhalb des Moneydrop.

Tipp:
Die Bulken-Welle am Ausfluss des Vangsvatnet ist beim richtigen Wasserstand ein einmaliges Erlebnis. Die Welle in Evanger etwa 10 km unterhalb steht bei etwas mehr Wasser. Wasserstand­infos unter www.vosskajakkklubb.com.

2. Halt: Das Fjordland
Basislager: In Sogndal direkt am Fjord oder bei Byrkjelo.

Jölstra, 8 km WW III-IV+ (V)

Bis auf zwei Stufen wechseln sich auf der Jölstra endlose Wellenzüge mit kurzen Flachstücken ab. Vorsicht nach etwa 2,5 km, hier teilt sich die Jölstra und man sollte den rechten Arm wählen. Kurz vor dem Ziel wartet noch eine rückläufige Stufe in einer Waldschlucht, gegebenenfalls links umtragen.
Einstieg: Am Ausfluss des Jölstravatnet.
Ausstieg: Straßenbucht der E39 vor dem Stakallefossen oberhalb von Moskog.

Storeelva, 8 km III-IV+ (V)

Die Wellen der Storeelva werden von vier schweren Katarakten unterbrochen. Wer diese schnell umträgt, kann getrost im Spielboot antreten und sich auf den unzähligen Wellen vergnügen.
Einstieg: Am See oberhalb von Byrkjelo.
Ausstieg: Im Breimsvatnet bei Re.

Obere Sogndalselva, 5 km WW IV-V
Die Sogndalselva ist für ihre drei Wasser­fälle im unteren Abschnitt bekannt. Der obere Abschnitt ist auch ohne Wasserfälle Weltklasse, hier warten wunderschöne Rutschenkombinationen und Stufen auf ihre Helden.
Einstieg: Etwa 1 km unterhalb des Dalavatnet an einer Brücke.
Ausstieg: An der Straßenbrücke der R5 etwa 5 km oberhalb von Sogndal.

Mörkriselva, 9 km WW III-IV (V+)

Die Mörkriselva ist ein kurzer und sehr schöner Bach, der gern übersehen wird. Die schwerste Stelle wartet etwa 1 km nach dem Einstieg, kann aber leicht umtragen werden.
Einstieg: Am Ende der Straße unterhalb von Wasserfällen.
Ausstieg: Direkt an der Mündung ins Lustrafjord bei Skjolden.

3. Halt: Skjak
Basislager: Campingplatz »Storoya« bei Skjak, direkt an der Otta-Welle.

Obere Bövra, 7 km WW III-IV (V)

Die obere Bövra hat einen ausgeprägten Pool+Drop-Charakter, teilweise durchfließt sie kurze Niederklammen.
Einstieg: Unterhalb des Dalsvatnet.
Ausstieg: Brücke 1 km oberhalb der Galdesand-Kirche.

Untere Bövra, 7 km WW IV+ (X)

Auf der unteren Bövra macht sich das Gletscherwasser der Leira bemerkbar, an heißen Sommertagen kann sie nachmittags gehörig an Volumen zulegen. Gerade dann sollte man das letzte Kehrwasser vor dem unfahrbaren Wasserfall auf dem letzten Kilometer auf keinen Fall verpassen.
Einstieg: Fla Bru der 55.
Ausstieg: Oberhalb von Lom weit vor dem unschönen Abfall unter der Straßenbrücke der E15.

Ostri, 3 km WW IV

Der Ostri ist zwar nur kurz, lohnt aber allemal. Und warum nicht gleich zweimal fahren?
Einstieg: Am Ausfluss des Liavatnet hoch oben im Bratadalen.
Ausstieg: Straßenbrücke 3 km unterhalb des Einstiegs.

Obere Otta, 8 km WW IV (V)

Dieser Abschnitt ist auch bei Niedrigwasser noch recht wuchtig, daher läuft er auch im Hochsommer, wenn alles andere trocken ist. Die schwierigen Stellen häufen sich zum Ende hin. Die Fahrt kann aber jederzeit abgebrochen werden, da die Straße am Fluss verläuft.
Einstieg: Unterhalb des Breiddals­vatnet. Von der Straße müssen die Boote zum Fluss getragen werden.
Ausstieg: Parkbucht der E15 oberhalb des Pollfossen.


4. Halt: Rauma + Co
Basislager: Campingplatz bei Bjorli an der Rauma, in Sylte an der Mündung der Valldalselva oder wild im Ulväatal.

Obere Rauma, 4 km WW IV-V
Für viele ist die obere Rauma der Lieblingsfluss in Norwegen – steil und fair. Alle Stellen können besichtigt werden, die Straße verläuft meist in Flussnähe. Höhepunkt: Little Huka-Falls.
Einstieg: An einem kleinen Parkplatz unterhalb von Bjorli.
Ausstieg: Straßenbrücke ins Ulväatal bei Brostet.

Ulväa, 8 km WW III-IV (V)
Bei viel Wasser ist die Ulväa eine einzige Sause, bei wenig Wasser werden die Flachstücke recht langsam. Die Rutsche unter der Kabbebrua ist auf jeden Fall eine der längsten in ganz Norwegen – egal bei welchem Wasserstand.
Einstieg: An der Puttbua am Ende der Mautstraße.
Ausstieg: Brücke bei Nedre Brostet, kurz hinter der Mautschranke.

Untere Valldalselva, 10 km WW II-III
Einfaches Wildwasser für die ganze Familie direkt neben der Straße. Viel Rafting. Je mehr Wasser, desto besser.
Einstieg: Holsbrua bei Hol.
Ausstieg: Straßenbrücke der R63 in Sylte direkt an der Mündung ins Norddalsfjorden.

