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Touren

Traumziel 6: Lofoten, Norwegen

 Touren-Tipps & Flüsse, Skandinavien

Wir haben zehn wunderschöne Ziele auf Salz- und Süßwasser zusammengestellt und jede Woche erscheint eine Revierbeschreibung online. Vom Süden geht es nun gen Norden, zum Inseltraum Lofoten: Zwar sind die Lofoten für tagelangen Regen berüchtigt, für ihre Schönheit aber noch berühmter. »Das Gebirge, das aus dem Meer steigt« ist eindeutig ein Traumziel für Seekajaker und nicht wenige haben sich schon in die einzigartige Landschaft der »Inseln der Götter« verliebt.

Lofoten bei schönem Wetter – fast wie die Karibik. Aber die Inseln können auch anders ... | Foto: Lars Schneider


»Unser Camp errichten wir ganz weit oben, auf dem von Moos, Gras und Gestrüpp teppichweiche gepolsterten grünen Haupt der Insel. Überall liegen Muschel- und Seeigelschalen, von Vögeln vernascht, die Reste achtlos liegen gelassen. Im Westen ragt das zackige Bergmassiv des Trolltindan beinahe 1000 Meter aus dem Meer empor, grün gefleckt kleben Pflanzenflicken auf Vorsprüngen in steilen Wänden, manch zackige Furche leuchtet grauweiß vergletschert herüber.« (Lars Schneider)

Lofoten

Die Lofoten liegen 100 bis 300 Kilometer nördlich des Polarkreises.

Schroffe Berge, klares Wasser, Regen, Sonne, Regen. Jeder, der einmal auf den Lofoten war, schwärmt noch jahrelang davon. Von der Landschaft, vom Licht und von der einmaligen Schönheit der gebirgigen Inselgruppe, die 100 bis 300 Kilometer nördlich des Polarkreises an der Küste Norwegens liegt. Sie besteht aus ungefähr 80 Inseln, von denen die größten Austvågøy, Skrova, Gimsøy, Vestvågøy, Flakstadøy, Moskenesøy, Værøy und Røst sind. Die meisten Menschen leben auf der Ostseite der Inseln. Die bis zu 1200 Meter hohen Berge bieten dort Schutz vor den starken und rauen Wettereinflüssen. Dank des Golfstroms ist das Klima im Vergleich zum Festland relativ mild. Zwar liegen die Temperaturen im Winter deutlich über denen Lapplands, dafür ist das Wetter wechselhaft, regnerisch und – vor allem im Winter – stürmisch. Vom 27. Mai bis zum 17. Juli scheint auf den Lofoten die Mitternachtssonne, aber auch einige Wochen davor und danach wird es kaum dunkel. Im August und September gibt es Beeren in Hülle und Fülle. Beste Reisezeit ist von Mai bis September.

»Erst Regen, dann Sturm, dann Flaute, dann noch mehr Regen. Mit den schweren Booten kämpfen wir uns nordwärts. Wind und Wellen kommen von rechts, rollen stetig heran und lassen uns kaum Zeit zum Verschnaufen, geschweige denn zum Genießen der Umgebung. Erst nach einer Stunde im Windschatten einer Insel können wir uns ausruhen.« (Lars Schneider)

Paddeln um die Lofoten

Seltene Lofotenidylle. | Foto: Lars Schneider

Die Lofoten sind ein wunderschönes und anspruchsvolles Paddelrevier. Voraussetzung für eine Kajaktour um die Inseln sind Seekajak-Erfahrung und Wetterfestigkeit. Zum Paddeln eignet sich vor allem die Ostküste, da sie einen gewissen Schutz vor Wind und Wetter bietet, der Westen ist ausgesetzter und hat mehr Brandung. In den Passagen zwischen den Inseln können im Wechsel der Gezeiten sehr starke Strömungen und Gezeiten-Stromschnellen entstehen. Außerdem muss man sich auf tagelangen Regen und Wind einstellen – vor der Tour sollte also eine gute Vorbereitung stehen. Nichtsdestotrotz bieten die Lofoten einen Seekajakurlaub vom Feinsten, was vor allem an der grandiosen Landschaft liegt. Aber auch weniger erfahrene Seekajaker finden geeignete Ecken zum Paddeln. Die Tour zum Trollfjord verläuft beispielsweise sehr geschützt und bietet, wie eigentlich die gesamte Inselgruppe, eine eindrucksvolle Landschaft. Außerdem gibt es einige Veranstalter, die geführte Touren anbieten, wie zum Beispiel Jann Engstad von LofotenAktiv.

Ausrüstung

Leicht verfahren kann man sich eigentlich nicht. | Foto: Lars Schneider

Obwohl der Golfstrom den Lofoten ein mildes Klima beschert, liegen sie immer noch deutlich nördlich des Polarkreises. Also muss man sich nicht nur auf Dauerregen, sondern auch auf die Temperaturschwankungen einstellen: Im Sommer können 20 Grad Sonnenschein, aber genauso gut auch acht Grad Regen vorkommen. Handschuhe und Mütze gehören auf alle Fälle ins Gepäck, sowie ein sturm- und regenfestes Zelt und ein warmer Schlafsack. Schwimmweste und Ersatzpaddel sind Pflicht. Das Wasser hat im Norden während der Sommermonate höchstens 13, im Süden maximal 18 Grad. 

»Ich öffne schlaftrunken und verschwitzt den Reißverschluss des Zelts. Draußen scheint die Sonne von einem wolkenlosem Himmel. Blau. So blau wie das stilldaliegende Meer. Eine Stunde später sind wir auf dem Wasser. Bei solchen Bedingungen darf man nicht trödeln, sonst gehört man mit Graupel und Schnee bestraft. Aus unserer kleinen Bucht geht es hart backbord weiter gen Norden und hinaus auf die wie flüssiges Glas daliegende Wasserfläche zwischen drei Inseln.« (Lars Schneider)



Anreise

Meistens wird wild gezeltet, hin und wieder gibt's aber auch Campingplätze – wie hier auf dem Bild. | Foto: Lars Schneider

Die übliche Anreise mit Kajak ist das Auto. Von Frankfurt durch Norwegen nach Bodö, wo die erstmögliche Fähre zu den Südlofoten ablegt, sind es stolze 2500 Kilometer, über Schweden dauert es länger, ist jedoch auch gemütlicher. Wer ein Faltboot besitzt, kann auch mit der Bahn anreisen, über Schweden oder Norwegen. Über Schweden bietet sich an, erst mit dem Nachtzug nach Kopenhagen, am Tag darauf bis Stockholm und von dort mit dem Nachtzug nach Narvik zu fahren, wo man nachmittags oder abends ankommt. Von Narvik aus fahren regelmäßig Busse nach Svolvaer auf die Lofoten. Oder aber von Malmö nach Oslo und von dort mit dem Zug nach Narvik. Es ist natürlich auch möglich, mit dem Flugzeug nach Bodö oder Narvik anzureisen. In jedem Fall gilt: So früh wie irgendwie möglich buchen!

Übernachten

In der Regel wird wild gezeltet, hin und wieder finden sich auch Campingplätze. An den steilen Küsten häufen sich jedoch nicht die Zeltplätze, von daher sollte schon am Nachmittag nach einem geeigneten Stelle zum Übernachten Ausschau gehalten werden.

»Unser nächstes Ziel ist der Trollfjord. Bevor wir den richtigen Kurs einschlagen, treiben wir einfach so vor uns hin, versuchen das Panorama aufzusaugen, die Stille, den Frieden der Elemente miteinander. Kein tosender Wind, keine prasselnde Regentropfen, keine Wellen, die uns um die Hüften züngeln. ,Peace brother‘, möchte man zu Petrus sagen und ihm auf die Schulter klopfen.« (Lars Schneider)

Der Trollfjord ist zwei Kilometer lang. | Foto: Lars Schneider

Reise-Reportagen

Die Zitate stammen aus dem Bericht von Lars Schneider in KANU 5/2008.
Wer neugierig geworden ist, mehr lesen möchte und das Heft nachbestellen will:
Lofoten Love: Seekajak-Liebelei im hohen Norden


Im KANU 8/2012 erscheint ein Tourenartikel über Norwegens Fjorde: »Einfach Fjord fahren«. In die Zeitschriftenläden kommt es am 29. November 2012.