Jori, 17 km WW III-IV+

Der untere Jori ist bei viel Wasser ein einziger Wellenzug – man juchzt und gluckst unentwegt. Aber auch bei niedrigen Wasserständen wird’s nicht so schnell langweilig.
Einstieg: Brücke bei Nedre Reindol im Svartdalen.
Ausstieg: Straßenbrücke der E136
etwa 3 km westlich von Dombas.

5. Halt: Driva
Basislager: Es gibt einige Campingplätze um Oppdal – freie Auswahl.

Driva, Rafting, 12 km WW II-III (III+)

Der Rafting-Abschnitt ist das leichteste Teilstück der Driva.
Einstieg: Vollan Bru oberhalb Oppdal.
Ausstieg: Brücke bei Albu.

Driva, Graura, 13 km WW IV (V-)
Die Graura-Schlucht ist der Höhepunkt der Driva, bis zu 250 m tief gräbt sie sich zwischen die Felsmassen. Zu Beginn einige Zwangspassagen, schwer, aber ohne Tücken.
Einstieg: Brücke bei Ishoel.
Ausstieg: Brücke Liajell an der 70.

Bua-Klamm, 16 km WW IV (V)
Die Bua ist ein echter Klassiker.
Das Wildwasser ist fair, ein Fahrt­abbruch jedoch so gut wie unmöglich (Ersatzpaddel mitnehmen).
Einstieg: Brücke bei Enodden.
Ausstieg: Kjellbrua kurz vor der Mündung in die Gaula östlich
von Stören.

 

Reisen in Norwegen – die Entdeckung der Gelassenheit

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt – der KANU-Express startet in wenigen Minuten zur ultimativen Wildwasser­reise in den hohen Norden. Denn während die Alpen einstauben, rauscht es im Land der Wasserfalltrolle dank Jahrhundertwinter an
WW V für die Füße – Wanderung zum Sjoa-Ursprung am Gjende-See.
Foto: Jens Klatt

Reisen in Norwegen ist einfach, alles was man braucht ist etwas Gelassenheit – aber die gibt’s ja vor Ort gratis. Man sollte auf jeden Fall genügend Zeit für die Autofahrten einplanen, notorische Raser werden graue Haare bekommen. Dafür gibt es aber auch keine Staus.

Anreise
Die Auswahl an Fährverbindungen ist reichlich. Wählt man eine direkte Überfahrt vom Norden Dänemarks, wie beispielsweise Frederikshavn-Oslo, spart man sich die lästigen Autokilometer durch Schweden. Wählt man die kurze Vogelfluglinie Helsingör-Helsingborg von Dänemark nach Schweden, spart man Fährkosten, aber keinen Sprit. Die angenehmsten, wenn auch nicht die günstigsten Überfahrten hat man mit den Nachtfähren Kiel-Oslo oder Hirtshals-Bergen. Ein rechtzeitiger Blick auf die Homepage der Fährgesellschaften lohnt sich, Frühbucher bekommen oft Rabatt. Eine gute Übersicht über das Angebot
bekommt man auf www.kystling.com.

Besonderheiten

Im Westen Norwegens wird man hin und wieder eine der vielen Fähren nutzen müssen, will man nicht unnötige Umwege um den Fjord machen. Außerdem sind viele der Flüsse nur über Mautstraßen erreichbar, den so genannten Bomvejs. An den jeweiligen Mautschranken befinden sich Holzboxen, in die die Maut eingeworfen wird – sozusagen auf freiwilliger Basis. Jedoch sollte das Vertrauen der Norweger nicht missbraucht werden, denn wer will es schon riskieren, dass Paddler künftig ihr Boot das ganze Tal hinaufschleppen müssen. 

Camping

In Norwegen gilt das Jedermannsrecht, das den Aufenthalt in der Natur bei Einhaltung bestimmter Regeln erlaubt. Es gibt viele wilde Stellplätze, die von kleinen Gruppen genutzt werden können.
Allerdings sollte man diese nicht tagelang belagern. Größere Gruppen sollten auf einen der zahlreichen Campingplätze ausweichen. Eine Übersicht findet man auf www.nafcamp.com, der Seite des norwegischen Automobilverbandes.

Alternativen
An Beschäftigungsmöglichkeiten mangelt es nicht. Ob Wanderung oder Fahrradtour – Natur gibt es genug. Wem es nach Zivili­sation dürstet, der kann einen Abstecher nach Bergen, Trondheim oder Oslo machen.


Kanushops + Schulen
Kanuläden gibt es an der Sjoa in Heidal (www.striestrommer.no), im Zentrum von Voss (www.vossskiogsurf.com) oder an der Driva in Oppdal (www.vpg.no). An der Sjoa bietet außerdem das Sjoa-Kajakcenter Kurse an. Mehr unter
www.kajakksenteret.no.

Literatur

Als Flussführer dienen der DKV-Führer »Skandinavien« (ISBN 3-924580-85-5, 19,95 Euro, www.kanu-verlag.de) und »Norwegen – Der Wildwasserführer« von Klatt/Obsommer (ISBN 3-9809315-4-4, 32,90 Euro, www.outdoorcenter.de). Als Karte hat sich der »Veiatlas Norge« vom Statens Kartverk bewährt (ISBN 82-7945-028-9, 32,80 Euro, www.nordis-versand.de).

Online-Infos
Hilfreiche Informationen findet man auf der Seite des norwegischen Tourismusverbandes (www.visitnorway.com), dem norwegischen Kanuverband (www.padling.no) und dem norwegischen Wasserdirektorat (www.nve.no). Hier findet man neben zahlreichen Pegeln auch Angaben zu den Schneehöhen. Auch auf der Seite des Kajakclubs in Voss findet man aktuelle Pegelstände und weitere nützliche Infos (www.vosskajakkklubb.com).