Weitere Traumziele

Traumtour 1: Grönlands Westküste

Arktisches Abenteuer: Eisberge, Wale und Fjorde. Grönland ist sicher eines der spektakulärsten Seekajakreviere weltweit und Westgrönland punktet im Gegensatz zum Osten mit wenig Wind und Regen. Die Fjorde von Uummannaq bieten Outdoorfeeling pur und vom Feinsten.

Traumrevier Nr. 2: Der Bodensee

Für Traumtouren muss man nicht unbedingt in die Ferne streben. Ganz im Süden Deutschlands liegt ein wirklich reizvolles Paddelrevier: Der Bodensee. Das Meer der Schwaben hat viele Facetten, eine schöner als die andere. Ob entlang der Schilfwälder oder Streuobstwiesen, langweilig wird einem auf dem Bodensee nie.

3. Traumziel: Ionische Inseln

Diesmal entführen wir Sie an die Küsten des Lichts: Klares Wasser, leuchtende Strände, hohe Felsen und Olivenbäume, das ist das Ionische Meer in Griechenland. Besonders im Herbst, wenn die Touristenströme verschwunden sind, und im Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht lähmend wirkt, locken die Ionischen Inseln Paddler mit ihrem südlichen Flair.

Traumreviere Teil 4: Patagoniens Fjorde

Paddelnd geht es durch die fast menschenleeren und unberührten Fjorde Patagoniens südlich von Puerto Montt. Urwaldbewachsene Steilküsten und vergletscherte Berge bestimmen das Landschaftsbild. Die raue und mystische Schönheit verzaubert.

Paddelparadies Nr. 5: Thailand

Thailand bietet Paddlern ein Revier der Extraklasse: Glasklares Wasser, Sonne satt und eine unglaublich vielfältige Unterwasserwelt, hinzu kommt die Herzlichkeit der Thailänder. Und romantische Zeltplätze finden sich an den weißen Stränden ebenfalls zuhauf. Was will man mehr?

Paddeltraum Nr. 7: Loire, Frankreich

Die Loire bietet Sand- und Kiesbänke ohne Ende, klares Wasser, halbwilde Pferde und Kühe und Wildnis im Herzen Frankreichs. Schlösser und süße französische Städtchen tauchen hin und wieder an den Ufern auf, während Paddler gemütlich an den flachen Flussinseln vorbeigleiten. Abends auf einer der vielen Kiesbänke zelten, am Lagerfeuer sitzen und vielleicht noch ein nächtliches Bad nehmen: das ist Loire pur.

Traumtouren Teil 8: Baja California, Mexiko

Im Westen Mexikos liegt die Halbinsel Baja California. Kakteen prägen das Bild der kargen und wüstenartigen Landschaft. An der Westküste der Baja können Wale beobachtet und Mangrovenwälder erkundet werden, an der Ostküste spielen Delfine und Seehunde im warmen Wasser.

Traumrevier Nr. 9: Masurische Seenplatte, Polen

Das Land der tausend Seen, ist Polen, genauer die Masuren. Hier leben noch Eisvögel, die beim Fischen beobachtet werden können. Wälder und Schilfflächen prägen das Bild. Der Osten lockt mit seinen Seen und Flüssen, seinen traumhaften Nationalparks und polnischer Lebensart.

10. Traumziel: Bella Bella, Inside Passage

An der Westküste Kanadas und Alaskas reihen sich auf über 1000 Kilometern geschützte und von Regenwald zugewachsene Inseln aneinander: Inside Pasage. Wer hat diesen Namen noch nicht gehört, vor Augen atemberaubende Landschaft, Wale, Lachse, Bären und Einsamkeit?